Looking forward to look back…

Isn't it funny how 
day by day 
nothing changes,
but when you look back
everything is different...
(C. S. Lewis)
Bald wird das Licht wieder so schön…

Wenn du das Gefühl hast, Menschen nicht zu erreichen, gibt es dafür aus meiner Sicht drei mögliche Gründe: 1) du hast sie tatsächlich nicht erreicht, 2) du hast Zuhörer, die eine Weile länger für den Reflexionsprozess brauchen als andere, oder 3) du bist zu hart zu dir selbst. Man sollte sich ab und an den Luxus gönnen, sich dafür zu entscheiden, an Grund Nummer 3 zu glauben. Denn wissen kann man es sowieso niemals sicher. Dieser Sachverhalt ist eines der Probleme, mit denen Geschichtenerzähler in ihrer Tätigkeit öfter zu kämpfen haben – und zwar vollkommen egal, wo, wie, wem und warum sie ihre Geschichten erzählen. Ja sicher, manchmal reißt man sie alle mit und kann es auch sehen (oder besser fühlen), dass alle gerade in die Erzählung eingetaucht sind, mit dieser interagieren (wollen) und sich dabei wohl fühlen. Aber oft sitzen/stehen/gehen alle umher und du bekommst dieses Gefühl, dass, obwohl du dir mit deiner Erzählung echt Mühe gegeben hast, trotzdem nicht dabei rumkommt, was eigentlich rumkommen sollte. Und dann bin ICH der Typ, der nicht den anderen die Schuld dafür gibt, dass es nicht so gelaufen ist. In diesem Moment beziehe ich mich gerade auf eine Simulation, die ich für berufliche Bildungs-Belange inszeniert habe und mit der ich nicht zufrieden bin, ohne wirklich sagen zu können, wo das Problem lag – oder ob es tatsächlich eines gab. Es gibt einfach Teilnehmer-Gruppen, die nicht so homogen sind und bei denen es mir deswegen sehr schwer fällt, zu lesen, was da gerade vor sich geht. Und es ist jetzt nicht so, dass ich nicht regelmäßig üben würde.

Es gibt im englischen den Begriff „jaded„, der einerseits „abgestumpft“ bedeuten kann, andererseits aber auch „matt“ oder „übersättigt„. Und ich hatte irgendwie den Eindruck, dass meine Bemühungen bei einigen auf ein kaltes Lächeln gestoßen sind, weil sie einfach jaded waren; durch die begriffliche Ambiguität ist der vorgefundene Zustand einfach besser beschrieben. Oder ich täusche mich gewaltig. Was definitiv nicht ohne Präzedenz wäre. So oder so war ich gestern zwar erleichtert, die Woche endlich hinter mich gebracht zu haben, weil sie so vollgestopft war mit Arbeit und (teils unnötigen) Diskussionen. Ich war jedoch nicht so zufrieden mit dem Ergebnis meines Wirkens. Was mich in der Folge regelmäßig dazu bringt, über die Begriffe „Selbstbild“ und „Anspruch“ nachzudenken. Denn aus berufsbildnerischer Sicht bin ich mir nicht sicher, dass ich die TN so zum Lernen und Reflektieren anregen konnte, wie ich das von mir selbst erwarte. Auf der anderen Seite sitzt der weniger selbstkritsche Teil und sagt:“ Fuck off bastards. It’s on YOU, wether you succeed in the end, or not! So – let’s call it a day, I’ve got places to visit and things to do all FOR MYSELF!“ Oder etwas freundlicher: Erwachsenenbildung ist ein freibleibendes Angebot und jede’r ist seines/ihres (Un)Glückes Schmied! Dass ich gelegentlich von meiner Arbeit träume und morgens in diesem Dazwischen – noch nicht ganz wach, aber auch nicht mehr ganz in Morpheus Armen gefangen – des öfteren Job-Probleme wälze, anstatt irgendwelche netten, anregenden, unterhaltsamen Phantasien heraufbeschwören zu können, sagt hier wohl mehr als genug darüber aus, wie wenig ich die Dinge an meinem Arsch vorbeilaufen lassen kann… Anscheinend bin ICH immer noch nicht jaded!

Und bevor jetzt irgendwer mit wohlfeilem Gen-Z-Gejammer daherkommt… das ist mir als Erklärung zu kurz gedacht, auch wenn die allermeisten TN dieser willkürlich definierten Kohorte zugehörig sind. Ob sie sich allerdings dem, oft genug multimedial heraufbeschworenen „Mindset“ auch zugehörig FÜHLEN, kann ich nicht mit Sicherheit sagen; tendenziell würde ich eher für „NEIN“ plädieren. Aber das ist zu 100% gebaucht, nicht geforscht. Worauf ich allerdings hinaus will ist folgendes – ich kennen die TN schon länger und ich kann mit Sicherheit sagen, dass sich im Verlauf der Zeit sehr wohl etwas verändert hat – in Einzelpersonen, aber auch im Umgang miteinander und mit anderen. Wenn irgendwas konstant ist, dann der Wandel; und ich würde die positiv veränderten Aspekte sicher NICHT auf unsere pädagogischen Interventionen zurückführen. Vielleicht bei einen Teil, aber sicher nicht bei allen. Mit Blick auf das Anfangs aufgeführte Zitat von Clive Staples Lewis (den man üblicherweise für seine „Die Chroniken von Narnia“-Bücher kennt) wird aber klar, dass einem im day-to-day-business manchmal der Blick für diese Veränderungen abhanden kommen kann. Auch für jene Veränderungen, auf die unsere Arbeit als Lehrer im Kern abzielt! Bei einer Ausbildung werden die wahrhaft wichtigen „Kennzahlen“ halt erst nach ca. drei Jahren sichtbar; auch wenn Betriebswirte das oft nicht wirklich verstehen können.

