Digitales Schreiben ist schlechter?

Ich las neulich einen Artikel auf Zeit Online, der davon handelte, dass man mit der Hand schreiben müsse, um seine kognitiven und motorischen Fertigkeiten zu trainieren. Da stand, das handgeschriebene Texte stilistisch und argumentativ prägnanter wären, weil man sich mehr Zeit zum Überlegen nehmen müsse, weil einerseits das korrigieren so viel schwieriger sei, als beim digitalen Abfassen von Schriftstücken. Und weil die Arbeit mit dem Stift zudem die Hand-Auge-Koordination schult, was mutmaßlich zu einer besseren Vernetzung von motorischen und kognitiven Zentren führe.

Ein kurzes Querlesen der zitierten Studie der Universität Cadiz zeigt meines Erachtens eine Designschwäche: bei einer Grundgesamtheit von ca. 250 sind fünfmal so viele Testsubjekte mit handschriftlichen Unterrichtsnotizen dabei, wie Computerschreiber. Allein diese Mengenmäßige Diskrepanz ist ein Problem; ebenso wie die Tatsache, dass nur Universitätsstudenten getestet wurden, was die Verallgemeinerbarkeit auf die Gesamtbevölkerung doch deutlich einschränkt. Die Frage zum Beispiel, welchen Unterschied Gewöhnung und Erfahrung machen, wird hier überhaupt nicht aufgegriffen.

Ich empfand den Artikel deshalb als irritierend, weil ich es seit fast 20 Jahren gewohnt bin, mit der Tastatur zu denken und dabei eigentlich keine geistige Verarmung an mir wahrnehmen konnte, oder dies von anderen vorgeworfen bekommen hätte. Das kann natürlich bei anderen Menschen schon so sein; aber ich begann über die Motivation dahinter nachzudenken. Denn nicht immer soll man davon ausgehen, dass einfach nur ein Content-Loch im Kultur-Portfolio aufgefüllt werden sollte.

Ich finde es allerdings bemerkenswert, dass ein Medium, dass online veröffentlicht wird und dessen Redakteure höchstwahrscheinlich wesentlich mehr digital erledigen, als handschriftlich zu notieren öffentlich eine Lanze für die handschriftliche Abfassung von Texten bricht. So romantisch die Vorstellung der edlen Beförderung Humboldt’scher Bildungsideale auch erscheinen mag, stellt sich mir doch sofort die Frage nach der Möglichkeit zur Vervielfältigung. Handgeschriebenes wandert ja nicht auf magischem Wege zum Rezipienten und insbesondere Texte, die nicht nur für einen Rezipienten gedacht sind (und das sind heutzutage bei weitem die meisten) müssen im 21. Jahrhundert zwangsläufig den Weg ins Digitale finden, was zusätzlichen Aufwand bedeutet. Eigentlich ist das wenig sinnvoll.

Und dann tritt hinzu, dass auf die Körperhaltung beim SMS-Schreiben rekurriert wird. Noch deutlicher kann eine normative Geisteshaltung der Intoleranz gegenüber vermeintlich übermodernen Formen des Kommunizierens kaum zum Ausdruck kommen: „Unsere Jugend verblödet, weil sie keine Stifte mehr in die Hand nimmt“. Sorry ZON, aber ihr seid nicht zum Gestalten von Gesellschaft und Politik da, sondern zum Beobachten von Politik und Gesellschaft. Und neue Kulturtechniken sind den vermeintlich Etablierten ja stets Teufelswerk. Aber für eine Online-Zeitung ist das einfach nur Schizophrener Mist. Zu behaupten, dass das digitale Schreiben unsere Kreativität und kognitiven Fähigkeiten per se hemmt, ist Käse. Übt lieber noch mal mit der Hand…

Bildungsmisere reloaded

Immer dieses Gejammer. Jedes Jahr kommen die Bildungsforscher aus ihrem hohen Elfenbeinturm herabgestiegen, um dem Volke kundzutun, wie schlecht es um die Bildung der Jugend bestellt ist. Und jedes Jahr wieder fangen alle gemeinschaftlich an, die Bekanntgaben bis zum Erbrechen zu wiederholen. Stets ist vom Untergang des Abendlandes, dem Verfall der guten Sitten und dem Erliegen Deutschlands als Wirtschaftsstandort die Rede. Manchmal wird im Nebennebensatz auch mal darauf rekurriert, dass die Unterschiede vielleicht – zumindest teilweise – auf die soziale der jeweiligen Kinder zurückzuführen sein könnten. Entweder es ist PISA- oder IGLU-Zeit, aber eines ist sicher: unsere Art zu leben ist nun dem Tode geweiht…

Liest man die eben bekannt gegebenen Zahlen einmal etwas aufmerksamer, stellt man fest, dass sich die Situation innerhalb von 16 Jahren marginal zugespitzt hat (netto 3,2% Zunahme bei den besten und 2,0% Zunahme bei den schlechtesten Lesern im Grundschulalter). Spektakulär! Ich konnte jetzt keine absoluten Zahlen finden, sondern muss einen Artikel dazu zitieren, aber das sind ja mal richtig wilde Veränderungen. Doch was sagen uns die Zahlen und die Rezeption in den Medien?

