Death-Dislike…

Nehmen wir mal an, Facebook würde einen Dislike-Button einführen. Erscheint geschmeidig, oder? Endlich könnte ich diesen ganzen Idioten, die mich Tag für Tag mit Katzenvideos und stumpfsinniger Nazi-Scheiße fluten mal zeigen, wie sehr mich das nervt. Sounds perfect, doesn’t it? Nehmen wir nun weiterhin an, dass das Nutzen dieses Dislike-Buttons dazu führen würde, dass derjenige, dessen Beitrag ich disliked habe plötzlich einen schlechten Schufa-Eintrag bekommt, deswegen seine Wohnung gekündigt wird, seine Kredite platzen und er mitsamt seiner Lieben auf der Straße steht. Vielleicht wird er sogar entlassen…? Oha, dass wollte ich aber gar nicht – oder vielleicht doch?

Die so genannte Volksrepublik China führt gerade in einigen Modellstädten ein Social Rating System ein, in dessen Punktevergabe zum Beispiel der Konsum kritischer Medien, Freundschaft zu Systemkritischen Individuen, oder gar eigenes abweichlerisches Verhalten zu Abzügen führen. Je niedriger das Rating, desto schwieriger ist an höhere Bildung, Arbeit, Kredite, Wohnungen zu kommen. Das bedeutet, dass nicht sozial erwünschtes Verhalten dazu führt, dass man alle Chancen verspielt, Teil der Gesellschaft sein zu können. Teilhabe ist überall auf der Welt von bestimmten Ressourcen abhängig und wenn ich nicht über diese verfügen kann, gibt es für mich keine Teilhabe.

Momentan fließen „nur“ Informationen aus verschiedenen Datenbanken ein, aber letztlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis es die Möglichkeit geben wird, andere Menschen direkt up- oder downzuvoten. Der Mechanismus ist einfach. Der Staat definiert in China, was sozialkonformes Verhalten ist, nicht jedoch, wie hier bei uns üblich, die Zivilgesellschaft. Wenn ich staatliche Sanktionen zu fürchten habe, die meine Teilhabe und meinen Wohlstand be- oder verhindern, überlege ich mir drei Mal, bevor ich etwas sozial (oder besser staatlich) nicht erwünschtes tue. Die Folge ist ein Klima der Angst vor Repressalien.

Das gibt es in China auch jetzt schon, doch so ein social rating system ist eine extrem perfide Methode, den Mechanismus der Unterdrückung weitgehend an die Unterdrückten outzusourcen. Denn indem ich den erst Wunsch nach Konformität und daraus resultierendem gesellschaftlichem Erfolg kultiviere und danach die Überwachung der Einhaltung der Spielregeln an die Spieler delegiere, spare ich mir einen Haufen Ressourcen. In dem Moment, da die Menschen an das gegenseitige up- und downvoting adaptiert sind, werden sie dessen Vorzüge für sie selbst entdecken. Unliebsame Konkurrenz? Da aktiviere ich doch mal mein individuelles Netzwerk und lasse einfach den Konkurrenten rausvoten. Und das ist nur eine denkbare Möglichkeit.

Man erzeugt dadurch eine weitgehende soziale Partikularisierung, die das Prinzip „divide et impera“ (teile und herrsche) auf perverse Art zu Ende denkt. Wenn meine Bürger damit beschäftigt sind, sich gegenseitig zu beobachten, zu beurteilen und gegebenenfalls zu denunzieren, brauche ich viel weniger Polizei etc., um sie im Zaum zu halten. Das tun die schon selbst. Schaurige Zukunftsvision; zumindest für mich!

Und was sagt uns das über Facebook? Man versucht die – immer wieder laut beschworene – Flut von Hasskommentaren einzudämmen. Was lediglich dazu führt, dass mehr Menschen versuchen auszutesten, was so an Provokation geht. Und der Algorithmus produziert weiter munter soziale Blasen und betreibt so gesellschaftliche Partikularisierung und das sogar ohne die Möglichkeit des Dislikens. Für mich ist Facebook seit jeher eine Wundertüte der Sozialbeobachtung, ein Biotop des eigentlich Undenk- und Unsagbaren. Wenn es nach mir ginge, würde man alle Regulierungsversuche gegen Hate-Speech einfach sein lassen, denn wenn der Pulverdampf sich hebt, haben die Kombattanten dann wenigstens Gelegenheit, sich mal richtig die Meinung zu sagen. Uns fehlt direkter gesellschaftlicher Diskurs. Wie oft tauschen Rechts und Links (wenn man politische Spektren echt so simpel denken will) denn tatsächlich Argumente aus und nicht nur Worthülsen ohne Inhalt?