Das Gleiche gilt übrigens auch für andere Geschichten, die ich zu erzählen beliebe. Auch deren Wirkung zeigt sich oft erst später. Und das unabhängig von der Ernsthaftigkeit. Manche Erzählungen werden unerwartet erinnernswert und verändern gleichsam die Wahrnehmung dessen, was wir taten, was wir tun – und was wir tun werden! Ich käme nie auf die beknackte Idee, Pen’n’Paper wie ’ne Lehrveranstaltung aufziehen zu wollen. Jedoch ergibt sich dieser Effekt manchmal ganz von selbst. Der wichtigste Unterschied ist, dass eine pädagogische Veranstaltung im Kern immer auf eine Verhaltensanpassung abzielt, ganz gleich ob ich dabei „klassische“ Didaktik zum Einsatz bringe, Reform-Ansätze wie Montessori oder Waldorf oder gar ganz freies Lernen. Die Prozesse der Akkomodation und Assimilation werden überall, mehr oder weniger stark moderiert, wirksam! Allerdings sieht man die Wirkung immer erst mit Verzögerung. Daher ist es wichtig, gelegentlich bewusst zurückzublicken, auch wenn die Vergangenheit nicht nur schöne Dinge enthält. Wir Menschen sind ja sehr gut darin, schlechte Erinnerungen aufzubewahren. Eigentlich sollen sie uns davor bewahren, den gleichen Fehler zwei Mal zu machen. Na ja, wenn ich mir das mit der AfD so anschaue, funktioniert das mit dem Generations-übergreifenden Lernen noch nicht so ganz. Schwamm drüber. Für mich war es mal wieder an der Zeit, zurückzublicken. Und ich denke, dass bei weitem nicht alle Anstrengungen der letzten Jahre vergeudet waren. Bis die jungen Leute das erkennen können, müssen sie allerdings erst noch lernen, dass man niemals jaded werden sollte. Sondern immer hungrig auf das Neue bleiben. Auch, wenn man von der mentalen Couch in der eigenen Komfortzone gezerrt und mit potentiellem Scheitern konfrontiert wird. Genau dann lernt man etwas dazu. Jedenfalls ging es mir so. Denn jetzt bin ich mit meiner Arbeit der letzten Tage versöhnt. Sie war definitiv NICHT UMSONST, denn ICH bin daran einmal mehr gewachsen. In diesem Sinne – schönen Samstagabend.

Auch als Podcast…

Let’s take a little hike on the bullshit mountain…

Wir lieben unsere Sterotypen wirklich: die ANDEREN sind alle blöd, aber ICH bin toll! Derlei Geschwätz ist nichts Neues, der Wahrheitsgehalt immer noch genauso niedrig, wie letzte Woche, letzen Monat, letztes Jahrzehnt und die Auswirkungen evident, wie eh und je: Menschen tun dumme Dinge, weil sie sich a) für intelligenter halten, als den ganzen Rest, b) von der eigenen Kontrollillusion geblendet werden und c) Niederlagen und Fehler einfach nicht gut zugeben können. Ich mache da keine Ausnahme. Doch was nutzt uns diese Erkenntnis, wenn wir doch alle mehr als nur gelegentlich Opfer unseres wenig frommen Selbstbetruges sind? Ehrlich – ich habe keine Ahnung. Ich meine… ich rede immerzu von Selbstreflexion und gebe (vielleicht) kluge Ratschläge, aber am Ende des Tages liegen sie trotzdem wieder da: diese blöden Bäreneisen, die wir quasi automatisch auslegen, indem wir uns an Routinen, Erfahrung und der Überzeugung, unser Leben im Griff zu haben orientieren, anstatt zugeben zu können, dass chaotische Systeme nun mal chaotische Ergebnisse erzeugen, die sich nur mit einer geringer Wahrscheinlichkeit voraussagen lassen. Oder anders formuliert – wenn du denkts du denkst, dann denkst du nur, du denkst…

Brückenbau war schon immer wichtig…

Zu wissen, dass das so ist und entsprechend zu handeln, sind leider zwei Paar Stiefel! Das wahre Problem dabei ist, dass Interaktion innerhalb sozialer Gruppen aber auch zwischen sozialen Gruppen chaotische Systeme sind; und dass leider auch unsere Arbeitswelt und unsere Kunden Menschen sind, aus denen sozialen Gruppen entstehen. Schöne Scheiße, was…? Das macht aus „Vorhersagen“ zu irgendwelchen sozialen, aber auch zu geschäftlichen Entwicklungen eine hoch komplizierte und dynamische Angelegenheit. Die Fehleranfälligkeit ist enorm, was in der Folge zu einer grandiosen Ergebnisstreuung führt. Und sowas fürchten jene Leute, die immer noch glauben, jedwede Geschäftstätigkeit ließe sich minutiös planen. Insbesondere im Gesundheits-, Sozial- und Bildungssektor ist das allerdings schwierig; ich weiß das, denn ich stecke mittendrin. Leider hören die Money-People nicht immer aufmerksam zu, wenn die Spezialisten reden und tun meine Ausführungen manchmal wortwörtlich als „Folklore“ ab. Arroganz sieht leider, egal aus welcher Richtung aus, wie Arroganz; insbesondere dann, wenn sie die Fakten einfach ignoriert. Wer Spezialisten der Folklore bezichtigt, bewegt sich nämlich unversehens in den sehr gefährlichen Bereich der „alternativen Fakten“. Habe ich nicht neulich mal erwähnt, dass „alternative Fakten“ einfach nur das Ersetzen objektiv beobachtbarer Sachverhalte durch Gefühle zu diesen Sachverhalten sind? Wie dem auch sei, wir sind schon auf dem Aufstieg zum „Bullshit Mountain“.

Tatsächliches Vermögen und die eigene Selbstwirksamkeitsüberzeugung – auch schön darzustellen mittels Eigen- und Fremdwahrnehmung – bilden dabei eine Funktion, die, gleich ob wir das Ganze nun „Dunning-Kruger-Effekt“, „Bullshit Mountain“ oder „peak of dumb“ nennen, immer auf das Gleiche hinausläuft: um Sachverhalte tatsächlich mit der notwendigen Expertise beurteilen zu können, muss man erst mal seinen eigenen Hausberg der eitlen Selbstüberzeugung hinter sich lassen und das finstere Tal des Zweifels durchschreiten, um schließlich in den Bereich relativer Realitätsnähe kommen zu können. Und manchmal ist dieser zweite, eigentlich gar nicht so steile Anstieg so schwierig zu bewerkstelligen, dass man, Sysyphos gleich, immer wieder ins Tal des Zweifels kullert; sofern man den Bullshit Mountain überhaupt schon hinter sich lassen konnte. Und da habe ich bei so manchem Individuum so meine Zweifel. Ich werde allerdings auch nicht in Abrede stellen, dass man diese Funktion für verschiedene Dinge im Leben jeweils individuell bestimmen muss: Man kann ein recht kompetenter Koch sein, aber beim Umgang mit Geld jedwede Vernunft vermissen lassen. Man kann ein guter Pädagoge sein und dennoch manchmal seinen Affekten ausgeliefert. Man kann ein ausgewiesener Führungs-Spezialist sein und trotzdem keine Ahnung von strategischer Planung haben. Schön wäre es natürlich, wenn man in allem gleich gut wäre (bitte nicht gleich schlecht, das wäre übel); aber dem widerspricht der Umstand, dass wir Menschen eben NICHT perfekt sind vehement. Und ehrlich gesagt ist es auch besser, nicht nach Perfektion zu streben, weil das allenfalls dem Burn-Out Tür und Tor öffnet.

