Randnotizen eines Erschöpften #06 – Brexit, Frexit, Dexit…

Ich kann den Scheiß echt nicht mehr hören. Es ist mitnichten so, dass ich mir keine Gedanken darüber machen würde, was passiert, wenn Great Little Britain aus der EU ausscheidet; aber wenn man sich mal kurz der Grundlagen der Sozialpsychologie erinnern möchte, passiert im Moment nichts anderes, als dies Malaise als salienten Reiz im kollektiven Bewusstsein zu verankern. Besser wäre es im Moment, wenn man sich einfach in der Öffentlichkeit nicht mehr damit beschäftigte.

Es geschieht doch sowieso nicht das, was im besten Interesse der Mensche wäre (die Entscheidung darüber geschähe in einer idealen Welt in einem Aushandlungs-Prozess, den man gemeinhin Demokratie nennt), sondern das, wofür sich die meisten Lobby-Vertreter finden.  Kaffeehaus-Politik. Zumindest denken das sehr viele Menschen, die momentan lieber den populistische Rattenfängern hinterher rennen, anstatt ihr eigenes Gehirn zu benutzen.

Dadurch, dass wir dauernd medial mit jedem Futzel Möchtegern-Information rings um diese Affäre bombardiert werden, wird gleichzeitig Meinung geschaffen; selbst wenn wir uns zumindest teilweise immun gegen deren Beeinflussung wähnen. Das ist halt eine Illusion. Die Art, Intensität und Tonlage der Berichterstattung, wenn im Kern auch nicht als tendenziös zu werten weißt doch in eine bestimmte Richtung: die dämlichen  Brexiteers machen uns unseren Spielplatz kaputt vs. das dämliche Kontinentaleuropa beutet uns aus.

Dadurch trugen die Medien von Anfang an zu einer Verhärtung der Verhandlungs-Fronten bei. Spielräume wurden eingeschränkt und Brücken abgerissen. Das bedeutet, dass die Medien direkt mit Schuld an dem Dilemma tragen, über das sie dauernd weiterberichten. Der Begriff der selbst erfüllenden Prophezeiung kann hier in realitas beobachtet werden.

Öffentlichkeit wird hier zum Albtraum des Europäers, weil nebenbei enthüllt wird, wie wenig sehr viele Menschen hierzulande, wie auch anderswo in der Nachbarschaft im Herzen Europäer sind und wie sehr man sich in unsicheren Zeiten an die vermeintliche Sicherheit der eigenen Peergroup (Nation) klammert. Der Brexit ist ein soziologisch-politisches Real-Experiment mit offenem Ausgang. Und jeder neue Artikel darüber vergrößert die Wahrscheinlichkeit, dass das der Anfang vom Ende der EU wird. Vielen Dank dafür! Schöne Woche…

Neuer Konservatismus?

Ohne jetzt allzu sehr ausschweifen zu wollen: bedeutet Konservatismus nicht, etwas bewahren zu wollen? Der Konservative ist damit, zumindest der Begriffsdefinition nach jemand, der etwas Hergebrachtes behalten, oder sogar re-institutionalisieren möchte. Nun ist es so, dass sowohl Kultur als auch Gesellschaft laufende Prozesse sind, die weder statisch beschreibbar sind, noch sich einfach so zurückdrehen lassen. Die komplette Bundesrepublik kann man nicht einfach in eine Zeitmaschine nach 1983 stecken und die Ära Kohl noch mal durchlaufen lassen – und wäre es möglich, möge Gott verhüten, dass ich mich nochmal in den bleiernen Jahren der Bonner Republik wiederfinden muss.

Aber in CDU-Kreisen und auch in der Medienlandschaft wird einmal mehr ein Ruf laut nach einem neuen Konservatismus, einer Trendwende,  weg vom In-den-Topor-gemerkelt-werden des letzten Jahrzehnts, hin zu einer frischen konservativen Kraft, welche die allzu braunen  Nationalisten auszehrt, hinfort fegt – und dabei wieder Boden gewinnt für jene Kräfte in unserem Land, die aus der eigenen Geschichte nichts gelernt haben, oder nichts lernen wollen. Konservativ zu sein, bedeutet im Kern, den Kuchen behalten zu wollen, obwohl man ihn gerade isst. Ein Bollwerk gegen die Beständigkeit des Wandelszu haben; politisch, ökonomisch, sozial, kulturell. Das es jedoch nicht geben kann, denn den Wandel hält niemand auf. Nicht mal Horst Seehofer.