Zunächst sollte man feststellen, dass schulische Bildungspolitik im föderalen Bundesstaat BRD auf Länderebene gemacht wird, was gewisse Verwerfungen und Ungleichheiten nach sich zieht. Auch wenn es Bildungsabschlüsse gibt, die bundesweit Gültigkeit haben, ist deren Vergleichbarkeit auf Grund der vielen verschiedenen Schularten, Lenkungssysteme und unterschiedlicher Qualifizierung der Lehrkräfte in Frage zu stellen. Bildungsforschung soll eigentlich helfen, solche Disparitäten durch gezielte Empfehlungen abbauen zu können. Diesem Anspruch wird Sie insofern gerecht, als stets klar benannt wird, das Investitionen in das Bildungs- und Erziehungswesen dringend ratsam wären. Nur dass der Staat ja eine schwarze Null braucht – um jeden Preis…

Man möge mir meine Polemik verzeihen, aber bevor irgendjemand den Soli abschafft, soll er die 30 Milliarden Spielraum bitte vollumfänglich in Bildung und Erziehung investieren; vom Kindergarten bis in die Uni. Denn was die Zahlen tatsächlich zeigen ist, dass alles planlose herumdoktern, halbherzige Überkleistern und zu oft parteiideologisch motivierte umbauen in Wahrheit nur den Status Quo zementiert hat. Anstatt einen Wurf zu versuchen, eine stringente Vision von Fordern und Fördern für alle Kinder umzusetzen hat man immer nur von Wahl zu Wahl gedacht und das Lehrpersonal immer wieder mit halbgaren Baustellen allein gelassen. Genauso, wie es auch mit der Sozialpolitik läuft. Nicht umsonst ist im gleichen Zeitraum auch der bereinigte Gini-Koeffizient in Deutschland um ca. 4% gestiegen.

Was soll Schule in Deutschland denn überhaupt? Einem Humboldt’schen Ideal von allseitiger Bildung des Individuums dienen? Nein, liebe Freunde: die Schule soll die Voraussetzung erzeugen, ihre Produkte möglichst leicht ins Erwerbsleben zu integrieren, vulgo einen stetigen Nachschub an Arbeitskräften für die Unternehmen zu erzeugen. Individualität, allseitige Bildung und Humanistische Ideale sind dabei eher hinderlich. Unter Bildungswissenschaftlern wird hierüber schon lange heftig diskutiert, aber auch bei Pädagogen hat sich allzu oft eine neoliberale Sicht der Dinge etabliert, die nichts mehr mit Bildung, sondern nur noch mit dem Broterwerb dienlicher Kompetenzerzeugung zu tun hat. Und genau deshalb ist auch das Geschrei in den Medien so groß. Es geht nicht um die Zukunft unserer Kinder, sondern um, die Zukunft unserer Wirtschaft. Über Klein-Paulas oder Klein-Ahmeds Lebenschancen zu reden stört bei so hehren Zielen nur.

Man kann’s drehen und wenden wie man will: diese Betroffenheit über PISA und IGLU ist Heuchelei, denn es liegt schon seit der neoliberalen Wende der Sozialdemokratie mit der Agenda 2010 in der Hand der Politik, die Dinge besser zu gestalten. Aber dazu ist Mut notwendig: der Mut, der Bildungskleinstaaterei ein Ende zu bereiten, der Mut dem Lobbyisten keine Mitsprache bei Bildungsfragen mehr einzuräumen und schließlich der Mut, von Ideologien Abstand zu nehmen. Vermutlich läuft es jedoch darauf hinaus, dass wir auch das wieder selbst in die Hand nehmen und anstatt auf funktionierende Makrostrukturen zu hoffen lieber gute Mikrostrukturen etablieren – womit wir allerdings wieder ein Vergleichbarkeitsproblem hätten. In jedem Fall müssen wir von dieser vordergründig betretenen Bigotterie weg – denn es geht um die Zukunft unserer Kinder. Aber eigentlich steht alles relevante im Grundgesetz in Artikel 7 und Artikel 12. Good bye, see you soon.

Entscheidungen treffen

Ist wohl eine dieser grausigen Modeerscheinungen, Menschen Ratgeber für alles und jedes verkaufen zu wollen. Es gibt ja nichts, wobei man Menschen nicht unterstützen muss. Vielleicht gibt demnächst auch mal jemand was über das richtige Sanitierens des Afters nach der Defäkation zum Besten. Auf Zeit Online, ein Portal, welches ich eigentlich ganz gerne besuche fand ich neulich einen Artikel, der ganz klar das Bauchgefühl beim Entscheiden auf’s Abstellgleis schiebt.