Daraus folgt aber, dass man einerseits seine Stärken ausbauen sollte, an seinen Schwächen im Rahmen des Möglichen arbeiten – und dass man andererseits bestimmte Aufgaben im Team lösen muss, weil ja keiner von uns alles kann. Und dass es dann essentiell wird, dass alle Team-Mitglieder gemäß ihrer Stärken gehört und respektiert werden. Ansonsten brauche ich kein Team. Klingt einfach – ist unglaublich schwierig, denn wo Menschen mit Menschen leben, lieben, arbeiten, da menschelt es; und zwar gewaltig. Diese Erkenntnis nutzt mir gegenwärtig gerade einen Scheiß, denn meine Toleranzgrenzen sind erreicht. Es ist nix mehr da – Zero, Null-Level, Battery empty. Was daraus folgt: keine Ahnung. Morgen ist Montag. Adios!

Auch als Podcast…

Erwachsen bilden N°49 – Verhaltensänderung…?

WER hat WAS getan? WARUM wurde es getan? WANN wurde es getan? WIE wurde es getan? Hat es etwas VERÄNDERT? Oder SOLLTE es überhaupt etwas verändern? Falls nein, was hätte es denn sonst tun sollen? Muss man diese Fragen überhaupt stellen…? Fragen über Fragen, die erst Sinn ergeben, wenn man weiß, worüber man hier gerade redet, oder? Denn manchmal ist eine reine Meta-Betrachtung weder angemessen noch hilfreich. Die Überschrift behauptet ja, dass es um Erwachsenenbildung gehen soll, und dann um Verhaltensänderung. Aber was hat das Eine denn nun mit dem Anderen zu tun? Ich glaube ja, dass man die Ziele seines Handelns immer im Auge behalten sollte. Nícht, weil der Opportunismus dies verlangt, sondern weil man ohne eine gute Karte nicht die richtige Ausrüstung dabei hat; oder anders gesagt, wenn ich nicht weiß, WAS ich WARUM erreichen will, wird es mit dem WIE auch schwierig… Ich stehe mal wieder im Wald hier und es gibt halt kein Altbier, weil man im Lehrsaal üblicherweise kein Ethyltoxin ingestiert. Wir sind hier ja nicht bei der Feuerzangenbowle, sondern – einmal mehr – im Praxisanleiter-Lehrgang. Und da versteht es sich von selbst, dass man sich an die Regeln hält. Schließlich sollen die angehenden Praxisanleiter ja später als Role-Models für Ihre Auszubildenden dienen können, nicht wahr…?

Einsamkeit…

Ich stieg nochmal neu in einen Gedankenpalast hinein, an dem ich schon eine Weile arbeite. Der Rohbau steht, die Fenster sind drin, das Dach ist dicht; aber es gebricht noch an der inneren und äußeren Darreichung. Will heißen, die Verständlichkeit und Übersichtlichkeit sind definitiv noch verbesserungswürdig. Denn der Sachverhalt ist genauso essentiell, wie er kompliziert zu erklären ist: wie hängen pädagogische Intervention und (gewünschte) Verhaltensänderung miteinander zusammen und wie gestaltet man den Lehr-Lern-Prozess dementsprechend Sach-, Situations- und Adressaten-adäquat? Klingt verdammt langweilig oder. Vor exakt dem gleichen Problem stand ich auch, denn das Thema ist, wie bereits erwähnt, auf den ersten bis dritten Blick wenig griffig. Der beste Weg, den ich bisher gefunden habe, besteht darin, die Leutchen mit dem Gesicht in ein Problem zu stoßen, ein gewisses Maß an Eigenbetroffenheit zu erzeugen und so (hoffentlich) Reflexionsprozesse anzustoßen. Will heißen, es ist doch eine Meta-Betrachtung, denn das, was auf der unten dargestellten Metaplanwand steht machte ich, während ich es erklärte – viel mehr kann man als Lehrkraft nicht die Motorhaube aufmachen, außer man sprengt sie ganz weg und unterlässt alles pädagogische Intervenieren ganz. Dann müsste ich mich aber auf die Macht des Zufalls verlassen; und darauf, dass die Motivation zum Verlassen der Komfortzone ganz von selbst entsteht- und DAS ist nach meiner Erfahrung im Schul-Setting weniger wahrscheinlich als ein Lottogewinn…

Manchmal klingen meine Ausführungen hier beinahe so, als wenn man alle Menschen im Lehrsaal wahlweise zu ihrem Glück prügeln oder verführen müsste; genau DAS ist natürlich nicht wahr! Meinen ganz persönlichen – und damit lediglich anekdotischen – Erfahrungen nach hängt das vom aktuellen Thema und der, hoffentlich dazu passend gewählten Herangehensweise ab. Genau deswegen verwende ich ja so viel Zeit darauf, den Methoden-Baukasten meiner Teilnehmer*innen in der pädagogischen Weiterbildung so gut wie möglich zu füllen und sie nicht mit einem wohlmeinend genuschelten „Das kriegt ihr schon irgendwie hin…“ im Regen stehen zu lassen. Interessanter Weise bringen die Meisten diesbezüglich schon einiges mit, was sie in der Zeit davor auch schon benutzt haben. Oft war die Nutzung solcher Methoden und Strategien instinktiv, vielleicht noch nicht ausgereift und eher generisch. Aber zumeist muss ich niemandem erklären, wie man etwas begreifbar machen kann, sondern eher die Sinne dafür schärfen, wie man möglichst alle Auszubildenden abholt. Oder, welche Lehr-/Lern-Hindernisse einen erwarten. In welche organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen unser Tun eingeordnet ist. Wie Lernen kognitions-psychologisch betrachtet funktioniert. Und – wie man vor Menschen spricht, ohne sich einen abbrechen zu müssen. Aber das ist alles Übungssache, wenn man sich nur darauf einlassen möchte. Die größte Kunst jedoch liegt darin, den angehenden Praxisanleitern*innen eine Haltung zu vermitteln; ein humanistisches Menschenbild.

Denn sich bewusst auf einen reflektierteren Umgang mit seiner Arbeitsumgebung und den Menschen darin einzulassen ist alles andere als einfach! Es erfordert einerseits die Resilienz, viel Ignoranz, Indolenz, Faulheit und Verweigerungshaltung zu erdulden. Andererseits aber auch den Schneid, Veränderung nicht nur zu fordern, sondern auch selbst vorzuleben. Dazu ist bei weitem NICHT jede*r gemacht. Deshalb finde ich es hoch achtbar, wenn sich jemand darauf einlässt. Okay, manche, die bei mir im Lehrgang aufschlagen, denken anfangs, sie wüssten schon alles und es wäre am Ende doch nur ein Papier, dass man halt erwerben muss, um die Zulage bekommen zu können. Ich versichere hiermit feierlich – jede*r, der mal bei mir im Praxisanleiter-Unterricht gesessen hat, konnte irgendwas mitnehmen, dass zumindest das Potential geschaffen hat, Denk- und damit Verhaltensprozesse zu verändern. Am Ende ist jedoch alles in der Erwachsenenbildung ein freibleibendes Angebot: ihr entscheidet, was ihr daraus machen wollt. In diesem Sinne einen schönen Samstagabend.