Wenn mich jemand fragt, ob ich hergebrachte Werte habe, wie etwa Familie als Keimzelle der Gesellschaft, einen starken Rechtsstaat, der jene benennt und bestraft, die sich nicht an die Regeln halten (ja, auch solche, die als Asylsuchende hierher kommen), oder christliche Traditionen, wie das bevorstehende Weihnachtsfest, dann antworte ich mit JA. Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft; ganz gleich, ob sie aus Verschieden- oder Gleichgeschlechtlichen Paaren besteht. Ein starker Rechtsstaat muss auf die Einhaltung der Regeln durch alle im Lande pochen; auch durch Nazis, die allzu oft einschüchtern und jagen dürfen, ohne Strafe fürchten zu müssen. Und unsere Traditionen liebe ich, weil meine Familie sie liebt und sie uns ein Gefühl des Miteinander geben; das auch jene mit einschließt, die bereit sind, daran teilzuhaben. 

Ich bin nicht blauäugig; ich weiß, dass unser Land Probleme hat. Die allerdings in der Mehrzahl nicht durch die Migration, sondern durch die Gier einiger weniger Subjekte verursacht wird. Deren Machtbefugnisse müssen eingedämmt und Chancen zur Teilhabe insgesamt besser verteilt werden, anstatt zuzulassen, dass “Prekariat” und “Leistungsträger” gegeneinander aufgehetzt werden, frei nach dem alten Motto “divide et impera“. Der Konservatismus wird uns dabei nicht helfen, denn unsere Vergangenheit hält für die Fragen unserer Zukunft nur wenig sinnvolle Antworten bereit. Was also am Bewahren um jeden Preis der Neugestaltung dienlich sein soll, erschließt sich mir nicht; außer vielleicht, wie wir die Schere zwischen Arm und Reich noch ein  bisschen besser aufspreizen können. Dabei könnten uns die guten alten Manchester-Kapitalisten gewiss helfen.

Was mich betrifft – ich kann auf einen – neuen oder alten – Konservatismus und solche Mittelklasse-Angehörigen wie Herrn Friedrich Merz gut und gerne verzichten. Ich richte meinen Blick nach vorne, in der Hoffnung, dort mehr Soziale Demokratie zu erleben, die den Namen auch verdient. Bis dahin, gehabt euch wohl…

Erwachsen bilden #01

Ich will mir mal ein paar Gedanken dazu machen und sie teilen. Ich bin nicht er erste, ich werde nicht der letzte sein (oder der beste), aber es hilft mir selbst, meine Gedanken zu diesem Teil meiner Profession zu ordnen, also bitte…

Du stehst vor einem Kurs und machst einfach dein Ding. Du kennst die Methoden, du bist fachlich gut vorbereitet (auch auf die Fragen der Teilnehmer) und beginnst dein Rollout nach dem zuvor erarbeiteten Artikulationsschema (dem Drehbuch für einen halbwegs strukturierten Unterricht); die gewählte Herangehensweise wird die Botschaft schon transportieren. Man hat seine Theorien zum Thema Lehren/Lernen im Hinterkopf und weiß Eventualitäten zu begegnen – man ist ein Superteacher!

Ach, wenn das Leben doch nur so einfach wäre. Frühkindliche und Kindliche Bildung unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von dem, was ich tue – Erwachsenenbildung im Gesundheitswesen. Gegenüber Erwachsenen spielt der Erziehungsaspekt keine Rolle mehr (sollte er zumindest nicht). Die Themen sind hoch sachorientiert (in meinem Fall beruflich relevante Themen) und geben somit eine gewisse intrinsische Motivation für die Teilnehmer her (tun sie das?). Die Zeitdauer der Veranstaltung ist begrenzt, so dass geschickte didaktische Reduktion eine wesentliche Rolle spielt, ebenso wie die Relevanz des Unterrichts für die Teilnehmer.

Doch wie stellt man diese Relevanz her? Die Frage ist zentral, weil zum einen bei weitem nicht jedes Thema im beruflichen Kontext als “sexy” gilt und zudem viele Veranstaltungen Pflicht sind; oft genug eine lästige Pflicht, weil vom Gesetzgeber vorgeschrieben, aber “da kriegt man doch eh immer nur das selbe erzählt”… Bei manchen ist das wohl auch so, aber wenn ich den Teilnehmern einen Mehrwert, einen Benefit verschaffen will, komme ich um die Erwägungen zur Relevanz nicht herum.

In den Gesundheitsfachberufen (aber auch in Artverwandten Professionen), die sehr Handlungsorientiert sind, kriege ich sie meistens mit einem recht hohen Anteil an praktischem Training. Aber Grundlagen der Theorie müssen eben auch vermittelt oder aufgefrischt werden und dazu ist ein klassischer Unterricht im Lehrgespräch eben immer noch die beste Wahl. Doch wie präsentiere ich diese theoretischen Inhalte grafisch? Denn Erzählen allein transportiert bekanntermaßen Informationen nur sehr unzureichend. Wäre es anders, ginge beim Gossip nicht immer so viel schief…

Und da sind wir wieder: in der Powerpoint(c)-Falle. Ich erinnere mich immer noch mit Entsetzen an meine eigene theoretische Berufsausbildung, bei der nicht selten 24 Folien/Sekunde einen Film ergaben, der aus, in Arial 8-Punkt vollgetexteten Wüsten bestand, einer FAZ aus der Frühzeit nicht ganz unähnlich. Das Ergebnis bestand in unvollständigen Mitschrieben oder dem Herumtragen von 100 ausgedruckten Powerpoint(c)-Folien, um sich diese noch einmal durchlesen zu können – was ich nie getan habe. Die didaktische Chance Powerpoint wurde vertan.