Entscheidungen treffen müssen! Eines der schlimmsten Übel, welches den Menschen seit seiner Befreiung aus der Sklaverei und den Zwängen purer Subsistenz heimgesucht hat. Zu viele Optionen, zu wenig Informationen, so ein Graus aber auch. Jedenfalls rät der Artikel zum sorgfältigen Abwägen, zum Pro- und Contra-Listen-Schreiben, zum Verkopfen und langsam Verdauen, so wie der Wüstenwurm aus Star Wars, der Han Solo und Luke Skywalker fressen soll.
Doch was ist mit dem Kairos? Der günstige Moment ist oft nur kurz, er ist selten einfach zu erkennen und reizt dennoch unsere Sinne. Wir treffen dabei gewiss auch mal schlechte Entscheidungen. Doch sind es nicht unsere Fehler und unsere Niederlagen, aus denen wir eigentlich am meisten lernen; die uns stählen und uns als Kompass für zukünftige Probleme dienen. Wir sind Menschen, wir können nicht immer gewinnen; und eigentlich müssen wir das auch nicht. Das Leben ist, entgegen der Ansagen der Marktradikalen Neoliberalen nämlich kein ständiger Kampf um Siege und ökonomisches Vorankommen. Im Gegenteil sind es auch die abenteuerlichen Umwege, die uns wichtige Erfahrungen und damit einen Gewinn für’s Leben bescheren. Doch das bleibt hier unberücksichtigt.

Natürlich gibt es Entscheidungen im Leben, die wohl abgewogen sein wollen. Aber diese stellen die Minderzahl dar. Ich persönlich fand es sehr erfrischend, einen Blick auf das Buch „Blink!“ von Malcolm Gladwell zu werfen, dessen Denkungsart Intuition einen wichtigen Anteil in unseren Entscheidungsprozessen einräumt. Wie so oft im Leben gilt, das wahrscheinlich die richtige Mischung über Wohl und Wehe entscheidet. Wer es bedächtiger mag, der liest „Schnelles Denken, langsames Denken“ von Danny Kahnemann. Der Artikel von ZON allein vermittelt ein falsches Bild. Guten Tag.

Ich möchte meinen Job lieben, aber…

Das Gesundheitswesen. Unendliche Weiten der Profilneurosen, des unreflektierten „Weiter so!“, der (mehr oder weniger gerechtfertigten) Arroganz, des (mehr oder weniger ausgeprägten) Helfersyndroms und des endemischen Mangels an Blick über den Rand des eigenen, kleinen Tellers. Insbesondere in der Rettungswelt ist auch heute noch ein beängstigendes Maß an Ignoranz für größere Zusammenhänge zu beobachten, welches der Beschleunigung der Gesamtmasse beim Anflug auf die Wand Vorschub leistet, an der die ganze Chose zerschellen wird… sehr bald zerschellen wird.

Ich wollte sachlich bleiben, ein wenig darüber referieren, wie es vielleicht möglich sein könnte, wieder auf eine gemeinsame Basis zu finden und Ideen in Angriff zu nehmen, die das Unheil abwenden könnten. Verschiedene Personen haben in den vergangenen Jahren Beiträge veröffentlicht, die eine Vorstellung davon vermitteln, wie man es besser machen könnte. Wie man zum Beispiel die knappen Ressourcen medizinischer Akutversorgung besser und gezielter einsetzen könnte. Wie man quasi mehr Gesundheit pro Euro erzeugen könnte. Wie man besseres Outcome bei weitestgehend gleichbleibendem Ressourceneinsatz erzielen könnte. Das Know-How und die Skills sind vorhanden und ehrlich gesagt bräuchten wir für vieles keine Unterstützung aus fachfremden Gebieten, da sich in der eigentlich doch recht überschaubaren Rettungswelt einige Persönlichkeiten entwickelt haben, die recht beeindruckende Fähigkeiten akkumulieren.

Und doch… und doch…! Noch beeindruckender ist leider die Beratungsresistenz nicht nur vieler Entscheider sondern auch vieler Kollegoiden, die nicht begreifen können oder wollen, dass ihre sorgfältig ausgebaute Nische ohne Wandel keinen Bestand haben kann; vielmehr keinen Bestand haben wird! Das bei gleichbleibend ineffektiven Ressourcenverbrauch das Rettungswesen mit dem Voranschreiten der demographischen Entwicklung spätestens Ende der 2020 vollkommen dekompensieren wird, zeichnet sich bereits jetzt ab. Und trotzdem werden Alternativen anscheinend nicht wahrgenommen, geschweige denn diskutiert. Worüber allerdings diskutiert wird, treibt mir dann endgültig die Schamesröte ins Gesicht.

Bei jeder sich bietenden Gelegenheit werden öffentlich (am liebsten auf Facebook) wahlweise die Handlungsweisen von Kollegen zerpflückt oder gar diskreditiert oder es wird sich auf’s Bitterste über die Feindseligkeit und Undankbarkeit der Patienten und Angehörigen beklagt. Würde man hier mit einem Mindestmaß an Zurückhaltung, Respekt, Konstruktivität und Augenmaß vorgehen, könnte man manches noch akzeptieren. Doch gerade bei der Analyse der Fehler anderer Menschen schießen meine Kollegen oft und gerne über’s Ziel hinaus, lassen jede Pietät und Professionalität vermissen, die sie sich doch so sehr in ihren Gegenübern wünschen. Oder geht es vielleicht doch nur um verletzten Stolz?

