Springtime Relief!

Ich bin eine Gadget-Hure. Man kann das drehen und wenden wie man will, aber technische Geräte, die einem (oft nur vorgeblich) das Leben erleichtern, faszinieren mich. Ich bin heute, obschon mit besseren finanziellen Mitteln gesegnet, allerdings nicht mehr so schnell dabei, mir Dinge, die mich interessieren einfach zu kaufen. Mag an einem stetigen Überdenken meines Konsumverhaltens liegen, oder daran, dass ich wirklich gerne Reviews lese. Und dann zwangsläufig auch über jene stolpere, die dieses oder jenes echt coole Dingens als exakt so scheißig entlarven, wie es das auch ist; oder auf Probleme in der praktischen Nutzbarkeit hinweisen. Oder den Zweck des Gerätes als solchen in Frage stellen. Wie viele analoge Notizblöcke und Stifte kann man für ein remarkable(c) kaufen? (ein E-Ink-Tablet, mit dem man genau eine Sache tun kann: handschriftliche Notizen auf einem elektronischen Gerät aufzeichnen, dass sich anfühlt, wie Papier…) Ich denke halt oft darüber nach, wie ich meine kreativen Prozesse besser, geschmeidiger, effektiver gestalten kann. Und manchmal komme ich dabei auf das schmale Brett, dass Tech alles besser macht. Augerechnet ich als Pädagoge müsste es doch besser wissen, oder…? Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir Menschen des frühen 21. Jahrhunderts immer noch an das Fortschritts- und vor allem das Coolness-Versprechen glauben, dass uns seit Jahrzehnten von verschiedenen Konzernen tagtäglich ins Hirn gehämmert wird. Anders kann man es sich kaum erklären, dass die Firma Apple so groß geworden ist, mit Produkten, die andere genausogut entwickeln und herstellen können.

Ich werde dieses Jahr 50 und scheine manchmal trotzdem immer noch zu denken wie ein 20-Jähriger. OK, Jungs werden 14 und wachsen danach maximal noch an Höhe und Breite; dennoch ist es ernüchternd, sich für so unglaublich reflektiert zu halten, um trotzdem wieder und wieder Artikeln auf den Leim zu gehen, die darüber berichten, welche Tech und welche Methoden man UNBEDINGT braucht, um seinen creative workflow auf Level zu bringen. Alleine die Menge an Brechreiz erregendem Marketingsprech, die viele Artikel über Kreativ-Gadgets und Kreativ-Methoden und Kreativ-Räume, sowie die sie erzeugenden Journaloiden umwölkt, könnte mir ein Indikator für die aufgeblasen-scheißige Hohlheit des Inhaltes sein. Und doch… blöd bleibt manchmal blöd. In den vergangenen Monaten war ein Grund – und das soll hier wirklich nichts entschuldigen – der Umstand, dass ich nicht so ganz ich selbst war. Gefangen in einer Dunkelschleife, welche die üblichen Probleme mit sich brachte: Dünnhäutigkeit, Selbstzweifel, Aggressionen, Vermeidungsstrategien, Antriebslosigkeit, gelegentliches Prokrastinieren – und natürlich den Gegenpol: krankhaftes Schuften auf der Suche nach Erfolgserlebnissen. Name it, I know it! Been there, done that… Die unnütze Suche nach dämlichen Gadgets und anderer Leute neuen Ideen (die ich eigentlich selbst schon im Überfluss habe) fällt gleich in mehrere der vorgenannten dysfunktionalen Coping-Strategien. Und ich frage mich, wie viele Andere sich irgendwelchen Müll kaufen, um eine Leere auszufüllem, die mit ein bisschen Lachen, Lesen (BÜCHER), menschlicher Nähe, Sonnenlicht und sozialer Aktivität viel besser zu füllen wäre?