Es ist zweifellos so, dass der Gebrauch von Medien im Unterricht an sehr vielen Missverständnissen krankt; so zum Beispiel dem Ignorieren der Dualität von Transportkanal (visuell, auditiv, haptisch) und transportiertem Inhalt, welche dem Begriff “Medium” innewohnt. Verstehe ich, das beides eine Einheit ist, die man nicht nach Belieben auseinander reißen kann (und sollte), bin ich schon ein gutes Stück weiter. Ich habe schon gute Ansätze gesehen, aber es gibt auch immer noch jede Menge Lehrer, Präsentatoren, Speaker, die Powerpoint(c) wie Word(c) benutzen.

Der Einsatz dieser speziellen Software ist nur einer von vielen Aspekten, die auf Unterricht bzw. Vortrag qualitativ einwirken. Aber es war der erste, der mir in den Sinn kam, weil ich gerade neulich mal wieder gesehen habe, wie man es besser nicht machen sollte. Bei Gelegenheit stelle ich mal ein paar Buchtitel vor, die zeigen, wie man es besser machen kann. Bis dahin eine gute Zeit.

Selbstversuch!

Ich habe es einmal mehrr probiert – ich habe Facbook und den dazu gehörenden Messenger auf meinem Smartphone installiert. Ich weiß wirklich nicht, welcher Teufel mich da wieder geritten hat, denn ziemlich präzise 40 Stunden später habe ich den Scheiß wieder runter geschmissen. Nicht weil ich kein Facebook mehr nutze – was vielleicht besser wäre – sondern, weil mich die subjektive Aufdringlichkeit beider Apps tierisch genervt hat!

Ich bin kein Narr; zumindest sage ich mir das immer wieder. Ich weiß, dass diese ganzen großen Internet-Konzerne vom Internet leben. Nicht so, wie die deutsche Bahn nur noch 20% oder so ihres Gesamtumsatzes mit Zügen macht. Nein Facebook, Google, etc. vermarkten Dienstleistungen und Produkte online und sind davon abhängig, möglichst laut, bunt und tief in jedermanns Leben einzudringen, um auch ja genug Profit für die Shareholder generieren zu können.

Es wäre also – auch auf Grund früherer Erfahrungen – voraussehbar gewesen, dass mir das ständige Getute und Gebrumme recht schnell auf den Sack geht. Mal ganz davon abgesehen, dass es den Akku meines mobilen Endgerätes messbar schneller leert. Und das ist, gemessen am Nutzen, einfach nur Energieverschwendung. Sowohl am Akku, als auch an mir. Immer mal wieder stelle ich mir daher die Frage, warum ich Facebook überhaupt noch nutze? Denn letztlich ist es nichts weiter als ein Zeitfresser ohne Mehrwert.

Die allermeisten Kontakte, welche ich darüber WIRKLICH pflege, kriege ich auf anderen Kanälen oder im wahren Leben genauso gut zu fassen. Browserspiele sind einfach nur die Pest für mein Zeitmanagement. Und die unfreiwillige Preisgabe eines Teils meiner Daten fuchst mich jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke. Das allerschlimmste aber sind jene Freundoiden Wesen, welche diese Platt-Form im wahrsten Wortsinn so nutzen: für ihre chauvinistischen, rassistischen, reaktionären Plattitüden. Moment, ich bin mal kurz brechen…

Was bleibt, sind zwei Dinge, die mich derzeit noch daran hindern: manche Kontakte sind halt doch nur dort halbwegs regelmäßig zu sehen und manche Informationen von ihnen  waren in der Vergangenheit durchaus wertvoll. Und ich teile meine Blogposts dort; for whatever it’s worth…! Aber das ist ganz schön wenig für den Ärger, den Frust und den Energieverlust, den dieser Kanal mir verschafft. Im Moment habe ich noch keine Lösung dafür, aber eines ist klar: für mich hat mal wieder der Kampf gegen meine eigenen schlechten Angewohnheiten begonnen – und Facebook ist eine von ihnen. In diesem Sinne – habt eine schöne Woche.

Rollenspiel für Dummies #13 – Warum eigentlich…

…beschäftigt sich ein erwachsener Mann mit so vielen Aufgaben und Problemen am Hals auch noch mit einem so zeitraubenden und seltsamen Hobby wie Pen-and-Paper-Rollenspiel? “Well, I shall have to take you back with me a long way in time” (c) by Manowar…

Ich war 15, es war der Sommer 1989 und ich war ein schüchterner Rotzlöffel im Gymnasium mit eher wenig sozialen Kontakten und einer galoppierenden Phantasie. Sich Geschichten auszudenken hat mir, zumindest gefühlt, schon immer im Blut gelegen. Ein paar Kumpel aus der Schule (ja, ich hatte welche) waren zu der Zeit schon seit ‘nem Jahr oder so über DSA gestolpert. Das erste deutsche Rollenspiel-System, das einen gewissen kommerziellen Erfolg verbuchen konnte. Und die haben mich mit dem Zeug infiziert…!