Ich habe gelernt, die Kommentarspalten sozialer Medien nicht mehr allzu ernst zu nehmen, weil eh jeder zweite nur noch trollt (wenn das langt…). Aber in den Äußerungen vieler Kollegen offenbart sich mittlerweile eine derart negative, aggressive Grundstimmung, dass man so manchem die Eignung zur Ausübung eines sozialen Berufes absprechen muss. Und genau das ist der Rettungsdienst: ein sozialer Beruf. Auch wenn viele das offenkundig nicht wahrhaben wollen. Vielleicht ist es eine Reaktion auf die – zumindest in Teilen – ebenso offenkundig asozialer werdende Gesellschaft. Aber wenn ich einen ethischen Standard einfordere, muss ich diesem auch selbst genügen und das ohne Wenn und Aber.

Momentan jedoch könnte ich an der unreflektierten, unreifen, unflätigen und unsozialen Art mancher Vertreter meines Berufsstandes verzweifeln und möchte mich einfach nur noch schämen. Und wenn ich ehrlich bin, weiß ich noch nicht, welche Schlüsse ich aus diesen Gefühlen ziehen soll. Dass wird schwer – aber wir sehen uns.

Lieber nicht reden, als falsch reden?

Alle sprechen von konsequentem Handeln. Davon, dass die FDP, oder besser ihr derzeitiges Galionsfigürchen Christian Lindner es richtiggemacht habe, mit dem Rückzug aus den Blondierungsgesprächen. Oder so ähnlich… Wenn wir Konsequenz der Definition nach als die Übernahme von Verantwortung für ein Handeln oder Unterlassen verstehen, stellt sich mir die Frage, welche Leistung oder Nichtleistung denn nun durch die Liberalen so rühmlich konsequent abgearbeitet wurde? Eventuell der Versuch, Deutschland eine neue bürgerliche Mitte zu geben? Themen zu setzen, die Relevanz besitzen und dem Gros der Bürger dienen und nicht nur einer höchst begrenzten Klientel? Sich Widrigkeiten und differierenden Standpunkten zum Trotz den staatspolitischen Verpflichtungen zu stellen? Nun ja – epic fail.

Nur das wir uns richtig verstehen: ich bin und bleibe Sozialdemokrat. Ein Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen klang dennoch nach einer charmanten Idee, um den rechten Ausputzern den Wind aus den Segeln zu nehmen und durch kontroverse Debatten endlich wieder Leben in den Polit-Betrieb in Berlin zu bringen. Dieser war in den letzten 18 Monaten ja doch derart behäbig geworden, dass es weh tat. Und was bekommen wir jetzt? Söder in Bayern, der ein noch üblerer Propagandist und Rechtsausleger ist, als Seehofer. Na ja, vielleicht verkackt er’s ja so übel, dass die nächste Koalition in Bayern dann AfD/CSU heißt. Die Grünen suhlen sich in Schuldzuweisungen an die FDP. Die FDP brüstet sich mit ihrem konsequenten Handeln, dass für mich bestenfalls Ausdruck der Angst vor der eigenen Courage ist. Und die SPD wird vom Bundespräsidenten dazu verdonnert, den Lückenbüßer wider Willen zu spielen; was landauf landab zum Anlass genommen wird, die SPD als Umfaller zu schmähen. Und wer gewinnt dabei?

Es gäbe zwei Szenarien, die mir dazu einfallen: nach langem Trara platzt die zweite Sondierung CDU/CSU und SPD, es gibt Neuwahlen und der rechte Rand erstarkt auf Grund steigender Verdrossenheit über die Unfähigkeit der etablierten Parteien wahrscheinlich noch mehr. Oder sie raufen sich zusammen, die CDU verbucht wieder alle Verdienste für sich, das Land erstarrt weitere vier Jahre in Merkel’schem Topor ohne Visionen für die Zukunft und danach dümpelt die SPD bei 12%. In jedem Fall gewinnen die Schwarzen und noch mehr die Blauen, weil Menschen lieber um jeden Preis den Status Quo bewahren, anstatt etwas Neues wagen zu wollen. Ob die SPD anders kann, will ich jetzt nicht beurteilen müssen, denn im Moment muss ich vermuten: Nein!

Vielleicht kommt auch alles anders und die nächste CDU/CSU-SPD-Koalition rockt total den Shit. Wozu allerdings vorher tatsächlich reichlicher Konsum Bewusstseinserweiternder Substanzen notwendig wäre…wegen der fehlenden Visionen und so. Und wer glaubt schon an sowas. Man muss nur zur Kenntnis nehmen, das wir keine Staatskrise haben, sondern eine Ideenkrise und eine Wagniskrise, die nur durch neue Ideen und Wagnisse zu beheben wäre. SO betrachtet sind wir allerdings in jedem Fall im Arsch, den Ideen und Mut sehe ich im Moment auf Bundesebene bei niemandem so präsent, dass es Hoffnung machen würde. Bis die Tage wieder.