Wir brauchen sicher keinen social death dislike wie in China; aber wir brauchen wieder echte Diskussion. Hart aber fair, wütend aber ehrlich, ohne denk- und sprechverbote. Sollen doch alle mal sagen, was tatsächlich ihre Meinung ist und dann sehen wir weiter. Ich denke, so ein klärendes Gewitter braucht unser Land dringender, als eine weitergehende Kriegsbeteiligung in Syrien. Schönen Tag noch…

Gemeinde-Notfallsanitäter…?

Auf Facebook zu diskutieren, ist weiß Gott nicht immer fruchtbar, doch in diesem Fall ist es ein muss, dass ich ein Statement veröffentliche, weil es mir am herzen liegt, darauf aufmerksam zu machen, dass das Gesundheitswesen der BRD ein grundlegendes Umdenken braucht und keinen konservativen Sachwalter à la Jens Spahn. Zur Erläuterung: es geht darum, dass in England Advanced Paramedics nach entsprechende Schulung per Gesetzesänderung jetzt auch Medikamente verschreiben dürfen. Artikel und Diskussion finden sich hier! Hier nun meine Replik:

Ich weiß wirklich nicht, warum speziell Vertreter unseres Berufsstandes so entsetzt tun? Es gab schon immer mehrere Gruppen innerhalb des RFP: Jene, die am liebsten ohne jegliches Tiefenwissen pharmakologisches Jugend forscht spielen wollen; jene, die am liebsten alle Verantwortung auf den Arzt abwälzen, aber trotzdem als Retter gefeiert werden möchten; jene, die sich einfach nur eine Nische gesucht haben, in der sie dachten, vom Rest der Welt nicht allzu sehr behelligt zu werden; und tatsächlich auch jene, die sich seit Jahr und Tag FREIWILLIG fortgebildet haben, an ihrem Horizont arbeiten und mit Bedacht an einer Verbesserung des Status Quo für das RFP gearbeitet haben.

Ich muss Ihnen sicherlich nicht erklären, das das Ergreifen heilkundlicher Maßnahmen einer geeigneten Schulung und einer Kompetenz-Delegation bedarf. Mehr habe ich oben nicht gesagt. Wie eine solche Ausbildung aussieht (z.B. die in GB) ist damit nicht ausgesagt. Dass ein NotSan ohne Zusatzausbildung nicht Verschreiber sein kann, versteht sich schon durch NotSanG §4, Abs 2, Satz c. Aber wo steht, dass diese Ausführungen der Weisheit letzter Schluss sind.

Demographischer und Gesellschaftlicher Wandel fordern in (von vielen) nicht geahnter Weise ihren Tribut an das Gesundheitswesen und es ist an der Zeit, quer zu denken, um geeignete Lösungen zu finden. Der so genannte Gemeinde-NotSan könnte Teil der Lösung sein. Und er wäre nicht ohne Präzedenz auf deutschem Boden; man denke bitte an die Gemeindekrankenschwester…

Und der ständige Hinweis auf die Anzahl der Tätigkeitsjahre im RD ist kein hinreichendes Qualitäts-Kriterium, um Ideen abzuqualifizieren. Denn der Satz, der weltweit die meisten Menschen umbringt lautet „Das haben wir schon immer so gemacht!“ „

Aus meiner Sicht ist damit alles gesagt.

Generation was-auch-immer…?

Menschen lieben Trends. Trends zu folgen gibt einem in einer (gefühlt) immer entgrenzteren Welt die Gewissheit (das Gefühl), irgendwo dazugehören zu können. Und das hilft doch bei der Bewältigung des Weltschmerzes, oder? Immerhin wissen wir ja seit dem nicht ganz folgenlos gebliebenen Buch von Ulrich Beck, dass wir in einer „Risikogesellschaft“ leben. Soziologen, die sich mit ihren Publikationen ins helle Licht der nicht-fachlichen Öffentlichkeit trauen, ergehen sich gerne in Gesellschafts-Diagnosen und legen ebenso gerne auch gleich einen Lösungsvorschlag bei. Wichtig zu wissen ist dabei, dass auch Geisteswissenschaftler Trends lieben – insbesondere, wenn man jeweils ihrem eigenen folgt.

So ist das mit den Bezeichnungen für so genannte Jahrgangskohorten. Ich zum Beispiel gehöre nach üblicher soziologischer Meinung zur Generation X! Wir wären die ersten (und vermutlich auch Einzigen), die ohne den Eindruck des Krieges, dafür aber in dauerhaft wachsendem, allgemeinem Wohlstand groß geworden sind, denkt man. Menschen im nahem Osten, Schwarzafrika und Südamerika mögen das tendenziell anders sehen, aber wenn wir schon wissenschaftlich arbeiten, dann bitte mit reiner Nabelschau, was scheren mich denn die Probleme der restlichen Welt in meinem Elfenbeinturm. Man mag mir meine Polemik verzeihen, denn im Allgemeinen habe ich wohl nichts gegen Soziologen. Manches, was sie beizutragen haben, hilft mir sogar bei meiner Arbeit. Aber so manches möchtegern-kluge Büchlein kommt da doch mit einer arg verkürzten Weltsicht daher stolziert.