Nun ist es ja nicht so, dass 15-jährige (Knaben) nicht leicht für irgendwelchen kaputten Scheiß zu begeistern wären. Hormon-Ungleichgewicht, Findungs-Phase usw. Aber dieser Stoff war für mich eine Offenbarung, denn es zeigt mir, dass ich a) mit meiner galoppierenden Phantasie nicht allein war und b) jetzt einen Weg hatte, vieles, was in mir arbeitete zu kanalisieren. Ich kann heute rundweg zugeben, dass ich in dem Alter sozial unsicher, ein NERD (damals in jedem Fall ein Schimpfwort) und ganz und gar nicht Mainstream war. Abgesehen davon war ich ein Trottel in seiner Traumwelt. Aber ab dem Zeitpunkt war das egal, denn es gab noch andere Trottel mit ihren Traumwelten und die passten ab und an ganz gut zusammen (alte Freund und bekannte aus jener Zeit, die das hier lesen mögen mir die erweiterte Selbst-Beleidigung bitte verzeihen!).

Schon ab einem frühen Stadium war ich nicht “nur” Spieler (das war schon schön), sondern man bat mich darum, den Spielleiter zu machen. Anfangs war das eher als Lückenfüller gedacht, aber irgendwie hatte ich wohl tatsächlich Talent und wurde so mit der Zeit zum Dauer-Spielleiter verschiedener Spielrunden. Experimentierfreude und die nach und nach erworbene Fähigkeit zum Mashup führten mich schließlich irgendwann zum erstellen eigener Inhalte und zum Entwickeln eigener Welten.

Es gab gute soziale Erfahrungen (Freundschaften, die bis heute überdauern) und schlechte soziale Erfahrungen (Ausnutzung, Mobbing, wechselnde Loyalitäten), denn irgendwann entwickelten sich Rollenspiel-Runden zu sozialen Events, die gemeinsames Essen (manchmal auch Kochen) und natürlich auch Austausch außerhalb des Spiels mit sich brachten. Man könnte die schlechten Erfahrungen bereuen oder sich daran aufhängen, was einem das an Frust gebracht hat; aber im Endeffekt sind es all unsere Erfahrungen, die uns zu dem Menschen machen, der wir heute sind. Und auch wenn ich körperlich vielleicht nicht so fit bin, wie ich es sein sollte, mag ich den Menschen, der ich heute bin recht gern!

Irgendwann, als ich mich langsam meinem 40. näherte, ein ehemaliger Arbeitgeber mich zu lange zu viel Kraft kostete und ich nebenbei auch noch ein Studium an der Backe hatte, wollte ich  nicht mehr Spielleiten. Ich war ausgelaugt, hatte keine neuen Geschichten, keine neuen Welten mehr im Kopf und dachte, das kannst du jetzt knicken. Ich bekam die Gelegenheit, häufiger zu spielen (eine kaputte Kampagne voll merkwürdigem Spaß). Ich wurde 40, der Burnout zog (mit Hilfe) vorüber, das Studium kam zu seinem (guten) Abschluss und mein Kopf wurde wieder freier.

Und heute? Jetzt bin ich 44. Mein aktueller Arbeitgeber kostet mich auch Nerven, aber nicht so viele, wie mein alter und mein Job macht mir wieder Spaß. Das wirkt sich auf meine Kreativität aus, die nun wieder sprudelt, wie früher. Nächstes Jahr gibt’s für mich nun sozusagen ein 30-jähriges Jubiläum als Rollenspieler zu feiern und ich freue mich drauf. Denn Pen-and-Paper-Rollenspiel half mir, meine sozialen Skills zu üben, meine Empathie zu schärfen, beliebige Rollen spielen zu können (manchmal regelrecht als Schauspieler) und meine Schlagfertigkeit auf ein zufriedenstellendes Niveau zu bringen. Ich bin auch durch’s Rollenspiel erst zu dem geworden, der ich heute bin. Und dafür bin ich dankbar. Denn neben ein paar sozialen Totalausfällen hat es mir einige der besten und erinnerungswürdigsten Stunden meines Lebens beschert. Und das beste daran ist – ich kann es zusammen mit meiner geliebten Frau genießen, die das Spiel genauso schätzt wie ich. Wie viel besser kann es werden…? Always game on!