Auch als Podcast…

Der Storyschreiner N°7 – „Es ist noch kein…

…Meister vom Himmel gefallen!“ Ein altes Sprichwort, dass versinnbildlicht, dass es, um in irgendeinem Gebiet zu Expertise und Fertigkeit zu kommen, der Übung, der Erfahrung und des Überdenkens bedarf. Kann man, so glaube ich, einfach mal stehen und wirken lassen. Weil’s halt verdammt wahr ist. Mit DER Wahrheit ist das ja so eine Sache. Denn es gibt nicht die eine, sondern jeder hat seine eigene. Ich schrieb gestern über die Manipulierbarkeit, der wir durch dauernden Antisocial-Media-Konsum Tür und Tor öffnen. Das ist natürlich nur die eine Seite; auf der Anderen lauert allerdings die Erkenntnis, dass es sehr wohl Content in diesem Moloch gibt – also Nadeln im Heuhaufen und Perlen vor den Säuen – der individuell je beruhigend, inspirierend, stärkend und auf manch andere Art positiv wirken kann. Meine ganz eigene Wahrheit ist, dass ich die GEFAHREN, welche vom heute üblichen Modus Operandi des Medienkonsums ausgehen als wesentlich prägnanter wahrnehme, denn die Benefits für meine Kreativität. In der Folge suche ich – dem typischen Confirmation Bias folgend, wie viele andere auch – immer wieder ähnliche Quellen nach ähnlichen Begriffen ab. Zumindest so lange, bis mir klar wird, dass ich wieder an irgendeiner Stelle, vom eigenen Blick getunnelt falsch abgebogen und zu tief in Alice‘ Kaninchenbau getaumelt bin, um schon am Tisch des Hutmachers Tee zu trinken, anstatt selbst zu denken. Ach, wie schwach an Geist sind wir Kinder des Menschengeschlechtes doch bei Zeiten…

Piano Grand 2007 – ich will wieder dahin, dieses Jahr…

Geschichten zu erzählen bedeutet zuvorderst, im Rahmen seiner eigenen Wahrheiten zu arbeiten. Ich kann nicht für – oder gar in – den Kopf einer anderen Person schreiben! Zumindest nicht über das Bestreben hinaus, mit Bildern, Metaphern, Skripten zu arbeiten, von denen ich mir halbwegs sicher sein kann, dass sie in so gut wie jedem Menschen wirksam werden können. Wichtig an dem eben gesagten Satz ist das Wort „können“; stellt es doch die natürlich Einschränkung durch einen wirksamen Konstruktivismus dar, an dem ich beim Erzählen weder im Lehrsaal, noch beim Pen’n’Paper vorbeikommen kann. Die tatsächliche Arbeit des Autors, gleich in welchem Kontext er/sie tätig werden mag, besteht darin, die übergeordneten Themen sowie die Charaktere und deren Motive jemand anders auf der Basis eines COMMOMN GROUND verständlich zu machen. Dafür muss man diesen COMMON GROUND jedoch erst finden und zu nutzen lernen. Und das ist schon alles andere als einfach, wenn ich G’schichten aus’m Paulaner-Garten erzählen will – also aus dem Hier und Jetzt, mit dem wir alle mehr oder weniger Erfahrung haben. Kompliziert wird es, wenn ich versuche, dies in fiktionalen Geschichten greifbar zu machen, bei denen die Lebens- und Erfahrungswelt der Protagonisten unter Umständen verdammt weit weg von meiner eigenen sind.

Das Schöne an fiktionalen Erzählungen ist, dass jemand, der sich auf diese einlässt, dem Autor in aller Regel einen Vertrauensvorschuss in Form der WILLING SUSPENSION OF DISBELIEF einräumt. Damit kann man arbeiten; und solange ich diesen Vorschuss nicht als Romacier auf den ersten Seiten eines Buches oder als SL im ersten Kapitel einer neuen Pen’n’Paper-Kampagne verspiele, wird zumeist alles irgendwie gut. Allerdings ist es so, dass hier wieder das oben stehende Sprichwort greift. Matt Colville, ein Rollenspiel-Youtuber, SL und Game-Designer, dem ich schon ein paar Jahre folge, hat mal folgenden schönen Satz gesagt: „We develop taste, long before we develop skill!“ Und dass man bereit sein muss, es anfangs zu verkacken, weil man schließlich immer ein bisschen weniger verkackt, um am Ende ganz gut – mit viel Übung und etwas Talent sogar sehr gut – werden zu können. Wie verdammt recht er doch hat. Das gilt im Übrigen fast deckungsgleich auch für das pädagogische Handeln. Ich sage zu meinen Kollegen immer wieder, dass sie keine Ahnung haben, wie viele Ideen, Entwürfe, Ausarbeitungen ich im Lauf der Jahre in die Tonne gekloppt habe, weil sie bei der allerersten Berührung mit dem Feind nicht nur ein bisschen versagt haben (was laut Sunzi die Norm ist), sondern ZERMALMT wurden (was bedeutet, dass die Arbeit für den Arsch war). Nicht nur im Lehrsaal, sondern auch am Spieltisch…

Wichtig beim Umfallen ist das Wiederaufstehen! [Kurzer Exkurs: Man konnte in letzter Zeit häufiger lesen, dass ich durch meine workplace struggles im Moment mehr als nur ein bisschen depressiv bin. Das bedeutet jedoch NICHT, dass ich ich meine Arbeit als solche nicht mehr mögen würde. Im Gegenteil LIEBE ich meine Arbeit. Nur die Bedingungen, zu denen diese gegenwärtig zu erbringen ist, zermürben mich, weil manche Menschen nicht verstehen wollen, dass es mir NICHT nur um Kennzahlen geht, sondern um die Sache – und dass das die EINZIG RICHTIGE ART ist, eine solche Berufsfachschule zu führen, die nicht nur von strategischer Bedeutung für die Gesamtorganisation ist, weil sie halt junge Menschen ausbildet, die unser Gesundheitswesen dringend braucht, sondern weil wir eben diesen Menschen auch ein Mindset mitzugeben versuchen, das auf Weiterentwicklung unseres Gewerkes ausgerichtet ist. Denn so wie es ist, kann es nicht bleiben! Exkurs Ende]

Weitermachen, um besser werden zu können ist also nicht optional, sondern obligat! Was mir momentan fehlt, ist immer noch der Ausgleich. Ich komme nicht dazu, die Geschichten zu erzählen, die mich tatsächlich interessieren. Wenn etwas zu einer Muss-Aufgabe wird, killt das bei mir, zumindest nach einiger Zeit die Lust und damit auch die Kreativität. Die Bilder im Museum haben die Künstler bestimmt auch nicht gemalt, damit sie halt im Museum hängen und Menschen glauben, sie sich anschauen zu MÜSSEN, weil’s halt die Mona Lisa ist und man ja kultiviert sein möchte. Sondern weil diese Künstler die Hoffnung hatten, dass anderen Menschen ihre Kunst gefallen könnte, dass diese sie zum Nachdenken anregen und die Welt mit anderen Augen sehen lassen könnte. Kunst anzusehen ist keine Aufgabe, die man erledigen MUSS, sondern die Möglichkeit, den Ausdruck einer anderen Wahrnehmung der Wahrheit zu erleben, auf den man sich einlassen KANN, um etwas davon mitzunehmen. Andernfalls kann man sich den Museumsbesuch auch schenken. Denn aus dieser Auseinandersetzung entsteht neue Kreativität, vielleicht auch neue Kunst. Aber diese Auseinandersetzung braucht Zeit, Raum, Muse. Denn es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen… See you…