Das gilt auch für diesen lächerlichen Trend mit der Generation Y. Man soll es „Generation Why“ aussprechen, weil die angeblich alles hinterfragen würden. Tut mir leid, aber wenn ich mir diese „Millenials“ oder „Digital Natives“ so anschaue und ihnen zuhöre, dann offenbaren nicht wenige von denen – speziell, wenn es um neue (soziale) Medien geht – ein überraschend großes Maß an Naivität im Bezug auf die reale Welt. Dazugehören scheint vielen da wesentlich wichtiger, als Dahinterschauen oder gar selber denken… Womit wir wieder beim Trend wären. Es scheint zum Zeitgeist zu gehören, mehr für sich zu fordern, seinen Wert zu reklamieren, zu widersprechen und Hierarchien anzuzweifeln. Warum das jedoch notwendigerweise so sein muss, diese Erklärung bleiben die Soziologen und auch die Vertreter der „Generation Warum“ selbst einstweilen schuldig.

Man könnte konstatieren, dass tradierte Formen des Sozialen sich überlebt haben, weil ja jetzt alles hip und chic und digital und so weiter ist. Wenn man moderne Periodika liest, fragt man sich schon, ob es irgendwo noch Orte gibt, an denen malocht wird – so ganz klassisch im Sinne von Wertschöpfung im Schweiße des eigenen Angesichts. Denn auch in einer Wissensgesellschaft gibt es Arbeit, die manuell erledigt werden muss; die Pflege zum Beispiel. Da gibt es flache Hierarchien schon recht lange. Lässt man seinen Blick eine Weile schweifen, findet man heraus, dass es jede Menge Jobs gibt, die auch heute noch so funktionieren, wie seit Jahrzehnten. Nicht weil es dort keinen Innovationswillen gäbe, sondern weil manche Dinge halt so sind, wie sie sind und die Neuerfindung das Rad nicht runder macht. Und dann kommt so ein Schwafler wie der hier daher und will mir weismachen, dass ich ein sauteures Kommunikations-Seminar brauche, um mit Menschen reden zu können, nur weil die nach 1990 geboren sind…? Echt jetzt?

Sorry, Leute, die Generation Y gibt es so wenig, wie fliegende Schweine ohne Katapult-Benutzung. Und auch, wenn der eine oder andere das jetzt nicht gerne hört: auch die so genannten „digital natives müssen“ sich mal daran gewöhnen, dass man Leistung zeigen muss, BEVOR man die Lorbeeren dafür ernten kann. Dass man sich auch einfach mal unterordnen können muss, weil es jemanden gibt, der über einem steht (und das vielleicht sogar mit gutem Recht) . Dass das abgefahrene neue Konzept für jemanden mit viel Erfahrung auch nix anderes mehr ist, als alter Wein in neuen Schläuchen. Und das das Rad an sich, so als Design betrachtet halt einfach schon saugut ist. Denn egal, in welchem Jahr ich geboren wurde – ein bisschen Demut hat noch keinem geschadet.

Ich sage nicht, dass wir keine Innovatoren brauchen, also Leute, die Dinge verändern (wollen). Doch bevor ich verändere, sollte ich mir darüber klar sein, mit welchen Mitteln, auf welchen Wegen ich welches Ziel erreichen will; und ob dieses Ziel eine Verbesserung des Status Quo darstellt. Und das kriegen Leute meiner Generation meist besser hin, weil wir halt ein bisschen mehr Erfahrung mitbringen. Und Tschüss, ihr Lappen.

Ich hör immer nur Gewalt…

…gegen Retter nimmt zu. Und dann werden irgendwelche Forderungen gestellt. Wahlweise will man Kameras in RTWs installieren. Oder man bietet Seminare zur Deeskalation an. Oder Selbstverteidigungs-Training extra für medizinisches Fachpersonal. Und die Gesetzte müssten ja auch noch weiter verschärft, oder wenigstens mal „richtig“ angewandt werden. Oder man bietet den Kollegen Stich/Schuss-sichere Weste an.  Und überhaupt tun immer alle furchtbar betroffen, wenn wieder mal etwas passiert ist, obwohl man doch schon an so vielen Fronten etwas für die Einsatzkräfte tut. Aus allen Ecken des Netzes kommen sie dann und wollen irgend so einen Menschen, der was sehr Dummes getan hat an ein brennendes Kreuz nageln – oder schlimmeres… Lest doch besser erst mal diese Studie im Detail.