Randnotizen eines Erschöpften #05 – AKK…

…hat’s gemacht. Hab drüber nachgedacht, ob ich das gut finde, oder ob mir ein Friedrich Merz an der Spitze der CDU besser gefallen hätte; den hätte ich aus vollem Herzen hassen und damit auch hier in meinen Posts dissen können. S’Annegret aus’m Saarland – da tue ich mir doch noch ein bisschen schwer. Grundsätzlich wünsche ich ihr, dass sie es schafft, ihre Partei zu einen und einen Kurs zu definieren, der es der leider heftig gealterten Grand Dame der Sozialdemokratie SPD ermöglicht, an einem erkennbaren Gegner zu genesen.

Aber seien wir ehrlich: das ist sehr unwahrscheinlich. Nicht weil es keine sozialdemokratischen Themen mehr gibt, sondern weil die falschen Akzente zu den falschen Zeiten von den falschen Leuten gesetzt werden. Andrea geht überhaupt nicht. Sie trifft nie den richtigen Ton, ist trotz ihrer theoretischen Bodenständigkeit zu abgehoben und arrogant und steht für eine SPD, die das S im Parteinamen nicht verdient. Kevin ist ein Heißsporn, der erstmal tief durch den Dreck der echten Basis wühlen muss, bevor er überhaupt versteht, was das S eigentlich bedeutet. Und Olaf…? Oh, Olaf, du wärst bei der FDP besser aufgehoben. Da könntest du wenigstens für’s erste keinen Schaden mehr anrichten. Realpolitik ist OK, aber vollkommen zu vergessen, wofür das S steht, enttäuscht mich doch sehr.

Zurück zu den Christdemokraten: bei denen ist es mit dem C auch nicht weit her, aber vielleicht tut sich da mit AKK ja was. Sie muss nur von ihrem ekligen Revisionismus gegenüber der “Ehe für alle” herunterkommen. Ein Partei-Vorsitzender (gleich, welcher Partei) muss über seinen/ihren Schatten springen und alle an einen Tisch holen können. Und da liegt das wahre Problem der alten Volksparteien: die Entwicklung dahin, das eher kleinteilig fragmentierte Sozialmilieus und zuvor undenkbare Interessen-Überschneidungen unsere heutige gesellschaftliche Realität sind, haben sie alle verpennt. Und das Unterwäschemodel-Qualitäten auch noch keinen echten Leader ausmachen, oder hohles Geschwätz und Geschenke für die “Eliten” Visionen für eine nachhaltigere Gesellschaftsordnung ersetzen können, müssen alle jetzt erstmal scherzhaft und mühsam erlernen.

Vielleicht imitiert Höcke ja mal Lindner (bei Gauland möchte ich mir das nicht mal vorstellen), dann wäre auch bei der AfD das wahre intellektuelle Niveau enthüllt. Halb-Neu gegen ziemlich alt. Der erste Tausch ist vollzogen, mal sehen, wann die GroKo-Bund 4.0 endgültig kippt. Nach der Wahl ist vor der Wahl ist nach der Wahl. Es bleibt spannend. Schönes Wochenende.

Ach ja, die gute alte…

…ja was denn eigentlich? Zeit? Gesellschaft? Kultur? Heimat? In letzter Zeit stelle ich auf Facebook einen verstärkten Trend fest, die eigene Kindheit der 70er zu glorifizieren. Psychologisch ist das einfach zu erfassen: die Kindheit wird als ein Ort begriffen, wo (subjektiv) alles besser war, man musste nicht selbst arbeiten gehen, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Man war nicht in so viele andere Verpflichtungen eingebunden und die Welt wirkte zumindest überschaubar. Es lässt sich hier durchaus treffend sagen: das war sie auch, denn wir haben auf Grund der, seinerzeit begrenzten Reichweite der verfügbaren Medien einfach nicht so viel von der Welt mitbekommen.

Was die Überschaubarkeit angeht, haben wir heute echt geschissen; Infos und Meinungen aus aller Herren Länder können sehr leicht gefunden, repliziert, konsumiert aber auch selbst expliziert werden. Das Internet hat in dieser Hinsicht alle Erwartungen übertroffen – auch die negativen. Denn Meinungen finden heutzutage viel schneller sehr viel weitere Verbreitung als Fakten. Sich Tatsachen erarbeiten, sie einordnen und verstehen können, ist mühselig und zeitraubend. Sich eine Meinung zu bilden (oder eine existierende anzueignen) dauert geschätzte 12 Millisekunden; zuzüglich der Zeit, die man braucht, um auf den “Teilen”-Button zu klicken. Wenn es nach mir ginge ginge, gäbe es statt dem “Share”, den “Hate”-Button. Den würde ich viel öfter brauchen.

