Throwback Sunday

Manchmal darf es ein bisschen steiler sein…

Ich. Kann. Nicht. Gut. Klettern. Zum einen leide ich unter dezenter Höhenangst, und zum anderen bin ich alles andere als topfit – jedenfalls nicht so, wie der vollkommen gestörte Typ, der uns am Aufstieg zum Kalmithaus in vollem Lauf entgegen kam. Hüften, Knie und Sprunggelenke aus Eisen. Zumindest wirkte es so. Aber wenn es ihm Spaß macht, bitte. Ich bevorzuge die etwas langsamere Herangehensweise des “Wanderns”. So mit Rucksack, festem Schuhwerk und halbwegs angemessener Kleidung. Die Haardt zeigte sich heute jedenfalls mit ca. 25°C bei leichtem Wind und immer noch kräftiger Spätsommersonne diesbezüglich von ihrer besten Seite. Und so sind wir oberhalb von Maikammer durch das Felsenmeer und über die Kalmit gegangen.

Blick vom Parkplatz Hahnenschritt
Lieber mittendrin als nur dabei!

Der Spätsommer im Pfälzerwald hat an seinen besten Tagen (und heute war so einer) viel mit der Toskana gemein – zumindest die Geländeformation, die Straßen, ein bisschen der der Bewuchs, sogar der Geruch sind sich an einigen Stellen ähnlich. Und deshalb hat es sich für mich ein wenig wie ein Holiday-Throwback angefühlt. Es ist nicht das Gleiche – muss es aber auch nicht sein. Es war für mich mehr eine Erinnerung daran, dass das Gute manchmal keine 1000Km weit weg liegen muss. Auch wenn die Großdistanz-Tapetenwechsel trotzdem gut für’s Gemüt sind. Heute hat es aber auch in “nur” 50Km Entfernung sehr viel Spaß gemacht. Insbesondere unsere Kinder sind über jeden Felsen gegangen, bei dem das möglich war, haben die Stunts der Boulderer bestaunt und mit uns ein paar 100 Höhenmeter gemacht. Es hat für die zwei sicher auch ziemlich lustig ausgesehen, wie ich mich an einer Stelle an einem wirklich simplen Kletterstück versucht habe, weil ich keine Lust mehr hatte, untenrum zu gehen. Ich weise an dieser Stelle noch mal auf den ersten Satz hin…

Da dran kann man klettern… also Andere…

Ich war zwar auch ein bisschen froh, als wir wieder am Parkplatz waren (NICHT topfit), würde aber morgen gleich zur nächsten Tour aufbrechen, wenn nicht die Arbeit riefe. Ich kann dieses seltsame Gefühl, welches sich meiner seit unserer Heimkehr vor zwei Wochen bemächtigt hat nicht recht beschreiben – vielleicht wäre “Zweifel” für den Anfang ein ganz guter Ansatz, aber ein einzelner Begriff fasst es einfach nicht. Wahrscheinlich muss ich noch ein paar Mal mehr wandern gehen. Theoretisch lüde das Wetter die nächsten Tage dazu ein, aber wie schon bemerkt: meine Arbeit macht sich nicht von selbst. Könnte natürlich auch ein teil des Problems sein. Ich denke darüber nach. Vielleicht hilft auch etwas anderes dabei, wieder Klarheit zu gewinnen. In solchen Momenten, wenn man von der Kalmit aus über die oberrheinische Tiefebene schaut, sind solche Fragen allerdings vollkommen irrelevant. Man schaut, man riecht, man staunt!