Tatsächlich ist mit dieser beschissenen, geheuchelten Entrüstung niemandem geholfen, denn wie wahrscheinlich ist es, dass irgendein verbal-aggressiver Netz-Troll in persona dazwischen geht, wenn irgend ein Mensch mal wieder was Dummes tut…? Genau – die geht asymptotisch gegen Null! Schauen wir uns also mal die ganzen anderen Strategien an: Wie war das noch mal mit Kameras? Die reduzieren die Gewaltbereitschaft des Gegenübers? Da sind verschiedene Forscher anderer Meinung! wird immer noch diskutiert, doch zu abschließenden Ergebnissen ist man noch nicht gekommen. Ergo: untauglich! Die Gesetze wurden bereits verschärft. Hier weiter zu diskutieren: untauglich!

Kommen wir zu Selbstschutz- und Selbstverteidigungs-Maßnahmen: Eine solche Weste ist beengend, sie bietet nur für einen sehr begrenzten Teil des Körpers Schutz und sie steigert das Aggressionspotential der Patienten und der Bystander, da es zu einer Gleichsetzung von Rettungskräften mit den Mitgliedern der Sicherheitsbehörden kommt. Gegenüber Polizisten gibt es nachgewiesenermaßen ein erhöhtes Aggressionspotential. Nicht mehr als Helfer sondern als Bedrohung der persönlichen Autonomie wahrgenommen zu werden macht es nicht leichter, mit dem Patienten ins Gespräch zu kommen.  Überdies vermitteln die Westen – genauso wie viele Selbstschutz-Kurse – ein trügerisches Gefühl der Sicherheit. Das Maß an Schutz, welches Gadgets und die vermeintlich durch 2x8h Training erworbene Souveränität im Umgang mit Konfliktsituationen bieten wird im Vergleich zu den tatsächlichen Risiken deutlich überschätzt. Insbesondere von unerfahrenen Anwendern. Im Ergebnis steigt die Bereitschaft, sich Konfliktsituationen auszusetzen, ohne tatsächlich dafür gewappnet zu sein.  Ich weiß, dass speziell die Anbieter von Kursen oder Schutzartikeln wie Westen und Pfefferspray (im übrigen privat nicht für den Gebrauch an Menschen zugelassen) das tendenziell anders sehen, da ihr Geschäftsmodell davon abhängt. Das ändert jedoch nichts daran: UNTAUGLICH!

Womit wir bei Deeskalation wären. Mit Verweis auf die eingangs verlinkte Studie lässt sich etwas plakativ sagen, dass es an Samstag-Abenden im Zusammenhang mit Alkoholkonsum durch junge Männer zu einem deutlich erhöhten Gewaltpotential kommt. Das war vor 20 Jahren auch schon so und sollte niemanden verwundern. Was mich verwundert ist, dass in diesen 20 Jahren meine Kollegen anscheinend nur wenig im bereich der sogenannten Soft-Skills dazu gelernt haben. Die heißen deshalb so, weil man bei korrektem Gebrauch derselben nicht auf die Schnute bekommt! Und genau da, scheint es zu fehlen. Zweifelsohne sind manche heute Gewaltbereiter; Aufrüstung des Rettungsfachpersonals zu Para-Police-Officers ist allerdings – zumindest meiner bescheidenen Meinung – nach die falsche Antwort darauf.

Und ja, dieser Artikel ist kein Aprilscherz, ihr Lappen…

Oh nein, ein Einsatz zum Schichtende…

…daran werde ich sterben! Echt jetzt? Also mal so ganz im Ernst: echt jetzt? Ich arbeite seit über 24 Jahren im Rettungsdienst. Erst als Zivi, dann während der Weiterbildung zum Rettungsassistent nebenbei, um etwas Kohle extra zu verdienen. Und schließlich seit dem Erwerb der Berufs-Urkunde immer in unbefristeter Festanstellung 100%. Ja, ich hab auch noch mein Upgrade zum Notfallsanitäter durchlaufen und nebenher ein Hochschulstudium abgespult. Ich weiß, dass Zeitmanagement ein extrem kritischer Faktor ist und ich mag meine Freizeit durchaus sehr gerne. Ich weiß aber auch, das von nix halt auch nix kommt.

Mein Arbeitsethos habe ich von meinem Vater mitbekommen. Und dafür bin ich Ihm bis heute dankbar. Denn er hat mich gelehrt, dass Einsatz sich lohnt, auch wenn man es vielleicht nicht auf den ersten Blick sieht. Nun arbeite ich in einem Job, in dem andere Menschen auf mich zählen (müssen), weil sie meine qualifizierte Hilfe brauchen. Mir ist durchaus bewusst, dass der Anteil der so genannten Bullshit-Einsätze (RTW mit Signal zum eingerissenen Zehennagel, klingt überzogen, gab’s aber schon) in den letzten Jahren überproportional zugenommen hat. Man könnte jetzt darüber räsonieren, warum das so ist, doch das ist Stoff für einen anderen Post.