Auch als Podcast…

If I could save time in a bottle…

Wann ist DAS passiert? Wann ist WAS passiert? Hat irgendjemand mitbekommen, dass es passiert ist? Ist es wirklich passiert? Kann man nicht revidieren, dass ETWAS passiert ist? Wenn niemand da war, als es passiert ist, ist es dann wirklich passiert. Wenn ICH nicht dabei war, wie konnte es dann passieren? Passiert nicht gerade schon wieder etwas – ohne mich? Kann’s sein, dass gerade jemand mein Gehirn passiert hat…? Ich denke ich könnte noch ein Weile weitermachen, nur um ein paar Menschen die Gehirnwindungen mit passiertem Wort-Matsch zuzukleistern. Ungefähr so, wie Antisocial Media das den ganzen verfickten Tag über tut. Du schaust in irgendjemandes Account und siehst Bilder, bei deren Entstehung du SO VERDAMMT GERNE dabei gewesen wärst – einfach, weil die optische Verarschung namens Post-Bildchen so aussieht, als ob es toll, fun, chill, cool oder sonstwas gewesen wäre. Glaubt eigentlich irgendjemand, dass diese blöden Bilder etwas abbilden, dass der Realität auch nur nahe kommt? In dem Moment, da deine Netzhaut gereizt wird und sich das Bild in deinem visuellen Kortex wieder zusammensetzt, um an die sekundäre und tertiäre Sehrinde weitergereicht zu werden, unterliegt es bereits einer Interpretations-Leistung, weil diese höheren Sehzentren mit Wiedererkennungsmerkmalen arbeiten; also Abbildern von Erinnerungen! Und dabei werden natürlich auch diese Erinnerungen und die damit verknüpften Emotionen wieder nach oben gespült. Ist das ganze noch mit anderen Sinnesreizen verknüpft, brauchen wir zum Film auch schon Taschentücher, anstatt Nachos und Popcorn…

Today…

Neben Film und Fernsehen sind viele Instagramm-/TikTok-/Sonstwas-Posts extra dazu hergestellt, um a) aus der täglichen Masse an Content herauszustechen, b) Emotionen zu wecken und c) so zu verkaufen! Kapiert’s doch endlich: erfolgreiche Antisocial-Media-Kanäle sind einfach nur Konsumfallen. Aber selbst private Konten mit lediglich ein paar Hundert Followern haben so viel kuratierten Content, dass Originalität bestenfalls ein Abfallprodukt ist; und Authentizität meist ein Fremdwort. Die Channel-Chabos tun das, weil sie halt nach Aufmerksamkeit gieren, und jeder eine verfluchte Taschenwanze zur Hand hat, die es vermeintlich so einfach macht, mit dem Rest der Welt in Kontakt zu treten (wer ohne Sünde ist… ich nehme mich da nicht aus, nur dass ihr’s wisst!). Dabei verstecken wir uns alle doch nur hinter unseren Avataren und dem Bild, von welchem wir uns wünschten, dass Andere es von uns hätten. Leben im Konjunktiv! Und trotzdem… trotzdem scrollen wir uns tot, auf der Suche nach dem einen positiven Second-Hand-Kick, weil wir tief drin WISSEN, was die richtigen Bilder und Videos mit uns machen können. Klingt das nach besten Voraussetzungen für eine Sucht? Tja, dann habt ihr’s ja begriffen. Ich könnte diesen Post jetzt also mit einem Schulterzucken abschließen und ein schicksalsergebenes „Is halt so“ in meinen Bart seufzen. Oder wir reden noch ein bisschen darüber, warum das jederpersons Problem ist…. wollen wir?

Wenn Klick-hurende Instafluenzien, die irgendwelchen Kosmetik-Dreck, Fast Fashion, Billigschmuck, oder anderen, ranzigen Ein-Euro-Scheiß aus China bewerben der Kern des Problems wären, könnte man einfach Werbung auf Antisocial Media einschränken und fertig. Wird nur keiner tun, weil die betreibenden Konzerne damit ihr Geld verdienen. Meta, Alphabet und wie sie alle heißen, sind nur so groß geworden, weil die Werbung verkaufen. Und ja, auch die meisten Influenzeranzien sind einfach nur Webetreibende, die damit einen Haufen Geld verdienen, dass sie anderen Menschen Zeug verkaufen, dass JENE mit Geld bezahlen müssen, dass sie nicht haben, um es Anderen auf Social Media zu zeigen, die das überhaupt nicht interesssiert, weil DIESE viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Wer hier keinen Teufelskreislauf erkennen kann, soll doch bitte noch mal in die Grundschule! Doch die „Werbung“, die den größten Schaden anrichtet, ist jene für Feindbilder, welche die gezielte Verrohung unserer Sprache zum Ziel hat, betrieben durch die verdammten Faschisten, die eine langsame Drift unserer Gesellschaft anstreben; hin zu Kälte, Indifferenz oder gleich unverhohlenem Hass auf alles und jeden, den/die als anders wahrgenommen werden. „Das wird man jetzt doch wohl noch sagen dürfen“ ist dabei der Code, der darauf hinweist, dass jetzt etwas gesagt wird, dass man NICHT SAGEN KÖNNEN DÜRFTE, weil es nur dazu geamcht ist, irgendjemand aus dem breiten Spektrum derer, die als anders wahrgenommen werden zu verletzen, herabzuwürdigen, zu beleidigen oder sonstwie zu schädigen! PFUI TEUFEL!