Rettung für alle?

Ich weiß nicht, ob ich’s da noch länger aushalte. Es gibt tatsächlich Menschen an einem meiner Arbeitsorte, die noch der schrägen Meinung sind, dass eine Trennung der Rettungsdienstbereiche Mannheim und Heidelberg eine gute Idee wäre. Diese Meinung teile ich explizit nicht! Und ich bin es satt, mich diesbezüglich stets bedeckt zu halten, weil es mir eine Herzensangelegenheit ist, diesen Leuten zu sagen, dass sie offenkundig nicht alle Tassen im Schrank haben!

Meine diesbezügliche Unfreundlichkeit liegt vor allem in den, von diesen Kollegen vorgetragenen Rechtfertigungen für eine Trennung begründet: sie wollen zum Beispiel nicht mehr mit den ganzen Assis aus Mannheim telefonieren. Auch der Umstand, dass speziell der Mannheimer Morgen, repräsentiert durch Herrn Ragge, keine Gelegenheit auslässt, sich in teilweise tendenziöser Art negativ über die ILS Rhein-Neckar auszulassen, wird bei solchen Gelegenheiten gerne angeführt. Ich gebe zu, meine Replik bezüglich der Klientel in Heidelberg war auch nicht gerade freundlich, aber wenn man lokal-patriotische Anfälle oder übertriebene Polemik über die typischen Kunden in den Leitungen einer Notfall-Institution mal bei Seite lässt, bleibt an harten Sachgründen nicht allzu viel übrig.

Es ist sonst nicht mein Stil, auf diese Art in die Offensive zu gehen, aber hier kann ich nicht anders, da selbst persönlich vorgetragene Sach-Argumente offensichtlich nicht verfangen. Und gute Gründe, das bestehende Konstrukt „ILS Rhein-Neckar“ weiter zu entwickeln, anstatt es auseinander reißen zu wollen, gibt es einige:

  • Synergie-Effekte bei der Disposition der sowieso knappen Rettungsmittel
  • Kurze Kommunikationswege bei Schadens-Lagen aller Art.
  • Großer gemeinsamer Personal-Pool
  • Standardisierung der Procedere
  • Etablierte Zusammenarbeit mit Nachbarleitstellen, etc.

Natürlich gibt es auf der Soll-Seite auch noch einiges zu tun, aber von Seiten der Politik einfach mal zu verkünden, dass man trennt, ohne ein Konzept, oder eine Ahnung davon zu haben, was dieses Vorhaben im Detail bedeutet ist schlicht kurzsichtig; und da wäre vor allem eines, worüber man zuerst hätte reden müssen, nämlich ein riesiger Haufen Kosten. Vor dessen Erstattung hat man im Übrigen, wie stets, den Finanzierungsvorbehalt der Krankenversicherer gesetzt, die einem rein politisch motivierten Vorhaben wenig Liebe entgegen zu bringen scheinen. Neben den Kosten für die Vor- und Unterhaltung doppelter Leitstellen-Strukturen  taucht auch noch die Notwendigkeit erweiterter Rettungsmittel-Vorhaltung an den Schnittlinien auf, weil ja Synergien wegfallen.

Erscheint ein solcher Schritt in Zeiten klammer Kassen im Gesundheitswesen sinnvoll? Insbesondere, wenn es eigentlich seit Jahren ausgesprochene Landespolitische Linie ist, Leitstellenbereiche zusammenfassen zu wollen? Ich denke, nein, aber so was wollen meine Kollegen nicht hören. Und deshalb reibe ich es ihnen nun öffentlich unter die Nase. Auch wenn das Echo vielleicht nicht so gut ausfällt. Denn ich habe es satt, hier verhöhnt, für dumm verkauft und ausgenutzt zu werden!

Ein Mann sagt, er sei Feministin…

… und das ist so absurder Blödsinn, dass ich ihm sagen muss, dass er ein Depp ist. Der früher halbwegs bekannte Moderator Nilz Bokelberg durfte auf Zeit Online einen Artikel veröffentlichen, in dem er sich darüber beklagt, dass seine Tochter (wohl kurz vor’m Abitur) so wenig Chancen im Leben hat, nur weil sie halt das falsche Geschlecht hat. Er reitet dann auf dem Gender Pay Gap herum und regt sich tierisch darüber auf, dass sie vor verschlossene Türen laufen wird, egal wie gut sie dereinst ausgebildet sein wird. Meine Fresse, wie kann man nur so arrogant und blind sein.