Wie dem auch sei; mir erschließt sich diese Sehnsucht  nach einem Ort, einer Zeit, in der die Dinge einfacher waren. Auch ich muss bei solchen Filmchen und Bilder manchmal lächeln und nicken. Denn eigentlich ist es ein zutiefst menschliches, unschuldiges Gefühl. Doch wenn ich eine Sekunde länger darüber nachdenke, beschleicht mich der Verdacht, dass man diese Emotion auch sehr gut für andere Zwecke instrumentalisieren kann.  Die auf Facebook viel geteilte Seite “Weißt du noch” z. B. gehört dem Axel Springer Verlag; der ist nun weder für seine progressive politische Haltung, noch für Qualitäts-Journalismus bekannt. Was den Verdacht nahelegt, dass durch die emotionale Hintertür eine konservative politische Agenda bedient werden soll.

Es ist dabei für die Macher unbeachtlich, für mich jedoch von pikanter Ironie dass die gesamten 70er hindurch die SPD in der Regierungsverantwortung war. Die Jahre vor dem deutschen Herbst werden als die letzten guten Jahre, die wir je hatten stilisiert, ein Sehnsuchtsraum, den wir nur durch Abkehr von progressiver “linksgrünversiffter” Politik noch Mal erreichen können. Es geht dabei weniger um die Zeit an sich. Ich bin selbst ein Kind der 70er und hatte eine schöne, weitestenteils unbeschwerte Kindheit. Aber die Verknüpfung von positiver Erinnerung und reaktionärem Weltbild ist für mich äußerst unheilvoll; weil sie durch die Hintertür ein Heimatbild zu festigen versucht, dass als guter Nährboden für Ressentiments, Chauvinismus und Rassismus dienen kann.

Ich denke hier zu weit um die Ecke? Keine Ahnung. Aber dem Axel Springer Verlag trau ich nicht weiter, als ich ein Kioskhäuschen werfen kann und ich bin NICHT Superman. Vielleicht ist es auch nur ein Werbegag eines sterbenden Printmedienfossils. Aber für mich bedeutet es, dass ich mit der Entzauberung unserer Welt durch den Fluch des Erwachsen Werdens zurechtkommen und mir meine eigenen Definition von Heimat erarbeiten muss; und das immer wieder neu. Denn wenn es stimmt, dass “die Heimat da ist, wo das Herz ist”, ist meine Heimat kein bestimmter Ort – und schon gar nicht eine, aller Multikulti´-Aspekte bereinigte Kindheitserinnerung aus  dem Hause Springer…

In diesem Sinne eine schöne Restwoche.

The power of gaming

From time to time, when the urge and the need arise, I feel like posting in english. Though I’m not a natural speaker and may lacking a bit regarding style, some topics are easier to be discussed in the language they stem from. “Powergaming” is one such topic, as it originates – like many other terms in the gaming world – in the anglo-american gaming scene. In classic pen and paper roleplaying as well, as in online games it refers to a gamer, who is primarily interested in maxing the efficiency of his/her character. This is most often achieved by min-maxing. That means putting all points gained in those stats, which generate the best power-advancement and dumping the other stats.

For those not familiar with the term “stats” (or statistics): that means those generic numbers in the given context of a game, that reflect the capabilities of a character; strength, dexterity, stamina, and so on. Even somebody not into gaming can see, what such behavior avails to: i. e. a fighting machine with low brains. Or a con man with the stamina of a fly. In that regard it seems like the stereotypical social exaggeration taken to gaming. But in the context of a game, it serves a purpose: being the biggest hero in town in a specific field of expertise. Being a winner…

Now let’ s take a look at “winning” in games. The definition of the term ain’t easy, as there are multiple possible meanings. For an hardcore e-sport-athlete, winning means, what it means in the real world: being on top, unbeaten, the best scorer, there is. In many a computer game this definition is true, also. But not in all. I’ve come to play “God of War” earlier this year, and although there is combat in it,  where beating the enemy is essential to get further in context, all in all the story itself is the goal of the game; not the repeated – albeit sometimes intriguing – beating of defined obstacles is, what drives this game, but the sheer lust to see, where it all ends…

Without too much spoilering I can say, it was worth the journey. But regarding the aforementioned idea of the story being the goal I need to get back to pen and paper roleplaying. So here I have somebody, playing the game somewhat more competition-oriented. And those people get quite a bashing at times, because somebody once upon a time defined, that the Gygax-Style of gaming (running dungeons, slaying monsters an amassing gold pieces, as every one of them grants XP to build your character) was no good. There needed to be more dramatic art, more role-playing; or so they said…

I’m in this hobby nearly 30 years now, and I’ve seen literally any style of play, quite some rules, systems, settings and game masters. And the one rule, I’ve set up for myself is, that I won’t damn anybodies style of play. As a player, as well as GM, I go, with what I find. And if there are two or three different approaches in my group, so be it. I’ve found techniques to integrate them all into one gaming experience.  Even the often reviled, sometimes even feared powergamer.