Genau deshalb muss man raus! Weil man draußen einfach ein paar der Probleme, Sorgen, Nickligkeiten des Alltags, wenn nicht vergessen, so doch beiseite schieben kann. Lange genug, um ein Dutzendmal tief durchzuatmen und den Kopf einfach mal fliegen zu lassen. Ist zwar schon wieder vorbei – aber die Bilder in meinem Kopf sind trotzdem schön! Ich wünsche euch allen eine gute Woche…

One of my favourite pastimes…

In einer der längsten Nächte des Jahres zur “Blauen Stunde” alleine mit der Kamera losziehen zu können, ist für mich ein Privileg. Man kann schon mal mit seinen Gedanken allein sein. Man sollte dabei aber nicht immerzu in seinem Zimmer hocken. Ein kühler Wind wehte durch die Stadt, es war also eine, in mehr als einer Hinsicht erfrischende Erfahrung. Die Fotos aus der unten folgenden Strecke sind allesamt Schnappschüsse, da ich mit einer neuen Kamera experimentiert habe; und wissen wollte, welche Spielereien ein lichtstarkes Ultraweitwinkel-Zoom zulassen würde. Mein neues Setup besteht aus einer Olympus OM-D E-M 10 Mk 4 (Micro Four-Thirds-Sensor) und dem passenden Olympus M.Zuiko Pro 7 – 14 mm f 1 : 2,8. Ich sage mal so – alle Fotos wurden aus der Hand geschossen…

Ich habe nicht sonderlich viel Hand an die Bilder gelegt und es liegt mir auch wenig daran, die handwerkliche Ausführung bewerten (lassen) zu wollen. Ich bin bestenfalls Hobbyist. Ich bin jedoch von der Abbildungsleistung beeindruckt. Und eines ist sicher. Dieses Setup lässt mich nicht in irgendeiner dämmrigen Kathedrale im Stich… Außerdem ist viel weniger rumzuschleppen, als bei meiner alten Canon-Digi-Spiegelreflex. Ich bin gespannt, was mir als nächstes einfällt.

Und es geht doch noch…

Ich bin auch einer dieser (schwachen) Menschen, die manchmal das unheilige Gefühl bekommen, eine Leere in sich selbst ausfüllen zu müssen und dann manchmal (na ja, eher zu oft) zur dämlichsten Lösung von allen greifen: nämlich sinnlosem Konsum. Dass ich gelegentlich gerne knipse ist ein alter Hut. Dass ich dazu bestimmtes Equipment benutze, habe ich vielleicht irgendwann mal irgendwo erwähnt. Also ich bin ein keine Marken-Hure, wenn es um Kamera-Präferenzen geht; aber es hat sich irgendwann ergeben, dass ich mich bezüglich meiner DSLR für Canon entschieden hatte. Folglich habe ich im Laufe der Zeit ein wenig Geld in das Hobby investiert (nur einen mittleren vierstelligen Betrag, ich bin ja nur Hobbyist), bekam aber irgendwann in letzter Zeit das Gefühl, nicht mehr so viel Gewicht rumschleppen zu wollen. Folglich liebäugelte ich mit einer spiegellosen Systemkamera – und natürlich der Anschaffung weiteren Equipments. Es gibt kein “Immer-Drauf”-Objektiv. Das ist eine Legende.

Weil man aber nicht unbegrenzt Geld hat, um es für Hobbykram auszugeben, und weil ich überdies in letzter Zeit eh über so einiges am Grübeln bin, dachte ich mir: “Verdammt Junge, du warst schon ewig nicht mehr einfach so zum Spaß knipsen!” Und tatsächlich, ohne Grund und Ziel, einfach, um mal wieder ein bisschen zu üben und Spaß zu haben hatte ich meine Kamera bestimmt schon 7 Monate nicht mehr in der Hand! Ziemlich lange für jemanden, der behauptet, Fotografie sei eines seiner Hobbies, oder? Also habe ich ein solides Sigma 17-70mm 1:2,8-4,5 auf die angejahrte 60D geschraubt und bin einfach los gegangen, um zu knipsen. Und was soll ich sagen – es ist toll, wenn man feststellt, dass man eigentlich schon das richtige hat. ‘ne Kamera ohne allzu viel Schischi, die einfach Bilder macht. Viellicht kaufe ich mir irgendwann doch noch was Leichtes für unterwegs (eine einfache MFT wäre auch zum Filmen ganz ok…); aber für den Moment habe ich mich nochmal neu in mein Bestandequipment verliebt. Vielleicht liegt’s am Frühling…