Ja, es gibt sie immer noch die ungleiche Bezahlung. und ja, es gibt für Frauen in vielen Betrieben gläserne Decken. Ich hatte die Tage darüber gesprochen, dass man dem durch eine bessere Durchsetzung von Tarifverträgen und eine sinnvollere Sozialpolitik besser entgegen treten kann, als durch Quotierung; aber es will ja keiner ran, an die Lobbyisten. Was mich jedoch richtig wütend macht, ist das jemand, der so gut vernetzt ist (vulgo über Vitamin B verfügt) und seinem Kind zudem noch jede Menge soziales Kapital mitgibt (lest euren Bourdieu noch mal, verdammt) dann auch noch öffentlich so tut, als stünde seine Tochter vor den gleichen Problemen, wie die Tochter einer Alleinerziehenden mit drei 450-Euro-Jobs, die froh sein kann,wenn das Nötigste zur Verfügung steht.

Keine Ahnung von Deutschland, aber die Fresse aufreißen bis zum Anschlag: „Ich bin Vater und ich bin Feministin.“ Ein Scheiß bist du! Es gibt so viele Dinge, die man tun kann, um sich für eine Verbesserung der – in der Tat immer noch beklagenswerten – Situation hinsichtlich der Gleichberechtigung einzusetzen. Rumzujammern, dass es der eigenen Tochter vielleicht so schlecht gehen wird ist jedoch kein probates Mittel.

Wie wäre es, wenn Herr Bokelberg seine Medienpräsenz ernsthaft dafür einsetzte, dass auch unterprivilegierte Mädchen und junge Frauen eine Chance bekommen; z.B. bei einem Medienunternehmen, oder Ähnlichem… Aber das verlangt dann wohl doch etwas mehr Arbeit, als mal schnell einen Artikel hinzurotzen, oder.

Ich frage mich auch, ob meine Töchter irgendwann auf solche Probleme stoßen werden. Meine gegenwärtige Strategie besteht darin, sie darauf vorzubereiten und ihnen so viel Rüstzeug mitzugeben, wie geht, ohne ihre Kindheit zu killen. Außerdem tue ich mein Teil wenn es um Aus- und Fortbildung geht (heißt, ich versuche Gleichberechtigung zu leben). Und alles weitere (was ich noch tun kann, findet sich. Allerdings hat meine Stimme auch keine solche Reichweite, wie von diesem Ex-VIVA-Heini. Schönen Tag noch.

Keiner macht mir Drogen!

Als ich anfing, Blaulichtauto zu fahren, da gab es, zumindest gefühlt, einen Haufen Einsätze mit Junkies. Ich hatte zu Beginn meiner Karriere als Healthcare Professional ein sehr bigottes, sicherlich auch von meiner jugendlichen Naivität gefärbtes Weltbild. Dieses sagte mir, dass Drogenkonsumenten böse seien und aus eigener Schuld auf der Schattenseite unserer Gesellschaft wandeln würden.

Was für ein Bullshit! Menschen die aDrogen konsumieren, sind in allererster Linie Menschen … die Drogen konsumieren!

Mal ganz davon abgesehen, dass Drogenkonsum damals nur problematisiert wurde – und auch heute zumeist nur negativ dargestellt wird – wenn es sich um illegale Drogen handelt. Von den Millionen Hektolitern Bier, Wein und Schnaps, die jährlich durch teutonische Kehlen rinnen, wird immer nur berichtet, wenn es sich für irgendeine sinn- und nutzlose Blaulichtdokusoap als „Action“ eignet; womit wir wieder beim bigotten Weltbild wären, habe ich doch damals auch gerne mal einen weggezecht. Von Tabak wollen wir gar nicht erst reden.

Man hat erst angefangen, auch gegen diese Kulturdrogen zu schießen, als man feststellen musste, dass der volkswirtschaftliche Schaden, welchen harter oder auch riskanter Konsum anrichten können, unsere Shareholder jährlich einen Haufen Penunze kostet. Volksgesundheit? Dass ich keinen Lachflash kriege. Es geht niemals um den Menschen, sondern immer nur um die Kohle. Nichtsdestotrotz werden die meisten Menschen immer noch hysterisch, wenn die Sprache auf so genannte harte Drogen kommt. Freunde der Nacht; „zu Tode gehascht!“? Echt jetzt? Keine Ahnung von Pharmakologie, aber mir erzählen wollen, wie Drogen wirken, was sie im Menschen anrichten, wie gefährlich sie sind und dass man ja von Crack und Meth beim ersten Mal süchtig wird…

Hinsichtlich solcher Legenden und der sozialen Implikationen des Gebrauchs von Drogen hätte ich folgende Leseempfehlung im Angebot: Dr. Carl Hart, High Price: Drugs, Neuroscience, and Discovering Myself. Das Buch handelt zwar in/von den USA, die Schlussfolgerungen, die vom Autor hinsichtlich der sozialen Folgen der Kriminalisierung von Drogen gezogen werden, gelten jedoch in Deutschland ebenso, wenn auch nicht im gleichen Umfang. Dennoch ist es bedenkenswert, wenn die politische Diskussion um teilweise Legalisierung, Fixer-Stuben, Substitutions-Programme und ähnliches wieder von den Ewiggestrigen dominiert wird, die der Meinung sind, dass ihr Weltbild auch die soziale Realität der anderen dominieren muss. Diese Typen gehen in den Anden nach Machu Picchu wandern, würden ihren Wanderführer aber in Good Old Germany einlochen lassen, weil er Coca-Blätter kaut; eine jahrtausendealte Kulturdroge, die bei uns halt zufällig als Kokain bekannt geworden ist. Und schon wieder sind wir bei bigott.