Der überbordende Gebrauch von Antisocial Media macht uns indifferent gegenüber solchen Dingen. Denn es wird immer mehr Menschen einfach egal, das es andere Meinungen als die eigene geben könnte, weil die tatsächliche Macht des Wortes durch den unnötigen Konsum so vieler nutzloser Worte bis zur Unkenntlichkeit verwässert wird. Die eigene Meinung entsteht dann nicht mehr, wie es eigentlich richtig wäre, aus Wissen und Bedenken, sondern ganz und gar aus Gefühlen, die sich auf Antisocial Media so wunderbar erzeugen und steuern lassen. Das ist es, was der Begriff „alternative Fakten“ tatsächlich meint – nämlich Fakten durch Emotionen zu ersetzen, die viel leichter manipulierbar sind. Gesellschaften verändern sich auf dem Marktplatz des Diskurses, den wir „Öffentlichkeit“ zu nennen pflegen. Und dieser Marktplatz verändert sein Gesicht gerade hin zu einem Truppenübungsplatz, auf dem die Faschos schon mal ein bisschen Stechschritt üben, damit sich die Plebs wieder dran gewöhnen kann, dass es bald ein Viertes Reich geben wird. Oder was denkt ihr, was Typen wie Höcke wollen? Es würde unsere Leben reicher, authentischer, achtsamer und nachhaltiger machen, wenn wir auf dieses Antisocial-Media-Ego-Gewichse endlich ganz verzichten könnten. Und verbietet bitte endlich diese unerträglichen Influenzeranzien: insbesondere Fast-Fashion ist gelebte Umweltzerstörung, fördert Sklavenarbeit im globalen Süden und ist ein Treiber der Klimakrise. ALSO WEG DAMIT! Und was man mit der ganzen Zeit anfangen könnte, die man dann nicht mehr damit verschwendet, um auf seine überteuerte Taschenwanze zu glotzen. Dann müsste man sie auch nicht in einer Flasche aufheben. Friert wohl, denn es ist Winterwunderwochenende…

…da brauchen wir ’nen Berater!

Versucht euch auszumalen, dass ihr vorhabt, bzw. beauftragt werdet, ein kleines Unternehmen zu führen. Ihr seid Praktiker aus dem Fach- bzw. Dienstleistungsbereich, in dem das Unternehmen tätig ist, bzw. tätig werden soll. UND ihr verfügt nachweislich, neben der Fach-Expertise, auch über die Fähigkeit, analytisch-wissenschaftlich zu arbeiten. Was wird passieren, wenn ihr nicht auch zuällig Betriebswirt seid? Genau – irgendjemand, der Betriebswirt ist, wird euch erklären, wie ihr euren Job zu machen habt, damit man damit Geld verdienen kann. Das ist prinzipiell weder unmoralisch noch schädlich, denn Geld müssen wir alle verdienen, weil unser Wirtschaftssystem so beschaffen ist. Das Problem entsteht erst dann, wenn eure Primärziele (eine möglichst gute Dienstleistung erbringen) mit denen der Betriebswirte auf einer oder mehreren Ebenen konfligieren. Denn in aller Regel sind die Betriebswirte diejenigen, die in jedem Unternehmen darüber bestimmen, was wie wann getan werden soll – leider oftmals vollkommen fachwissensfrei oder gar systemagnostisch. Damit ist nicht die wirtschaftliche Betrachtung gemeint, sondern das ganze Drumherum, denn Menschen dazu zu befähigen, im beruflichen Kontext ihr volles Potential zu entfalten, braucht weit mehr als einen Paycheck: nämlich persönliche und systemische Entwicklungs- und Gestaltungsmöglichkeiten, sowie Wertschätzung. Doch viele denken da immer noch schwäbisch- ned geschennt isch g’nuug g’lobt – WAS FÜR EIN SCHWACHSINN!

Zu Ostern wieder in Südfrankreich sein zu können – das hält mich im Moment aufrecht…

Nun ja – In vielerlei Hinsicht sind Betriebswirte wie Ärzte – die glauben auch, nur weil sie ein Studium der Humanmedizin absolviert hätten, könnten sie alles: Personal führen, Projekte managen, Menschen unterrichten, Curriculi entwickeln, gesellschaftliche und systemische Entwicklungen beurteilen, etcpp; und ignorieren dabei völlig, dass man all diese Dinge üblicherweise von der Pike auf LERNEN / STUDIEREN MUSS. (Kleiner Hinweis – ein Handelsübliches Masterstudium Business Administration hat so um 120 CP – bei den meisten MBAs sind nur zwischen 10 – 15 CP davon in Human Ressources. Man darf froh sein, wenn die hinterher neben Schulz vonThun und vielleicht Watzlawick noch irgendwelche anderen Theorien GEHÖRT haben – von der PRAXIS will ich gar nicht erst anfangen… bei den Ärzten ist das übrigens nicht viel anders. Man erwartet, dass die Studierenden Social Skills mitbringen, bzw. während der Famulatur und des PJ schärfen; da das Tutoring jedoch bis heute – je nach Fakultät – Hit and Miss ist, wird das gelegentliche arrogante Arschloch, welches ohne soziale Eignung ins Studium drängt, viel zu oft hinterher immer noch eines sein!)

Besonders problematisch wird das Ganze, wenn irgendjemand auf die unselige Idee kommt, externe Berater in ein Unternehmen zu holen, weil irgendwas nicht so läuft, wie gedacht: denn deren häufigste Antwort auf finanzielle Schieflagen ist Cost-Cutting um jeden Preis. Vielen Dank dafür, dass dadurch nicht selten jede Initiative und Innovation im derart „beratenen“ Unternehmen erstickt werden. Ein artverwandter Bereich ist das sogenannte Coaching – eine Dienstleistungsbranche, die in den letzten Jahren auf Grund bedauernswerter Unterregulation (JA, SOWAS GIBT’S IN DEUTSCHLAND AUCH!) zu einem derart unübersichtlichen El Dorado windiger Abzocker, findiger Selbstvermarkter ohne kreative Substanz und waschechter Betrüger geworden ist, dass es schwerfällt, echte Hilfe/Beratung zu finden. Ich hatte mich neulich mal dafür interessiert, weil ich selbst mich gerne bilde. Allerdings habe ich davon Abstand genommen, weil es mir ehrlich gesagt ein wenig überzogen scheint, dass man selbst an staatlichen Hochschulen TAUSENDE von Euros dafür bezahlen muss, um als Pädagoge mit Grundausbildung und Berufserfahrung in den Bezugswissenschaften Kommunikations- und Kognitions-Psychologie, Soziologie und Erziehungswissenschaft seinen Horizont noch ein bisschen erweitern zu dürfen. Hier läuft irgendwas falsch. Insbesondere, wenn hochtrabende Studiengangs-Bezeichnungen wie „Systemisches Coaching“ NICHT zu einer geschützten Berufsbezeichnung führen… (WÜRG, SPEI!) Zumal diese „Dienstleistung“ oftmals unnötig ist. Ja, es gibt Situationen, in denen ein frischer Blick von außen hilft. Dafür muss man aber nicht notwendigerweise irgendjemandem einen Haufen Geld in den Rachen werfen.