Heck, some systems even demand it. How about a team of shadowrunners, where the decker is more into weapons, the rigger a professional dancer and the sams can cook like chefs in the best restaurant in town… WTF? Or a round of pathfinder, where the tank tries to be a healer and bard? If specialization is an obligatory part of the setting/metastory, powergaming is your best option. And all the while they pump their stats, so they can get their spotlight, when the time arises, it’s my job as GM, to make it work out smoothly for anybody; especially those, others  who are either not proficient enough with the rules to powergame by their little lonesome, or resent the idea, because it’s not their piece of cake. I can let them shine, too. It needs just a little consideration.

Some years ago, there began a discussion about different styles of play, and some people tried to establish a taxonomy. In my humble opinion they failed, as most of their definitions where simply pseudo-scientific chitter-chatter, without any empiric backing. But they achieved one thing: many gamers thought about, how to integrate different interests at the gaming table. The combat/action-oriented, the dramatic actor, the tactician, the story-teller; all of them should find a way, to game together, as different approaches could serve to spark new experiences for everybody.

Sometimes I can reach that goal, sometimes I fail at it (sometimes even dramatically). But it has widened my horizon of gaming tremendously. And so I come with this one, simple advice: don’t fear the powergamer!

Always game on!

Fordernder…?

Nach meinem Aufruf zur Genügsamkeit im sozialen, aber vielleicht auch im wirtschaftlichen Umgang kann ich nicht umhin, nun auch den Gegenpart zu thematisieren. Wir Menschen sind als Wesen immer dualistisch angelegt. Das bedeutet, dass Widersprüche und Gegensätze stets Teil unserer Natur sind. Wir sind sozial, aber auch egoistisch. Wir sind stark, aber auch schwach. Wir herrschen und wir folgen. Oft sind diese Gegensätze so stark, so polarisierend, dass die daraus resultierende Spannung nicht aufgelöst werden kann, oder eines von beiden Prinzipien so dominant, dass es das andere verdrängt. Beide Konstellationen können uns ein Leben lang immer wieder in Probleme stürzen.

Wir können uns dem leider nicht entziehen. Und so ist man zumindest ab und an gezwungen, Entscheidungen zu treffen und dann auch durchzusetzen, die einem überhaupt keinen Spaß machen. Nun ist das Leben zwar ein Ponyhof, doch nirgendwo stand geschrieben, dass alle Ponys nett sein müssten. Im Privaten manifestieren sich solche Problem-Szenarien zumeist in unseren Beziehungen. Darauf will ich hier nicht eingehen, da ich vieles sein kann; als Beziehungsratgeber bin ich jedoch mutmaßlich nicht geeignet. Aber auch im Beruflichen kann einem so etwas passieren. Und genau da stehe ich im Moment gerade…

Wer schon mal in einer komplexeren Organisation tätig war, kennt das: es gibt Grüppchen, Seilschaften, Verbände und dazwischen ein unsichtbares Netz aus altem Scheiß. Freundschaften, Verbindlichkeiten, Sympathien. Aber eben auch Unausgesprochenes, Kränkungen, Widerspruch bis hin zur Animosität. Kommt man da quasi neu hinein, ist es anfangs manchmal wie Pogo-Hüpfen im Minenfeld. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis du den ersten Volltreffer landest. Manche Auswirkungen sind peinlich, manche amüsant; aber manche können auch alles in Frage stellen, was du zu wissen glaubst.

Ich bin, wie schon des Öfteren erwähnt, ein neugieriges Wesen. ich habe gerne das ganze Bild. Doch dazu muss man sich erst einmal mit allen unterhalten. Mit manchen kommt man leichter ins Gespräch, mit anderen weniger leicht. Doch das ändert nichts am Kommunikationsbedarf, wenn man manche Fallen von vornherein entschärfen möchte. Ich darf sagen, dass meine Trefferquote hier mittelprächtig ist. So, wie bei den meisten anderen auch. Allerdings bin ich geduldiger (vielleicht auch leidensfähiger) als viele andere. Mag am Alter liegen. Und ich habe gelernt, dass es einen bestimmten Punkt, ab dem wir uns an unsere (Er)Kenntnisse zu krallen beginnen, weil uns das eine gefühlte Sicherheit im Umgang mit dem Unbill des Alltags gibt. Das ist der Punkt an dem gefühlte Wahrheit zum Dogma wird.

Das Dogma ist immunisierte Überzeugung (gut zu beobachten bei AfD-Anhängern oder machen Gläubigen). Es gibt uns das recht, so zu tun, wie wir tun. Egal, ob wir damit objektiv Recht haben, oder auch nicht. Man neigt dazu, Menschen, die man gut leiden kann so etwas lange nachzusehen. Aber nicht unendlich lang. Irgendwann kommt der Punkt, da das eigene Autonomie-Bestreben sich des Kategorischen Imperativs erinnert und beginnt, Dinge zu fordern. Doch wie fordernd kann bzw. darf ich werden?