Die Gründe für Drogenkonsum – sei es Alkohol, Tabak, oder eine x-beliebige von den bösen anderen Substanzen – sind so mannigfaltig wie die Menschen und ihre Lebens-Umstände. JA, zweifellos muss man den Konsum im Auge behalten und regulieren. Aber das reine Prohibition nicht funktioniert, haben gerade die USA von 1920 bis 1933 mehr als schlagend bewiesen. Das einzige, was der 18 Zusatzartikel der Verfassung bewirkt hat, war ein Anstieg der organisierten Kriminalität (oder was denkt ihr, wie Al Capone so reich und berüchtigt geworden ist?).

Nutzer und kleine Dealer einzulochen, ist genauso sinnfrei (ein paar Stunden später sind sie eh wieder draußen), wie es unnötige Arbeit für unsere Ermittlungsbehörden erzeugt. Und die Großdealer kriegt man sowieso so gut wie nie. Warum also nicht diese ganze Illegalität austrocknen, in dem man den Konsum unter staatliche Kontrolle stellt und Psychologen, Sozialarbeiter und Juristen darüber wachen lässt, so wie in Portugal. Wenn Menschen etwas konsumieren wollen, tun sie das, egal, ob es legal ist oder nicht. So zu tun, als ob das allesamt Verbrechen wären, nutzt aber keinem.

Denn indem ich diese Menschen kriminalisiere, schließe ich sie von der Teilhabe an der Gesellschaft aus, ohne herausgefunden zu haben, wie wertvoll sie eventuell für diese sein könnten. Das ist dumm, wenn ich doch Fachkräftemangel beklage und überdies die Kosten bedenke, die dieser tägliche Kleinkrieg gegen die Drogen erzeugt. Der dabei erzeugte volkswirtschaftliche Schaden wiegt viel schwerer, als der durch Alkohol und Tabak. Denkt doch einfach mal drüber nach.Gute Nacht.

Bin ich ein Spießer?

Ich weiß gar nicht so recht, ob dieser Begriff – früher mal als Schimpfwort für die Ewiggestrigen verstanden – heute überhaupt noch eine Daseinsberechtigung hat. Wer sich ein bisschen mit Sozialwissenschaft auskennt, dem ist bewusst, dass es die früher gerne propagierten „Klassen“ gar nicht mehr gibt, sondern dass man das jetzt „Sozialmilieu“ nennt und das die Unterscheidung in „besitzend“ und „nicht besitzend“ mit Bezug auf Produktionsmittel im Marx’schen Sinne wohl kein taugliches Unterscheidungsmerkmal mehr ist. Daraus folgt, dass sich die Unterscheidungskriterien für eine soziale Einordnung teilweise verflüchtigt haben. An denen hat man übrigens früher auch die Parteipräferenz ablesen können (wollen). Wenn man bedenkt, dass Mannheim-Nord früher eine rote Hochburg war, ist ein AfD-Direktmandat dort zunächst ein wenig irritierend, oder?

Ist es nicht, denn es gibt ja keine klassische Arbeiterklasse mehr, die SPD wählt. Die gab es übrigens noch nie. Kleinbürgerliche Milieus (das, was man gerne als Spießer beschimpft hat), waren schon immer an Beständigkeit, Besitzstandswahrung und dem Erhalt bestimmter Normen und Werte interessiert. Früher, in Zeiten des Überflusses und der Zollbarrieren bedeutete die SPD für den kleinen Mann diesbezüglich sowas wie eine sichere Bank. Aber die Zeiten ändern sich und speziell die fast schon auferstanden geglaubten Sozen haben nie ein passendes Narrativ für ihre ehemaligen Anhänger gefunden, dass diesen Wandel und was er so mit sich bringen würde in positiven Bezug zur Partei und deren Handeln hätte setzen können. Sie konnten einfach nicht erklären, was da mit der Welt passiert, was das für Deutschland bedeutet und wie sie damit umgehen würden, um es für die Menschen ein wenig leichter zu machen. Denn schwerer wird es für die einfachen Leute in einer globalisierten Welt von ganz alleine.

Spießer, das waren früher diese eher proletarischen Kleinbürger und die Mittelschicht, die sich eher durch den Wirtschaftsliberalismus der CDU (oder auch der FDP) repräsentiert sahen. Heute ist die Welt nicht mehr so einfach. Heute könnte man einen Spießer aber als eher wertkonservativen, an Besitzstandswahrung in Einklang mit ökologischen Gesichtspunkten orientierten und die Zukunft eher ängstlich beobachtenden Menschen beschreiben. Schließlich kann man bei ständigem Konsum der Nachrichten nur zu dem Schluss kommen, dass unser Lebensstil dem Untergang geweiht ist.