Ich fände es, ganz im Gegenteil, extrem erfrischend, wenn man den Fachleuten eines jeweiligen Bereiches, sofern sie denn ihr Gehalt wert sind, auch das Vertrauen entgegen brächte, sie tun zu lassen, wofür sie eigentlich da sind. Und ich rede da keiner vollkommen unkontrollierten Vor-sich-hin-Wurschtelei das Wort; aber, wenn jemand sagt, so kann man es machen, so jedoch nicht, weil das 2. „so“ vielleicht auf dem BWL-Papier gut klingt, in der Realität aber aus unterschiedlichsten Sachgründen einfach nicht funktionieren kann, dann sollten die „Money People“ einfach mal die eigenen Vorstellungen von der Beschaffenheit der Welt – und manchmal auch das eigene Ego – beiseite lassen, zuhören und nicken. DAS würde so vieles besser machen! Ich werde jetzt nicht behaupten, dass ich weiß, wie man alles besser macht. Aber ich denke, eine solide Vorstellung davon zu haben, was in meinem Fachbereich geht – und was nicht. Und ich hatte in letzter Zeit häufiger den Eindruck, dass ich einfach nur gut aussehen und jemand anderes Ideen verkaufen sollte. Was zwei Probleme mit sich bringt: a) ich sehe nach aktuellen Maßstäben nicht besonders gut aus und b) ich bin kein sonderlich guter Verkäufer, wenn ich vom Produkt nicht überzeugt bin. Was mich dahin gebracht hat, mich zu fragen, ob ich als mein eigener Chef nicht doch besser dran wäre. Was ich aus diesen Gedanken mache, wird die Zukunft zeigen. Gerade jetzt ist meine Motivation, am Montagmorgen wieder in die Tretmühle zu steigen, allerdings erheblich eingeschränkt. Mal schauen, was der letzte Urlaubstag so bringt. Haltet die Ohren steif…

New Work N°15 – Let’s do this AI-thing…

Ich war heute Morgen in der Stimmung zum Cheaten, also habe ich Chat.GPT 3.5 gefragt worüber ich heute bloggen sollte. Natürlich habe ich das Ganze ein bisschen spezifiziert und den Auftrag auf den Bereich „Kreativität und AI“ eingegrenzt. Ich will euch die Ergebnisse nicht vorenthalten:

Exploring the intersection of AI and the creative process can be a fascinating and engaging topic for a blog post. Here are some specific ideas you might consider:

1) AI in Art and Design:

Discuss how AI is being used in various forms of art, such as visual arts, music, and literature. Explore specific examples and the impact AI has on creativity in these fields.

2) Creative Collaboration with AI:

Explore how artists and creators are collaborating with AI tools to enhance their work. Highlight case studies where AI has played a role in co-creating content with human artists.

3) AI and Writing:

Dive into the ways AI is influencing the writing process. Discuss AI-generated content, writing assistance tools, and the implications of using AI in creative writing.

4) Ethical Considerations:

Address the ethical concerns surrounding the use of AI in the creative process. Discuss issues such as attribution, ownership, and the potential for bias in AI-generated content.

5) AI Tools for Creatives:

Create a list of AI tools that can aid creatives in their work. This could include tools for generating ideas, enhancing designs, or even assisting with the editing process.

6) The Future of Creativity with AI:

Speculate on how AI might continue to shape the future of creativity. Discuss emerging trends and potential advancements in AI technology that could impact the creative process.

7) Challenges and Limitations:

Explore the challenges and limitations of integrating AI into the creative process. Discuss instances where AI may fall short and the ongoing efforts to overcome these obstacles.

8) AI and Innovation:

Discuss how AI is contributing to innovation in various creative industries. Explore how it's enabling new forms of expression and pushing the boundaries of traditional creative disciplines.

Remember to include examples, case studies, and practical insights to make your blog post informative and engaging. Additionally, consider incorporating visuals, such as images or infographics, to enhance the reader's understanding of the concepts you discuss.
Netzwerkblume… 😉

Chat-GPT 3.5 ist das frei verfügbare Tool, für dessen Nutzung man sich lediglich auf Open AIs Webseite registrieren muss, und schon taucht der Eingabeprompt auf. Was mich an den obigen Antwort am meisten fasziniert, ist die Tatsache, dass „Die Maschine“ in ihrer Vorschlagskiste auch, oder vor allem, die bereits kontrovers diskutierten Fragestellungen nicht ausklammert (siehe etwa Punkt 4). Nun sind wir noch eine Weile davon entfernt, dass künstliche Intelligenz ein eigenes Bewusstsein erlangt, aber die Tools, die irgendwann möglicherweise dazu führen werden, sind zum größten Teil bereits vorhabenden (schaut euch mal diese Simulation eines neuralen Netzwerkes an). Irgendwann wird jemand herausfinden, wie dieses sich kombinieren lassen, um den finalen Schritt zu gehen. Die wichtigste Frage, die keiner so recht beantworten kann oder will, ist jedoch: wird dieses neue Bewusstsein den Weg des Prometheus nehmen und uns Menschen als Vordenker und Bringer eines neuen Funken helfen, besser zu werden; oder doch den von Frankensteins Kreatur, die von blindem Streben getrieben anfängt zu töten, um schließlich ihre eigenen Fehler zu erkennen, und sich selbst ein Ende zu setzen. Wenn man so will, hat Mary Shelley diese Frage vor über 200 Jahren in ihrem Buch vorweg genommen. Manchmal lohnt es sich doch, die Klassiker noch mal neu zu lesen…

Ich glaube nicht, dass ich solche Fragen sinnvoll oder umfänglich beantworten kann. Da ich jedoch sowohl im Beruflichen als auch im Privaten ein Geschichtenerzähler bin, reizen mich die Möglichkeiten der aktuell verfügbaren Technik immens; und ich bin dabei bereit, wenigstens ein bisschen mit dem prometheischen Feuer zu spielen, denn die aktuellen Large Language Models – wie eben Chat-GPT – lernen ja durch die Interaktion mit Nutzern dazu. Will heißen, wir sind jetzt im Bereich des Beta-Testes angelangt, wo Nutzer durch die Interaktion das Maschinenlernen beschleunigen und befördern. Über die Frage, ob AI in der Arbeitswelt eine Rolle spielen wird oder nicht, sind wir längst hinaus. Der Geist ist aus der Flasche, die Büchse der Pandora offen – wie wir damit umgehen, wird darüber entscheiden, ob daraus Gutes erwächst, oder eben Unheil. Auch in der Kreativ-Branche, oder besser vor allem dort, wird derzeit heiß diskutiert, was das alles bedeutet; und doch nutzen laut einer Befragung bereits 83% der Beschäftigten auf die eine oder andere Art und Weise AI. Das soll nicht wie Zweck-Fatalismus klingen. Es ist eher eine Feststellung, dass wir Menschen schon immer sehr gut darin waren, neue Techniken zu entwickeln, diese zum Einsatz zu bringen – nicht selten gleich zur Waffe bastardisiert – um uns erst DANACH zu fragen, was wir eigentlich gerade getan haben. Der große Unterschied, etwa zu Oppenheimer und der Bombe ist, dass die Dinge HEUTE im großen Theater der antisozialen Medien und des dauerdurchbrennenden Hechel-Journalismus nicht ernsthaft diskutiert oder durchdacht werden, und trotzdem jeder eine Meinung dazu hat; unabhängig davon, wie gut oder schlecht informiert dieses auch ein mag. Denn Reichweite bekommen Informationen heute viel schneller als früher – allerdings auch die FALSCHEN Infos…