Worauf ich hinaus will ist Folgendes: auch wenn der Calltaker auf der Leitstelle sein bestes gegeben hat, ist bis zu dem Moment, da ich den Patienten das erste Mal selbst in Augenschein nehmen kann oft unklar, ob es sich um einen Notfall handelt, oder nicht. Am Telefon passieren Dinge (ich bin selbst seit über 13 Jahren auch auf Leitstellen tätig), die man niemandem erklären kann, der das nicht mal selbst miterlebt hat. Deshalb bedeutet die Alarmierung zum Notfall in aller Regel, dass jemand ein, für ihn selbst dringendes, Hilfeersuchen geäußert hat. Ob das nun gerechtfertigt war, oder nicht, kann man ex post von Fall zu Fall gerne auch mal ausführlich diskutieren. Ex ante jedoch gilt es, bis zum Beweis des Gegenteils, als Notfall. Auch 3 Minuten vor Feierabend.

Insbesondere 3 Minuten vor Feierabend! Es entspricht leider mittlerweile aber den üblichen Gepflogenheiten vieler, vor allem jüngerer Kollegen, über jede Alarmierung im Pausen-Korridor oder kurz vor Schichtende zu diskutieren – sogar am Funk. Und das geht gar nicht! Wenn ein Calltaker eine Situation als Notfall einstuft, hat er dafür in aller Regel einen Grund. Und auch wenn jedem Dr. House’s Diktum im Ohr liegt „Menschen lügen!“, ist es nicht meine Aufgabe, weder auf der Leitstelle, noch im Fahrdienst, Menschen Lügen zu unterstellen, um einen Einsatz im Interesse der Kollegen herunterzustufen. Wenn meine Mutter wegen solchen Verhaltens Schaden erleiden sollte, kriege ich den Typ; und er wird keinen Spaß mit mir haben!

Und genau das ist die Prämisse, nach der man in diesem Beruf eigentlich handeln sollte: es geht um Menschen, die auch genauso gut Freunde oder Verwandte sein könnten und deren Leben oder Gesundheit in dem Moment als bedroht gilt. Was ist daran so schwer zu verstehen? Mein Arbeitsethos sagt, auch wenn mir die Knochen von einer anstrengenden Schicht schon weh tun mögen, dass Hilfe zu leisten die Verpflichtung ist, welche ich durch meine Berufswahl und die Unterschrift auf dem Arbeitsvertrag eingegangen bin. Daran sollten sich nicht wenige Kollegen noch einmal erinnern!

Ohne Frage passieren Fehler. Und ohne Frage sind manche Einsatzmeldungen diskussionswürdig – nachdem der Einsatz abgearbeitet wurde! Denkt mal drüber nach, Kollegen. Schönes Fest noch…

Everybody needs somebody…

Ich war gestern Abend schön einen trinken. Mit einem lieben Kollegen und Kumpel, mit dem ich einerseits über den Job aber auch über ganz mundane Dinge wie essen, trinken, Lebensraum gestalten, etc. reden kann. Es gibt ein paar Leute in meinem persönlichen Dunstkreis, mit denen man ganz locker einen langen Abend weginhalieren kann, ohne dass Langeweile oder gar genervt sein aufkommt. Er gehört definitiv dazu.

Es erscheint wohl auf den ersten Blick egoistisch, wenn zwei Typen abends alleine einen saufen gehen (so schlimm war’s nicht, wir sind immer noch locker zu Fuß nach Hause gekommen und meine Gattin war noch wach); hockt doch die arme Gattin/Freundin alleine, ganz ohne Entertainment zu Hause… Ja ne, is klar; und die haben auch keine Ahnung, wie man sich selbst unterhält, ne?

In einer Beziehung, insbesondere, wenn diese länger als drei Monate halten und damit den Hormon-Sturm überleben soll, kommt es stets darauf an, einerseits über alles mögliche miteinander im Dialog zu bleiben, andererseits aber auch die richtige Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden. Jeder von uns braucht ab und an seine kleinen Fluchträume, seine Möglichkeiten zum Ausbrechen, seinen ganz privaten geilen Shit, um die Batterien auffüllen und das Leben am Laufen halten zu können. Und ich will ganz ehrlich sein: über mein Business (Blaulicht, Blaulichtfuzzis ausbilden und so) kann ich besser mit jemandem reden, der’s halt gut kennt; im gegebenen Fall sogar aus mehreren Blickwinkeln.

So jemand, mit dem man einfach mal einen Abend gediegen verschwenden kann – zumindest könnten irgendwelche im akuten Selbstoptimierungswahn befindlichen Honks das unterstellen, immerhin werden kostbare Stunden einfach so ver(sch)ludert – so jemand braucht jeder Mensch. Und solche Zeiten, in denen ich nicht irgendjemandes Agenda hinterher laufen muss, brauche ich auch. Vor allem, weil es meist nicht meine eigene Agenda ist.