Doch es sieht nun wenigstens für mich ein bisschen so aus, als wenn das Eis langsam bricht. Man mag gar nicht darüber nachdenken, dass Ende nächster Woche evtl. noch mal ein Wintereinbruch kommen soll. Ich kann das Grau in Grau nicht mehr sehen, ich brauche jetzt Frühling. Nicht nur, weil man dann wieder etwas mehr draußen unternehmen kann, wodurch mein Vitamin-D-Pegel auch nicht mehr per Substitution gepushed werden muss. Ebenso nicht, weil bei Sonnenschein gefühlt alles ein bisschen leichter fällt. Sondern weil ich spüre, dass der Griff meiner Depression wirklich nachlässt, der mich dieses Mal mehrere Monate nicht richtig hat zur Ruhe kommen lassen. Ich kann nicht leugnen, dass es mir derzeit immer noch schwer fällt, richtig gut draufzukommen. Und die Arbeit ist derzeit nicht eben ein Quell steter Freude, weil immer neue Hürden auftauchen, die nur selten einfach zu bezwingen sind. Aber es wird. Ganz langsam wird es wieder! Und ich darf erneut feststellen, dass oft der Wunsch nach Konsum nicht mehr ist, als ein gut versteckter Mangel an etwas anderem. Ich habe heute Morgen vor der Playse gesessen und gezockt, war danach mittags im Sonnenschein mit der besten Ehefrau von allen am Rhein spazieren. Danach haben wir uns allen daheim ein köstliches Mal bereitet und nun sitze ich hier und schreibe diese Zeilen. Und ich fühle mich einmal mehr gesegnet, über etwas von meiner Zeit selbst verfügen zu dürfen. Denn dann ergeben sich bei mir die Kreativität, so manche Problemlösung, soziales Miteinander und Zufriedenheit ganz von selbst. In diesem Sinne – startet bedacht und trotzdem offen in die neue Woche. Noch ist der Frühling fragil…

Auch als Podcast…

Review of a dark voyage…

Lebend sterben oder sterbend leben – wo ist der Unterschied, wenn man nichts fühlt…? Ich haste vorwärts, auf der Suche, nein auf der Jagd… doch nach was? Nach Sinn vielleicht, nach Erkenntnis, oder doch nur nach einer neuen Möglichkeit die Zeit, die mir geschenkt ist sinnlos anzufüllen. Sinnvoll anzufüllen? Doch mit was? Mit Worten oder mit Taten? Mit Gedanken oder mit Aktion? Vielleicht einfach mit Nichts; was süßer sein kann als alles andere zusammen, aber einen unangenehmen Geschmack im Mund hinterlässt, metallisch wie Blut, wenn man sich auf die Zunge gebissen hat. Habe ich verschwendet? Zeit, Geld, Ressourcen nicht optimal ausgenützt? Manage ich mich als Unternehmen im Kampf gegen all die anderen Ich-Unternehmen erfolgreich genug oder wirft mein Leben doch nicht ausreichend Profit ab? Was ist der Lebensprofit überhaupt? Ich haste weiter auf der Jagd. Stelle ich überhaupt die richtigen Fragen oder drehe ich mich nur im Kreis? Drehe ich mich um mich selbst, so wie es meine Natur ist? So wie es des Menschen Natur war, seit er glaubt, das Denken gelernt zu haben; was aber nicht mehr tolerierbar ist in einer Welt, in der sich alles irgendwie um etwas dreht, aber nichts mehr bedeutet als das, was es kostet. Koste ich oder werfe ich ab – und falls ja was oder wie viel und für wen? Belaste ich, oder entlaste ich? Auf welche Art verlaste ich? Nämlich all die Fragen auf meiner Seele, auf die keine Antworten gegeben werden, es sei denn, ich suche sie selbst; in mir, in dem was ich tue, darin wie ich es tue, wen ich damit auf welche Weise berühre und was das für mich bringt oder was es mich kostet. Denke ich also überhaupt? Und falls ich es zustande bringe, komme ich damit irgendwann irgendwo an…?