Ich sage bewusst Lebensstil, denn wir verwechseln unsere Art zu leben gerne mit Leitkultur. Was bitte schön hat an meiner Art zu leben die Qualität, Standard für die Allgemeinheit sein zu können, bzw. zu müssen; was auch immer „die Allgemeinheit“ sein soll. Ich teile meinen Lebensstil, oder das, was man nach außen davon mitbekommen kann mit vielen anderen Landsleuten, aber das macht diesen weder besser, noch schlechter, als irgendeinen anderen.

Was nun die Frage nach meiner Spießigkeit angeht: ich möchte bestimmte Werte und Normen auch geschützt sehen; zum Beispiel Demokratie, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit (zumindest das gleichwohl geringe Maß, welches gegenwärtig zu realisieren wir im Stande sind), und noch einiges mehr. Ich würde mich freuen, wenn unser Staatswesen auch fürderhin die Rahmenbedingungen böte, in denen ich mit meiner Arbeit einen substantiellen Beitrag zum Unterhalt meiner Familie erbringen kann. Und ich fände es schön, wenn wir endlich zu mehr Nachhaltigkeit und ökologischer Orientierung beim wirtschaften kämen.

Ich habe jedoch KEINE Angst vor der Zukunft und ich denke, dass wir uns in mancherlei Hinsicht endlich vorwärts bewegen müssen (insbesondere bei der Energiewende, der Stadtplanung und der individuellen Mobilität); und dabei gleich noch die Macht der Lobbyisten brechen. Das ist der Schlüssel dazu, die endlose Gewaltspirale beim geopolitischen Kampf-Schach zu brechen, das es in den meisten Fällen nur gibt, weil Interessengruppen aus Habgier Einfluss auf die Politik nehmen können. Ich bin also eher ein Halb-Spießer. Ich hoffe, dass ist für euch ein Anfang. Vielleicht schaffe ich es ja noch, mich ganz zu entspießern, bevor ich erwachsen werde. Bin ja erst 43…

Urlaub mit Kindern…

Jeder, der Kinder im Alter meiner Töchter hat (sie sind gegenwärtig 4 und 8 Jahre alt) kennt das: Man möchte sich im Urlaub mal etwas anschauen und kaum, dass der Motor ein paar Minuten läuft, geht das Genöle los. Sind wir bald da? Müssen wir da hin? Mir ist schlecht! Ich habe Hunger! Und so weiter und so fort. Wir Erwachsenen sagen dann, ja das muss, denn alle Tage in der Sonne liegen bis man gar ist, oder im Pool dümpeln, bis die Haut schrumpelig wird verliert irgendwann, zumindest für meine Frau und mich, seinen Reiz. Ich will nicht sagen, dass eine kleine Portion Müßiggang nicht sehr erholsam wäre. Ab und zu auch gerne eine Große. Aber ich kann nicht 14 Tage am Stück, oder gar länger einfach nur auf der faulen Haut liegen und gar nichts tun; mein Gehirn fängt nämlich, wenn’s nix zu schaffen hat irgendwann ganz von alleine an, zu joggen, weil es Bewegung braucht.

Auch mein Körper kann Bewegung gut gebrauchen, aber wenn mein Geist nix zu tun kriegt, werde ich recht schnell mufflig. Die Welt unserer Kinder jedoch dreht sich um vollkommen andere Bedürfnisse. Die interessieren sich nicht für Kulturschätze und alte Steine. Die Faszination jener Profan- oder Sakralbauten, bei denen es mich im Auslösefinger meiner Kamera juckt, kann meine Kinder bislang nur selten erfassen; und Museen gehen gar nicht. Was also tun, sprach Papa?

Wir versuchen es mittlerweile – allerdings mit sehr stark variierendem Erfolg – mit einem halbwegs guten Mix, der den Kindern genug Zeit für den Pool und anderes lässt, planen Essenspausen ein und beziehen sie in manche Entscheidungen mit ein. Wer selbst gesagt hat, er möchte da noch hoch marschieren, tut sich hinterher mit dem Nölen (etwas) schwerer. Immerhin, während die Kinder ihren Spielen und sonstigem nachgehen, komme ich dazu, zur Abwechslung mal wieder etwas zu lesen, dass mit meinem Studium nichts zu tun hat. Dieses neigt sich ja Gott sei’s gedankt, auch dem Ende zu.

Der Geist ist gefüttert, der Körper bewegt – läuft also. Wenn jedoch jemand noch ein paar gute Tipps für mich hätte, wie man die lieben Kleinen (Blagen) noch etwas besser compliant bekommt, wäöre ich durchaus dankbar. Aber bitte nur ernst gemeinte Zuschriften. Denn Haldol als Raumspray wird nie eine Zulassung bekommen… 😉