A snipet of genderism…

Ja, das biologische und das soziale Geschlecht müssen nicht gleich sein. Ja, es gibt Menschen, die sich damit schwer tun, sich in männlich oder weiblich einzusortieren und lieber entweder als geschlechtslos, oder wahlweise als mehrgeschlechtlich wahrgenommen werden wollen und das mitunter auch noch je nach Situation unterschiedlich. Damit komme ich klar. Ich gehöre auch nicht zu den Vätern, die ihre Kinder – in meinem Falle zwei Töchter – in irgendwelche überkommenen Rollenklischees zu dängen versuchen. Es liegt mir wirklich fern, psychologische und soziologische Forschung über die Konstruktion von Identität als Unfug abzutun, dafür bin ich selbst viel zu sehr mit solcher Materie beschäftigt.

Aber ich lasse mich als weißer, westlicher, protestantischer Mann NICHT zum Sündenbock für alles den Frauen bis heute angetane Unrecht abstempeln, nur weil ich zufällig so geboren und aufgewachsen bin. Ich tue mir verdammt schwer, jemanden als Profx oder Ähnliches anzureden oder anzuschreiben, weil ich die Tötung der deutschen Sprache um eines willkürlich erschaffenen Dogmas Willen nicht hinnehmen oder gar selbst mit betreiben will! Sprache ist gewiss symbolvermittelte Kommunikation und auch wenn ich anerkenne, dass sie als solches durchaus ein Mittel zur Konstruktion sozialer Unterschiede und damit zur Machtausübung sein kann, weigere ich mich kategorisch, die Idee einer Attributszuschreibung durch sprachlichen Ausdruck – genau das tue ich nämlich, wenn ich jemanden als Herr oder Frau anspreche, ich ordne der angesprochenen Person eine Eigenschaft, im konkreten Fall ein Geschlecht zu – zu negieren. Und zwar, weil ich andernfalls ein gegebenenfalls notwendiges Attribut erst umständlich und damit auch potentiell missverständlich konstruieren muss. Es wäre um einiges sinnvoller, sich darauf zu einigen, wie man differierende Selbstwahrnehmung zuordnend in der Außenkommunikation ausdrücken kann.

Nicht, weil ich meine, dass jeder ein Label braucht! Das ist nicht der Fall. Sondern, weil sprachliche Präzision die Kommunikation erleichtert, beziehungsweise oft überhaupt erst möglich macht. Das jemand sich nicht als Mann oder Frau fühlt, ist kein Hinderungsgrund, eine Attribuierung der eigenen Person zuzulassen, selbst wenn die Wahrnehmung durch andere zunächst nicht Deckungsgleich mit der eigenen ist. Das dürfte im Übrigen in den allermeisten Fällen sozialer Beziehungen zutreffen, wird aber im Bereich der Gender Studies unnötigerweise skandalisiert. Doch vielleicht wäre es sinnvoll, sich selbst diesbezüglich erst mal zu erklären, bevor man anderen seine eigene Wahrnehmung durch dogmatische Sprachmisshandlung aufzuoktroyieren versucht. Dogmen schaffen nämlich kein Verständnis, sondern Feindschaft.

Und nur mal so am Rande: Wenn Sprache ein solches Machtinstrument zur Unterdrückung hauptsächlich der Frauen aber eben auch der anderen sozialen Geschlechter ist, warum muss Frau/x dann als Gegenmaßnahme unbedingt Männer sprachlich diskriminieren? Ist „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ für Genderisten nicht doch ein bisschen zu Alttestamentarisch? Schöne Woche noch.

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