Und wieder treiben mich meine Gedanken weiter, denn diese bleiben nicht stehen; sie kommen stets schneller, als meine Finger sie der Tastatur zu schenken vermögen, weitaus mächtiger, als alles, was meine dürren Worte zu vermitteln fähig sind, komplexer, lieblicher, grausamer, seltsamer, verschlungener, verstörender, verführender, immer anders und doch stets gleich, denn es sind meine Gedanken und ich kann sie teilen oder es lassen. Ganz wie es mir beliebt! Empfinde mich plötzlich als reich, denn ich bin der Herr all des Gedachten, das sie vielleicht nie erfahren können, denn ich schenke nicht alles, was mich ausmacht, nur soviel, das es eben genügt, Bilder in den anderen Köpfen ringsum entstehen zu lassen.

So lebe ich sterbend, denn mit jedem Gedanken, der mich verlässt und in der Welt sein Unheil anrichtet, schenke ich euch einen Teil meiner Energie her! Und auch wenn das – spärliche – Feedback einen Teil dieser Kraft vielleicht recycelt; war das Geäußerte nur originell genug, kann es nicht reproduziert werden und eine neue Originalität kostet neue Kraft! Ich will ich mich doch stets aufs neue selbst finden, in dem was ich denke und sage, will schaffen, will erschaffen und wieder finden, was ich beim herschenken meiner Worte zu verlieren glaube. Bin doch Narr genug, bis heute nicht verstanden zu haben, warum der Krug denn ich so gerne ausgieße sich immer aufs Neue füllt, auch wenn ich mich dafür Jahr um Jahr etwas mehr anstrengen muss. Bin gesegnet mit vielen Dingen, mit wundervollen Menschen um mich, und manchmal mit Inspiration und dem Wunsch diese zu teilen, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen, ohne Ziel – aber immer mit der Angst sie ungenutzt verglühen zu lassen, wenn ich sie nicht rechtzeitig teile! Haste also weiter, atemlos, überwältigt von dem was mich treibt, unfähig zu begreifen warum, und ebenso chancenlos, vorher zu erfahren wohin. Also lasse ich mich einfach treiben, genieße den Ritt wie eine Zugfahrt mit dem Glacier-Express. Die Landschaft rauscht vorbei, zu schnell um jedes letzte Detail einsaugen zu können, aber doch langsam genug um zu begreifen, dass ich dieses Panorama nicht begreifen kann. Denn was hier erschaffen wurde, ist zu gewaltig um es verstehen zu können. Bestenfalls habe ich genug Kraft es zu würdigen; also würdige ich nach Kräften, während der Sog mich fortzieht, denn das Leben ist zu kurz um es an EINEM Panorama zu verschwenden, wenn es doch noch so viele andere gibt, an deren Schönheit man verzweifeln möchte, weil sie einem die eigene Unzulänglichkeit, die eigene Schwäche zeigen, mit sanftem Spott. Man erkennt einfach nur eine Grenze. Es gibt so viele Grenzen, aber diese eine, die vermutlich mächtiger ist als alles andere, die muss jeder irgendwann begreifen lernen.