AI verändert bereits jetzt den Modus Operandi vieler Bereiche, ohne, dass wir uns tatsächlich schon die Mühe gemacht hätten, ernsthaft über Technikfolgen-Abschätzung zu reden, oder gar verbindliche Regeln für den Umgang mit den Chancen und Grenzen von AI aufgestellt zu haben. Wie so oft rennen Philosphie und Jurisdiktion der technischen Entwicklung hinterher, weil Ingenieure in blinder Begeisterung „einfach mal machen“. Offenkundig steht Mary Shelleys „Frankenstein oder der moderne Prometheus“ als Hinweis auf die NOTWENDIGE Reflexion eigenen Tuns, BEVOR man es tut bis heute nicht sonderlich hoch im Kurs. Wie ausgesprochen schade. Vielleicht lege ich meine Hoffnung einfach darein, dass es genug Menschen wie mich gibt, die „Der Maschine“ Empathie beibringen wollen, bevor sie dereinst dann endgültig – und leider nicht vollkommen zu Unrecht – auf uns Menschen losgehen wird. Welcome to SKYNET! Und viel Spaß in der neuen Woche,

VLOG 06 – Oldschool Teacher…?

Habe mich im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit mal wieder mit Methoden und Techniken auseinandergesetzt und bin dabei zu der Erkenntnis gelangt, dass Oldschool nicht immer schlecht sein muss, wenn man die IDee mit etwas technichem Einsatz „aufbohrt“ und in ein frisches Gewand kleidet. Wie wär’s heute zur Abwechslung mal mit ein bisschen Overhead-Projektor-Feeling? Enjoy.

Homestudio Productions Indie Edition… 😉

Bienvenue en Provence N°4 – Quoi faire…?

Wenn man so bei Regen im Ferienhaus sitzt, was diese Woche an zwei Tagen der Fall war, hat man Zeit, sich mit seltsamen Dingen zu beschäftigen. Einerseits bedeutet Müßiggang in diesem Falle, ein wenig die guten alten Storyteller-Muskeln zu flexen und sich mal wieder an One-on-One-Pen’n’Paper zu versuchen. Mein Take auf 80s-Mystery-Horror-Action ist ein wenig anders, als in „Stranger Things“ oder „Tales from the Loop“, lässt sich aber ganz gut an. Vielleicht mache ich daraus ’ne Kampagne, wenn ich noch ein paar andere Leute angespielt habe. Man wird sehen. Andererseits habe ich natürlich Blogposts geschrieben, gelesen – und Zeit im Internet verdödelt. In letzter Zeit spült mir Insta häufig irgendwelche Leute in die Timeline, die entweder a) ihre „Coaching-Lehrgänge“ für Leute anpreisen, die schnelles Geld machen wollen b) ihre Online-Plattform für „Coaches“ anpreisen, die schnelles Geld machen wollen oder c) ihr „Coaching“ für Leute anbieten, die – wie könnte es auch anders sein – schnelles Geld machen wollen. Scheint fast so, als wenn die Welt nur noch aus Tradern, Influencern, Coaches und Leuten besteht, die „irgendwas mit Medien“ machen; und es überdies kinderleicht wäre, schnelles Geld zu machen. Allen Leuten, die mit Traden schnelles Geld machen wollen, empfehle ich folgendes Buch „Eine Billion Dollar“ von Andreas Eschbach. Stellt für einen Eschbach erstaunlich gut globale Wirtschafts-Zusammenhänge dar; und erklärt nebenbei, warum unser Reichtum mittelbar auf der Armut des globalen Südens beruht.

Brücken sind in jeder Hinsicht ein Symbol für das Erschließen neuer Wege!

Ich habe das vermutlich auch noch selbst ausgelöst, indem ich mich neulich online über die Möglichkeiten einer Berater-Ausbildung informiert habe. Mir schwebte dabei die Idee eines kurzen Akademie-Studiums mit einem universitäten Zertifkat als Abschluss vor, und nicht der andere Schischi, den man sonst so erwerben kann. Aber, wenn überhaupt, erst in einer größeren Weile. Und jetzt habe ich dauernd diesen Mist in meiner Timeline. Ich habe kein Interesse an schnellem Geld! Ich habe Interesse an nachhaltigem persönlichem Wachstum, und ich möchte mich dabei mit Ideen und Konzepten auseinandersetzen, deren Fokus NICHT auf MONEY, MONEY, MONEY liegt. Ich sehe mich selbst als Ermöglicher, als Trouble-Shooter, als Wege-Aufzeiger, Brückenbauer und ja, auch als Berater. Ich bin Erwachsenen-Pädagoge, da gehören die vorgenannten Dinge, wenn man seinen Job ernst nimmt, automatisch zur Beschreibung. Und doch haben mich diese ganzen Posts zum Nachdenken gebracht. Ich meine – wenn man eine digitale Lernumgebung, die es Leuten ermöglicht, Dinge besser tun zu können für ein, die Subsistenz absicherndes Micropayment abieten könnte, und besonders Benachteiligten über ein Sponsoring Lernen kostenfrei ermöglichen könnte (und ich bin sicher NICHT der erste, der auf solche Ideen kommt), könnten wir Bildung wieder ein Stück weit demokratisieren. Denn genau der Mangel an Bildung und Teilhabe, der durch Armut entsteht ist es, der die Fundamente unserer Demokratie erodiert. Manche Dinge müssen ohne Zweifel Geld kosten, weil es nicht umsonst ist, sie zu produzieren, zu hosten und zu vertreiben. Aber meine Absicht wäre nicht, damit Unsummen Geld zu verdienen, denn ich habe einen guten Job. Aber vielleicht so viel, dass ich den guten Job irgendwann reduzieren und mich anderen wichtigen Fragen widmen kann.

Im Moment wälze ich einfach nur unreife und spinnerte Ideen, aber ganz sicher werde ich mich, wenn ich wieder etwas Zeit und einen Kopf dafür habe, um die Reifung jener eben beschriebenen Konzepte bemühen. Es erscheint mir die Mühe wert, weil es mein Weg sein könnte, der Gesellschaft etwas von dem zurückzugeben, was ich ihr verdanke. Und ich möchte diesen ganzen selbstdarstellernden Menschen auf Insta eines mitgeben: ihr mögt eure Motive hinter vielen wohlklingenden Worten verstecken, die Werte suggerieren; ich kann nur einen einzigen Wert erkennen, der euch wirklich interessiert: euch selbst. Und da gehe ich nicht mit, denn der schnellste Weg, viel für sich selbst zu erreichen, führt immer über den Rücken Anderer; ein Umstand, den ihr immer gerne unterschlagt, wenn ihr von euren „Erfolgen“ berichtet. Lasst uns doch stattdessen die antisozialen Medien zur Abwechslung mal wirklich für etwas soziales nutzen und Bildung demokratisieren, anstatt sie zu monetarisieren. Ich fänd’s gut! Und ihr so…?