Für mich ist das eine entscheidende Komponente von Lebenszufriedenheit. Von mir aus könnt ihr es auch Glück nennen; das Kind braucht ja einen Namen. Was es jedoch nicht braucht, ist ein teures Ratgeberbüchlein, das mir erzählt, wie ich meine Tage mit mehr Sinn fülle. Oder einen Coach, der meine Work-Life-Balance optimiert. Ich fülle meine Tage lieber mit mehr Leben, da ergibt sich der Sinn ganz von selbst. Und für meine Work-Life-Balance reicht mir heutzutage das, was schon mein Vater wusste: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. in diesem Sinne: (F)Rohe Ostern…

Kunst? Schon wieder…?

Was ist Kunst? Blöde Frage, ich weiß, denn oft genug erscheint es so, als wenn Kunst alles wäre, was ein findiger, Erfolgsorientierter Mensch dazu bestimmt, um ein Preisschild dran hängen zu können. Mir ist auch bewusst, dass den meisten Menschen das Nachdenken über diese Frage zu mühselig ist, weil sie (leider) denken, dass Kunst etwas der Welt entrücktes, lediglich für die, an Hochkultur interessierten Eliten greifbares wäre. Dem muss ich entschieden widersprechen. Nicht, weil ich meine Umwelt mit Kulturtheorie langweilen möchte, sondern weil es mir im Kern um die Frage geht, was Kunst eigentlich alles darf – und warum?

Adorno und Horkheimer beschreiben in Ihrer Dialektik der Aufklärung des Prozess so: der Mensch hat sich die Natur Untertan gemacht. Sieht man ja daran, dass wir unsere gesamte Umwelt nach und nach im Namen der Profit-Generierung zerstören. Im langen Verlauf dieser Untertan-Machung hat der zivilsatorische Mensch seine ursprüngliche Verbindung zur Natur (man denke z. B. an die Yanomami) verloren. Immerhin denken heute nicht gerade wenige Grundschüler, dass Kühe lila wären. Kunst kommt die Aufgabe zu, dieses Verhältnis zu unserer eigentlichen Herkunft, also zur Natur wieder zu vermitteln. Mimesis ist der zugehörige Begriff und meint eigentlich, dass die Kunst das Leben imitiert. Oscar Wilde war anderer Meinung, er meinte, dass das Leben die Kunst imitiere. Kann man drüber streiten. Klar ist jedoch, dass zwischen unserer Kunst und unserer Herkunft ein Zusammenhang besteht.

In der letzten Zeit geraten immer wieder bzw. häufiger klassische Kunstwerke in die Diskussion, weil man Ihre Schöpfer dem Vorwurf des Sexismus oder Rassismus aussetzt. Und gewiss sind Begriffe wie Neger o.Ä. heute nicht mehr verkehrsfähig, wie vor 100, 200 oder auch mehr Jahren. Ebenso sicher ist die Darstellung der Frau als unterwürfiges Wesen nunmehr ein Anachronismus. Aber genau diesen Zusammenhang lassen viele Bilderstürmer außer acht: Kunstwerke müssen in ihren historischen und kulturellen Kontext eingeordnet werden, um begreifbar machen zu können, was damals anders war und welche Entwicklung wir seitdem durchlaufen haben – oder auch nicht. Die Künstler waren jeweils Kinder ihrer Zeit und diese Tatsache einfach zu vergessen, um sie als was-auch-immer-feindlich beschimpfen zu können zeugt von einem sehr statischen Kulturverständnis. Kultur war ist und bleibt jedoch stets ein Prozess, ein „work in progress“, eine beständige (Ver)Wandlung.

Ich sage: Kunst darf, was Kunst muss, um Spiegel einer jeweiligen Epoche zu sein! Ein Spiegel nicht nur zur (Selbst)Reflexion für jeweilige Zeitgenossen, sondern vor allem auch eine Dokumentation der Kultur und ihrer laufenden Entwicklung für die nachfolgenden Generationen. Würden wir alles im Sinne unseres Zeitgeistes bereinigen, beraubten wir nachfolgende Generationen einer vernünftigen Basis, um ihre Vorgänger einordnen und beurteilen zu können. Wenn wir wollen, das folgende Generationen noch etwas dazu lernen können, lassen wir die Dinge tunlichst, wie sie sind. Was indes weder von der Pflicht noch vom Recht enthebt, eigene Kommentare beizufügen, sofern ein Kunstwerk kommentierungsbedürftig im Sinne unseres Zeitgeistes ist.

Schwere Kost für’s Wochenende? Mitnichten. Kunst, das sind ja nicht nur irgendwelche verstaubten Bilder oder Plastiken, usw. in Museen. Kunst ist auch die Musik, die wir hören, die Filme, die wir sehen, die Bücher, die wir lesen (damit sind bewusst auch die aktuellen Charts/Blockbuster/Bestseller gemeint). Eine Unterscheidung zwischen Hochkultur und Gemeinkultur ist insofern unzulässig, als Beides Ausdruck der jeweiligen Zeit ist. Über das Thema Kulturindustrie will ich aber ein anderes mal sprechen. Bis dahin eine gute Zeit!

 

Kommunikativ korrekt, Digga!