Sterbe ich also tatsächlich lebend? Biologisch betrachtet jeden Tag ein bisschen, da ich das zarte Alter von 25 schon lange hinter mir gelassen habe aber das ficht mich nicht, denn noch ist der angebliche Verfall mit weitestenteils verkraftbaren Zeichen einhergegangen. Und doch kann ich nicht leugnen, dass ein Teil stirbt. Die Leichtigkeit, das unerhört freie Gefühl der Unsterblichkeit, das lässige Drauf-Scheißen, die Spontaneität; all diese sündigen Vorzüge der frühen Jugend sterben tatsächlich mit jedem Tag ein bisschen, weil das Leben ein winziges Mehr an Verantwortung, an Notwendigkeit, an Kompromissbereitschaft injiziert. Ohne, dass man es fühlen kann. Und plötzlich ist sie da, diese Ohnmacht, wenn man begreift, dass man etwas verloren hat, von dem man sich immer geschworen hatte, es stets im Herzen festzuhalten. Es drückt, es würgt mich, es wirft mich nieder, lässt mich entsetzt, atemlos und zugleich vollkommen leer zurück. Narretei! Vergiss die Freiheit, denn du bist ein Rädchen im Getriebe der Welt und ohne diese Rädchen gibt’s auch die Welt nicht mehr, in der du es dir so schön eingereichtet hast. Höhnisch klingt die Stimme der Ratio in meinem Schädel, verlacht mich ob meinem kindischen Wunsch nach mehr Freiheit, nach frischem Geist, nach all dem, was ich mir verloren glaube. Ich will schreien, will aus dem grauenhaften Alptraum erwachen, will fort, will nicht mehr sterbend leben – doch plötzlich fühle ich!

Ich entdecke nun, dass der Funke NICHT fort ist, ich habe ihn nur unter dem Gebirge der Verpflichtungen verkramt, auf dem Schreibtisch meiner Seele unter den ganzen Rechnungen gestorbener Träume und enttäuschter Hoffnungen vergessen. Doch er glimmt nicht nur, er strahlt, hat kaum an Kraft und Glanz verloren. Plötzlich wird die Hast zur Ruhe, die Rastlosigkeit zur Gewissheit. Begreife plötzlich, woher die Kraft kommt, die gerne hergeschenkte und darob niemals verschleuderte. Weiß, was mich treibt, was mich hetzt, was mich nicht stillstehen lässt. Und plötzlich ist egal, ob ich lebend sterbe oder sterbend lebe, denn ich fühle – fühle die unbändige Lust, auf’s neue Bilder in die Köpfe der Menschen zu schicken. Bilder, die – so hoffe ich jedenfalls immer noch – Kraft in sich tragen und vielleicht den einen oder anderen dazu bringen, nach seinem eigenen Funken zu suchen. Denn er ist ganz sicher da … und wartet nur darauf, wieder gefunden zu werden!

Auch als Podcast…

Simulation eines Epilogs…

’n bisschen altes Geschreibsel. Das Gehirn muss ab und an entschlacken. Enjoy and comment, if you wish.