The italin tales n°5 – macht euch ein Bild…

Wer reist, der sieht. Wer sieht, der fühlt sich bemüßigt, die Erinnerung zu konservieren => et voilá: Fotos. Natürlich entspricht es unserem Naturell, dabei selektiv vorzugehen, nach dem besten Blickwinkel zu suchen, das Motiv gewaltig in Szene setzen zu wollen. Insbesondere, wenn wir vom Anblick selbst beeindruckt worden sind. Als soziale Wesen wollen wir natürlich Andere an unserer Freude teilhaben lassen. Oder ist die Motivation vielleicht doch eine andere? Etwa etwas sinisteres, wie Geltungssucht? So nach dem Motto “Schaut her, wo ich gerade bin, bewundert, was ich alles anschauen und erleben darf! Bewundert mich!”.

Mag sein, dass derlei den einen oder anderen umtreibt. Und ich wäre ein Lügner, wenn ich behauptete, mich nicht über den einen oder anderen netten Kommentar zu meinen Fotos zu freuen. Aber wenn ich irgendjemanden zu irgendetwas anregen möchte, dann dazu, sich diese Freude selbst zu erarbeiten. Denn in der Tat ist die Toskana nicht nur wunderschön, sonder auch alles andere als flach – ein gutes Bild möchte also des öfteren erwandert werden. Und wenn wir uns den Weg als Ziel auserkoren haben, was – zumindest für mich – im Urlaub Grundvoraussetzung ist, so bedeutet dies, dass der Werte Leser/Zuschauer bitte auch die Hitze spüren, den würzigen Duft der Vegetation erahnen und die Seele baumeln lassen soll. Viel Spaß.

PS: By the way: ich photoshope meine Bilder nicht. Ich schneide sie lediglich mit GIMP für das Web zu. Überoptimierten Mist findet man im Web schon genug; insbesondere auf Instagram…

Anderes Jahr – gleiche Leier…

Die Fakten:

  • Mittelitalien, genauer gesagt Toskana – check!
  • Jeden Tag 1 KM im Pool zurücklegen – check!
  • Lecker kochen und essen (also mediterran) – check!
  • Nicht an die Arbeit denken; nach ein paar letzten Mitteilungen über Telegramm und Whatsapp – check!
  • Mal was belletristisches lesen – check!
  • Blogbeiträge schreiben – oh ja, check!
  • Ein paar Photos von rings um das Anwesen posten:

C U sometime (too) soon…

Warum ich profane Architektur spannend finde…

Nun, weil sie dem Betrachter einen kritischen Blick abnötigt. Weil man sich immer wieder mit der Frage konfrontiert sieht, ob einem diese vollkommen profanen Bauwerke gefallen müssen, oder ob die bloße Notwendigkeit ihres Zweckes die Form der Darreichung rechtfertigt? Oder ob man dennoch wenigstens gewisse ästhetische Ansprüche hegen darf/muss?

Ich meine, dass die Auseinandersetzung mit unserer Umwelt auch bedeutet, dass wir solche Fragen stellen müssen. Weil unsere Umwelt unser Denken und unsere Empfindungen beeinflusst. Weil unsere Art zu leben durchaus auf den Prüfstand darf. Weil wir, wenn wir diese Entscheidung den Architekten der Industrie-Architektur überlassen einen Teil der Kontrolle über unser Dasein hergeben.

Ich gehe deswegen gerne nachts photographieren, weil einerseits zumeist weniger Menschen durch meine Motive latschen und weil ich die technischen Herausforderungen spannend finde. Ob ich diese angemessen meistere, darüber müssen andere urteilen.

In jedem Fall sollen Bilder nicht nur zum schauen, sondern auch zum Denken über das dargestellte und die Intentionen des Darstellenden anregen. Vielleicht muss ich doch mal über die Mythen des Alltages sprechen, die mich zu solchen Bildern animieren…