Political Correctness! Kommt aus Amerika und bei weitem nicht alles, was von da kommt ist schlecht. Ha ha, mal wieder einen billigen Ami-Witz gerissen. Oh Mann, mein guter Freund, der echte Jersey-Boy wird’s mir heimzahlen. Aber das musste jetzt sein. Denn im Heimatland ist political correctness eine höchst umstrittene Angelegenheit. Das ursprüngliche Anliegen, auf die sprachliche Diskriminierung von Minderheiten aufmerksam machen zu wollen, bzw. dem entgegen treten zu wollen, könnte man ja durchaus unterstützen. Wie’s im Leben aber halt so geht, gibt es immer jemanden, der es übertreibt und aus dem guten Anliegen, Menschen nicht verbal stigmatisieren zu wollen ein dogmatisch entgleistes Recht zur Bevormundung Andersdenkender ableitet.

Die Linken haben damit angefangen und den Rechten somit aus Versehen Munition geliefert, sich selbst als diskriminiert darstellen zu können. Ist das nicht geil: ich will Minderheiten nicht diskriminieren, also versuche ich die Mehrheit mit Regeln zu gängeln, die als Diskriminierung empfunden werden können und anderen Argumente liefern, die Regeln abzulehnen. Sowas nennt man im Fußball ein Eigentor!

Ebenso, wie man früher, gemäß Godwin’s Gesetz bei so gut wie jeder Online-Diskussion damit rechnen musste, dass irgendwann jemand die Nazi-Keule schwingt, wenn er keine Argumente mehr hat, darf man heute damit rechnet, dass irgendwann so ein kleiner Scheißer aus seinem Loch gekrochen kommt und einen der mangelnden political correctness bezichtigt. Dass Sarkasmus, Satire und Polemik allerdings schon sehr lange Zeit zum herkömmlichen Repertoire öffentlicher Auseinandersetzungen gehören, wird dabei gerne geflissentlich übersehen. Natürlich gilt auch beim verbalen Schlagabtausch im öffentlichen Raum der kategorische Imperativ; nichtsdestotrotz muss man so einiges aushalten können, wenn man sich in frei zugängliche Arenen des Diskurses wagt.

Oder auch nicht? Denn wenn ich mich von dieser Keule nun schlagen lasse – heiße sie denn Nazi-, oder Political Correctness-, oder Chauvinismus-, oder Sonstwas-Keule – und gebe den kleinen Scheißern, was sie von mir wollen, stirbt meine Stimme. Weil ich sie nicht mehr so erheben kann, wie es meiner Meinung gemäß correct wäre. Das nenne ich eine Einschränkung meiner Meinungsfreiheit. Und die ist nach §5 GG immer noch ein Grundrecht!

Ich bin fern davon, die Errungenschaften der Emanzipation – nicht nur der Frau, sondern auch vieler Minderheiten – in den halbwegs entwickelten Nationen auch nur ein Jota zurückdrehen zu wollen. Im Gegenteil sehe ich im Gender-Pay-Gap in manchen Branchen, in Alltags-Sexismus, in so vielen kleinen Benachteiligungen große Probleme, die unsere Modernen Gesellschaften daran hindern, ihr volles Potential zu entfalten.

ABER… nur im freien Streit können wir herausfinden was wichtig und richtig ist. Im Kleinen, wie im Großen. Und ein Zuviel an political correctness wirkt meiner Meinung nach wie ein Denkverbot. Wenn heutzutage in der BRD von Denkverboten gesprochen wird, schreien gleich alle „NAZI“, aber tatsächlich denken insbesondere die Linken, die ja immer für sich reklamieren, so intellektuell zu sein viel zu wenig über die Regeln, Gewohnheiten, Stereotypen und Regeln des Alltags hinaus, um noch wirklich tragfähige Konzepte für eine bessere, gerechtere Zukunft unserer Gesellschaft finden zu können. Und das macht mich traurig; denn ich bin links, politisch unkorrekt und verdammt noch mal stolz drauf!

Schönen Tag noch…

Ein schlechter Monat?

Ja, das war der Februar in vielerlei Hinsicht. Zu viel Arbeit, zu viel Stress, zu viele Dinge, die halbgar getan werden mussten und Stress mit Kollegen, die meinen, sie wüssten alles besser. Mag manche Dinge im Leben betreffen, ist jedoch, abhängig von der Darreichungsform manchmal unfair, unhöflich, oder auch mal einfach unmöglich. Schwamm drüber. Die Klippen sind umschifft, der Kollege mag mich nicht mehr (und wähnt sich immer noch als Sieger), was mich ehrlich gesagt nicht mehr interessiert und auf der Habenseite kann ich ja auch noch ein paar Dinge verbuchen: ich konnte endlich wieder einem meiner Lieblings-Hobbies frönen, hatte mehr als einmal lieben Besuch, habe ein Familienfest unbeschadet überstanden und spüre endlich, dass nach dem Ende des Studiums mehr Leben anstatt Arbeit in meine Tage kommt!