Tagesspaziergangsbefund: Dalmatiner- oder Elfen-Krokus…
Tick...
Der Blick schweift durch den Raum und bleibt hängen an dem alten Regulator in der Ecke, und wie sein Pendel langsam, geradezu bedächtig hin- und her schwingt, im hypnotisierenden Rhythmus des einzigen, universalen Herzschlags – das letzte, das einzige Limit, das wir Menschen noch nicht überschritten haben, aber nur weil selbst unsere kühnsten wissenschaftlichen Wagnisse uns dies Geheimnis noch nicht enthüllen konnten. 
Tack...
Wie dicke Regentropfen, die an einem kalten, nebeligen Herbsttag auf einen kleinen Teich hernieder prasseln, so passieren die ankommenden Eindrücke meine Augen, um in den See meiner Erinnerungen hineinzufallen. Und so wie die Tropfen schlägt jeder Moment, jeder Gedanke, jede Emotion Wellen – Wellen, welche die Oberfläche verwirbeln, und es unmöglich machen tiefer in den See hineinzuschauen, zu sehen was er wohl enthalten mag.
Tick...
Die Augen seien das Tor zur Seele des Menschen, doch was ist eine Seele. Ist sie einfach nur die Summe alles Erinnerten und Gedachten, eine Art sich selbst programmierende Handlungsmatrix? Sind es die Emotionen, die zweifellos all unser Tun leiten, ganz gleich wie logisch zu Handeln wir auch glauben? Oder ist sie vielleicht doch eine abstrakte Form von Energie, gegeben von einer namenlosen Schöpferkreatur, gedacht uns auch die Kraft zur Schöpfung zu geben? Ganz gleich was sie auch sein mochte, einen Blick durch dieses Portal könnten wir nur tun, wenn das Individuum sich vor all diesen störenden Einblicken abschotten könnte, doch selbst unsere Beobachtung wäre Stimulus genug, dies Vorhaben zum Scheitern zu verdammen.
Tack...
Wieder kommen die alten Fragen hoch, die Zweifel, die Ängste, sie zerreißen mich, zerreißen das sorgfältig gewobene Gespinst, welches ich meine Existenz nennen möchte, doch nicht länger kann. Immerzu wollte ich Antworten, doch gleich wie viel ich in Erfahrung brachte, wie viel mehr ich auch lernte, gab es keine Befriedigung und auch keinen Frieden. Meine Vendetta gegen dieses Sein, sie war verloren, einmal mehr und doch … doch konnte ich keinen Groll verspüren, keinen Hass. Wie sollte man auch etwas hassen, das keinen Körper, keine definierte Form, keine … Wahrhaftigkeit besaß?
Tick...
Meine Seele ist verloren. Ich bin mir nicht einmal sicher, dass ich je eine besessen habe. Eigentlich ist es auch gleichgültig, denn ich hätte eh nicht begriffen, was ich verloren hätte, bevor die letzte Chance, es zu ändern vorüber gegangen war. Immerhin hatte ich diesbezüglich Konsequenz gezeigt. Nun wie dem auch sei, dieser letzte Moment, bevor es so weit ist, bevor das Unausweichliche beginnt, er fühlt sich an wie eine verdammte Ewigkeit. Ich fühle nicht, ich atme nicht, ich denke nur. Und in der Zeit, die sie gebraucht haben, die unwesentlichen, nichtsdestotrotz mit beinahe unendlicher Geschwindigkeit produzierten Projektionen meiner cerebralen Tätigkeit zu konsumieren, ist der letzte Schritt getan, und nichts, rein gar nichts wird … nein KANN je wieder so sein, wie es war. Ganz so, als ob der Rhythmus des universalen Herzschlags ins Stolpern gekommen wäre!
Ta...

Looking forward to look back…

Isn't it funny how 
day by day 
nothing changes,
but when you look back
everything is different...
(C. S. Lewis)
Bald wird das Licht wieder so schön…

Wenn du das Gefühl hast, Menschen nicht zu erreichen, gibt es dafür aus meiner Sicht drei mögliche Gründe: 1) du hast sie tatsächlich nicht erreicht, 2) du hast Zuhörer, die eine Weile länger für den Reflexionsprozess brauchen als andere, oder 3) du bist zu hart zu dir selbst. Man sollte sich ab und an den Luxus gönnen, sich dafür zu entscheiden, an Grund Nummer 3 zu glauben. Denn wissen kann man es sowieso niemals sicher. Dieser Sachverhalt ist eines der Probleme, mit denen Geschichtenerzähler in ihrer Tätigkeit öfter zu kämpfen haben – und zwar vollkommen egal, wo, wie, wem und warum sie ihre Geschichten erzählen. Ja sicher, manchmal reißt man sie alle mit und kann es auch sehen (oder besser fühlen), dass alle gerade in die Erzählung eingetaucht sind, mit dieser interagieren (wollen) und sich dabei wohl fühlen. Aber oft sitzen/stehen/gehen alle umher und du bekommst dieses Gefühl, dass, obwohl du dir mit deiner Erzählung echt Mühe gegeben hast, trotzdem nicht dabei rumkommt, was eigentlich rumkommen sollte. Und dann bin ICH der Typ, der nicht den anderen die Schuld dafür gibt, dass es nicht so gelaufen ist. In diesem Moment beziehe ich mich gerade auf eine Simulation, die ich für berufliche Bildungs-Belange inszeniert habe und mit der ich nicht zufrieden bin, ohne wirklich sagen zu können, wo das Problem lag – oder ob es tatsächlich eines gab. Es gibt einfach Teilnehmer-Gruppen, die nicht so homogen sind und bei denen es mir deswegen sehr schwer fällt, zu lesen, was da gerade vor sich geht. Und es ist jetzt nicht so, dass ich nicht regelmäßig üben würde.