Es ist eine Gratwanderung; wie so vieles andere im Leben auch. Unsere Existenz ist nie ein gerader Fluss und wenn mich das Leben erwas gelehrt hat, dann, dass ich das Unerwartete erwarten muss und das Erfahrung etwas ist, das man hat, fünf Minuten nachdem man es gebraucht hätte. Nach allem, was ich in der letzten Zeit erlebt habe, stehe ich jetzt an dem Punkt, an dem ich fordernder werden MUSS. Also werde ich fordern. Und bei Nichterfüllung meine Konsequenzen ziehen. Das Leben ist zu kurz zum Warten!

Habt eine schöne Woche…

Genügsamer…?

Manche Geschichten erzählen davon, dass man mit dem Voranschreiten des Alters ein höheres Maß an Genügsamkeit erlangen würde. Das ist natürlich Käse, weil das Prinzip “One-Size-Fits-All” in der Sozialpsychologie genauso wenig funktioniert, wie beim Klamottenkauf. Und überhaupt muss man erst mal fragen – vor allem im Hinblick auf die unterschiedlichen Begriffe, die sich dahinter eigentlich verbergen – auf welchem Genügsamkeits-Sektor wir uns gerade bewegen. Ich persönlich bin z. B. sehr einfach gestrickt, wenn es um meine Ansprüche an ein Ferien-Apartment geht: ‘n Platz zum kochen, essen, schlafen und abends gemütlich sitzen. Vielleicht ein Pool, wenn ich im Sommer unterwegs bin und das Meer nicht nah genug. Das wär’s auch schon.

Geht es indes um sprachliche und inhaltliche Präzision, insbesondere bei Sachthemen von Interesse, bin ich alles andere als genügsam. Da will ich es genau wissen, will verstehen, was mein Gegenüber bewegt, warum manche Sachverhalte so sind, aber nicht anders, wie es zu gewissen Entscheidungen kommt und wie man Prozesse beschreiben kann; weil ich den einen oder anderen gerne verbessern würde.

Das klingt jetzt vielleicht zunächst ganz arg schlimm nach Arbeit, nach einer Verletzung der Work-Life-Balance ( nach längerem Nachdenken mein ganz persönliches Unwort des Jahrzehnts, direkt gefolgt von “Umvolkung” und “digital natives” – man kann Völker nicht umtopfen und ein Mensch bleibt auch bei 22h Social-Media-Konsum pro Tag am Ende immer noch ein soziales Wesen). Ist es aber nicht.

Meine Arbeit und mein Privatleben haben immer miteinander zu tun, weil ich Befindlichkeiten nicht so einfach am Schichtende ablegen kann, wie meine persönliche Schutzausrüstung. Weil Kollegen oft genug auch Freunde sind oder umgekehrt dazu werden. Weil ich viel Zeit bei der Arbeit verbringe und daraus notwendigerweise ein Bedürfnis nach etwas Harmonie an diesem Ort entsteht. Zumal Arbeit auch in meinem Gewerk nicht zwingend einen Ort hat, an den sie gekoppelt ist.

Immer wieder neu ringe ich also um Effizienz und Effektivität. Ich versuche stets, meine Zeit bewusst in das Private und das Berufliche zu trennen, wohl wissend, dass der versuch gelegentlich scheitert. Nicht etwa, weil ich ein Workaholic wäre (das hätte mein Chef vielleicht gerne), sondern, weil ich ein Mensch bin, der menschlich handelt. Humanität ist nun zwar kein Merkmal des Gesundheitswesens , in welchem ich tätig bin – wohl aber ist sie ein Merkmal von mir. Eines, das zu bewahren ich immer wieder zu Kraftakten aufgefordert bin, in dieser Welt, in der die Humanitas kein Asset von Wert ist, für das man irgendwas eintauschen kann.

Im Gegenteil ist sie ein Wert an sich, der unhinterfragbar, unhintergehbar Kompass meines Tuns sein soll; auch wenn ich manchmal vom diesem Kurs abweiche, so wie Menschen das eben tun. Doch wie kommt man von der Genügsamkeit zur Humanität? Ganz einfach, indem man sich den Aspekt der Bescheidenheit und des Verzichts zugunsten Anderer ins Gedächtnis ruft. In dem Moment wird klar, dass wir alle dazu aufgerufen sind – unabhängig vom Alter – uns dann und wann in Genügsamkeit zu üben. Denn das, was wir uns versagen, kommt in aller Regel zu uns zurück. Vielleicht auf Umwegen. Aber Karma ist, genau wie Erziehung ein Bumerang.

Bevor man Genügsamkeit also als Schwachsinn für die Schwachen abtut, jene, die ihre Ellbogen zu benutzen nicht ausreichend erlernt zu haben scheinen, sollte ich mich fragen, ganz bewusst bedenken, was dieser Verzicht für mich nun bedeutet. Und zwar jetzt. Und dann in ein paar Wochen. Und dann in ein paar Monaten. Und so weiter… Nicht in allen Dingen ist Genügsamkeit gut. es gibt auch bereiche, in denen ich fordern muss. Aber dazu ein anderes Mal mehr. Bis dahin alles Gute.