Shit – und ich muss feststellen, dass mir die Produktivität so in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass ich schon wieder nach neuen Projekten schaue. Und natürlich nach einer Möglichkeit meine – wenn auch geringen –  akademischen Meriten in gegenwert umzumünzen. Wollen mal sehen, was das für meine Arbeitsstelle bedeutet…

Hätte ich im Februar etwas mehr Zeit gehabt, hätte ich mich natürlich zu dem unwürdigen und  unsäglichen Gezerre um die potentielle nächste GroKo äußern müssen! Oder? NOT! Diese Witzfiguren haben abgewirtschaftet. Ich glaube, dass die alten Parteien durchaus gutes Personal zu bieten hätten. Jedoch nicht jene Abziehbilder, die jetzt wieder rumwurschteln. Daher mein Votum als Soze: NO GROKO! …’nuff said!

Muss es immer Politik sein? Es gibt doch so viele Themen, die nicht nur mich interessieren und über die zu schreiben nebenbei auch noch vielmehr Spaß bereitet. Weil’s keine Allerweltsdinge sind, über die man in den gängigen Massenmedien eh zu Tode informabuliert und kommenterrorisiert wird. So viele glauben, so viel zu sagen zu haben und bewegen doch nur heiße Luft! Da muss ich doch nicht auch noch mitmachen, oder? Gilt übrigens auch für den transatlantischen Scheiß und die Neo-Nazis in blau. Viel zu viel, Bohei um Deppen, die ohne Plan nicht mal den Weg zum Scheißhaus finden, um dort ihren Dreck abzuladen, anstatt ihn ungefiltert IN YOUR FACE zu blasen…

Weiß nicht, ob ich diesen Monat mein selbst gestecktes Ziel von 8 – 10 Artikeln schaffe. Immerhin habe ich zur Abwechslung mal wieder am 01. angefangen. Gutes Omen, gell. Daher kündige ich, um mich jetzt selbst ein bisschen unter Druck zu setzen für die nächsten Tage was zu den Themen „Political Correctness“ und „Was darf Kunst?“ an. Wir lesen uns.

Ey Kollega…!

Ich kann mit jedem arbeiten; nun ja ok, mit fast jedem. Allerdings ist es mit manchen wie ein Rock’n’Roll-Konzert und mit anderen eher wie Stehwalzer beim Seniorencafé. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle mal darauf hinweisen, dass ich Rock’n’Roll deutlich bevorzuge. Das bedeutet für den einen Ort, an dem ich nicht so gerne arbeite, dass ein dezenter Blick in die Runde genügt, um zu wissen, wie die Schicht wird. Sehe ich gewisse Fratzen, könnte ich manchmal echt kotzen vor Glück!

Die Chemie zwischen Menschen ist ja sehr individuell. Unser limbisches System ist seit Hominiden-Zeiten auf das Erkennen von Gefahren getrimmt, was dazu führt, dass wir jeden, dem wir begegnen unbewusst diesbezüglich analysieren. Jeder kennt das: man trifft jemanden das erste Mal und es bildet sich sofort ein Eindruck; es gibt halt badische und unsymbadische, sagt man hierorts. Einerseits gibt’s für den ersten Eindruck keine zweite Chance, andererseits ist unser limbisches System ein kleiner Penner: hat es sich mal eine Meinung gebildet, ist es sehr schwer, diese zu revidieren.Selbst, wenn es gute Gründe dafür gäbe.

Nun gilt für Kollegen das gleiche, wie für Familie. Im Gegensatz zu meinen Freunden und meiner Frau kann ich mir die nicht aussuchen. Was dazu führt, dass die Arbeit auch mal zur Qual werden kann. Da fragt man sich dann schon mal: kann man dagegen etwas tun? Wenn ich ehrlich bin: NEIN! Ist aber auch nicht so schlimm, denn es ist nur Arbeit und die geht vorbei. Aber ich kann meine Gefühle  konditionieren. Gleichgültigkeit ist zwar vielleicht für den Rezipienten uncharmant, aber mir hilft sie ungemein weiter. Denn wenn ich einfach nicht zulasse, dass mich die Fratzen meiner Kollegoiden schon zu Schichtbeginn jucken, geht mein Tag viel leichter vorbei. Das ist zwar nicht leicht, aber mit Übung wird es leichter. Und wenn die Netten da sind, habe ich auch noch was worüber ich mich richtig freuen kann.

Selbstbetrug ist geil, oder? Ich löse das Problem der Low-Performance, Indolenz, Trägheit und Blödheit mancher Menschen sowieso nicht, weil das schlicht nicht möglich ist. Ich spiegele es einfach nur und warte ab. Ist mittlerweile oft besser als Fernsehen kucken. Und was macht ihr so mit euren „Lieblings-Kollegen“?