Es gibt im englischen den Begriff „jaded„, der einerseits „abgestumpft“ bedeuten kann, andererseits aber auch „matt“ oder „übersättigt„. Und ich hatte irgendwie den Eindruck, dass meine Bemühungen bei einigen auf ein kaltes Lächeln gestoßen sind, weil sie einfach jaded waren; durch die begriffliche Ambiguität ist der vorgefundene Zustand einfach besser beschrieben. Oder ich täusche mich gewaltig. Was definitiv nicht ohne Präzedenz wäre. So oder so war ich gestern zwar erleichtert, die Woche endlich hinter mich gebracht zu haben, weil sie so vollgestopft war mit Arbeit und (teils unnötigen) Diskussionen. Ich war jedoch nicht so zufrieden mit dem Ergebnis meines Wirkens. Was mich in der Folge regelmäßig dazu bringt, über die Begriffe „Selbstbild“ und „Anspruch“ nachzudenken. Denn aus berufsbildnerischer Sicht bin ich mir nicht sicher, dass ich die TN so zum Lernen und Reflektieren anregen konnte, wie ich das von mir selbst erwarte. Auf der anderen Seite sitzt der weniger selbstkritsche Teil und sagt:“ Fuck off bastards. It’s on YOU, wether you succeed in the end, or not! So – let’s call it a day, I’ve got places to visit and things to do all FOR MYSELF!“ Oder etwas freundlicher: Erwachsenenbildung ist ein freibleibendes Angebot und jede’r ist seines/ihres (Un)Glückes Schmied! Dass ich gelegentlich von meiner Arbeit träume und morgens in diesem Dazwischen – noch nicht ganz wach, aber auch nicht mehr ganz in Morpheus Armen gefangen – des öfteren Job-Probleme wälze, anstatt irgendwelche netten, anregenden, unterhaltsamen Phantasien heraufbeschwören zu können, sagt hier wohl mehr als genug darüber aus, wie wenig ich die Dinge an meinem Arsch vorbeilaufen lassen kann… Anscheinend bin ICH immer noch nicht jaded!

Und bevor jetzt irgendwer mit wohlfeilem Gen-Z-Gejammer daherkommt… das ist mir als Erklärung zu kurz gedacht, auch wenn die allermeisten TN dieser willkürlich definierten Kohorte zugehörig sind. Ob sie sich allerdings dem, oft genug multimedial heraufbeschworenen „Mindset“ auch zugehörig FÜHLEN, kann ich nicht mit Sicherheit sagen; tendenziell würde ich eher für „NEIN“ plädieren. Aber das ist zu 100% gebaucht, nicht geforscht. Worauf ich allerdings hinaus will ist folgendes – ich kennen die TN schon länger und ich kann mit Sicherheit sagen, dass sich im Verlauf der Zeit sehr wohl etwas verändert hat – in Einzelpersonen, aber auch im Umgang miteinander und mit anderen. Wenn irgendwas konstant ist, dann der Wandel; und ich würde die positiv veränderten Aspekte sicher NICHT auf unsere pädagogischen Interventionen zurückführen. Vielleicht bei einen Teil, aber sicher nicht bei allen. Mit Blick auf das Anfangs aufgeführte Zitat von Clive Staples Lewis (den man üblicherweise für seine „Die Chroniken von Narnia“-Bücher kennt) wird aber klar, dass einem im day-to-day-business manchmal der Blick für diese Veränderungen abhanden kommen kann. Auch für jene Veränderungen, auf die unsere Arbeit als Lehrer im Kern abzielt! Bei einer Ausbildung werden die wahrhaft wichtigen „Kennzahlen“ halt erst nach ca. drei Jahren sichtbar; auch wenn Betriebswirte das oft nicht wirklich verstehen können.

Das Gleiche gilt übrigens auch für andere Geschichten, die ich zu erzählen beliebe. Auch deren Wirkung zeigt sich oft erst später. Und das unabhängig von der Ernsthaftigkeit. Manche Erzählungen werden unerwartet erinnernswert und verändern gleichsam die Wahrnehmung dessen, was wir taten, was wir tun – und was wir tun werden! Ich käme nie auf die beknackte Idee, Pen’n’Paper wie ’ne Lehrveranstaltung aufziehen zu wollen. Jedoch ergibt sich dieser Effekt manchmal ganz von selbst. Der wichtigste Unterschied ist, dass eine pädagogische Veranstaltung im Kern immer auf eine Verhaltensanpassung abzielt, ganz gleich ob ich dabei „klassische“ Didaktik zum Einsatz bringe, Reform-Ansätze wie Montessori oder Waldorf oder gar ganz freies Lernen. Die Prozesse der Akkomodation und Assimilation werden überall, mehr oder weniger stark moderiert, wirksam! Allerdings sieht man die Wirkung immer erst mit Verzögerung. Daher ist es wichtig, gelegentlich bewusst zurückzublicken, auch wenn die Vergangenheit nicht nur schöne Dinge enthält. Wir Menschen sind ja sehr gut darin, schlechte Erinnerungen aufzubewahren. Eigentlich sollen sie uns davor bewahren, den gleichen Fehler zwei Mal zu machen. Na ja, wenn ich mir das mit der AfD so anschaue, funktioniert das mit dem Generations-übergreifenden Lernen noch nicht so ganz. Schwamm drüber. Für mich war es mal wieder an der Zeit, zurückzublicken. Und ich denke, dass bei weitem nicht alle Anstrengungen der letzten Jahre vergeudet waren. Bis die jungen Leute das erkennen können, müssen sie allerdings erst noch lernen, dass man niemals jaded werden sollte. Sondern immer hungrig auf das Neue bleiben. Auch, wenn man von der mentalen Couch in der eigenen Komfortzone gezerrt und mit potentiellem Scheitern konfrontiert wird. Genau dann lernt man etwas dazu. Jedenfalls ging es mir so. Denn jetzt bin ich mit meiner Arbeit der letzten Tage versöhnt. Sie war definitiv NICHT UMSONST, denn ICH bin daran einmal mehr gewachsen. In diesem Sinne – schönen Samstagabend.

Auch als Podcast…

Fun Fiction…?

In those decades, since I first stepped into the vast media landscape of various genres of science-fiction and fantasy it never occured to me, what the term „genre“ really is about. I mean, frankly speaking I didn’t care that much, as my own mode of storytelling always incorporated different ideas and themes from multiple so called genres. I think, if I had to describe my early creative processes, it would be re-mix and mash-up of art, music, graphic novels, books and tv mingling with original ideas and finally translating into something, that could be described as somewhat viable content. As I grew older – as a human just as much as a storyteller – I began to think more differentiated. I tried to incorporate ideas in my stories, which reflected my experiences in the real world as much, as any author does. And naturally, those experiences included real world problems, which I deemed all new and original; not understanding, that I simply wasn’t able to see, that they had been there too in those aforementioned cultural products, I had comsumed over the years. Well, maybe you need to grow into adulthood, to understand adult problems…? Most of those stories were developed for my hobby N°1: table top role playing games, as I’m a Game Master with about 35 years of experience now. Not that experience necessarily amounts to anything. You can do the same thing for about 35 years and the results are still shitty. Growth in skill can’t rely on experience only; truly REFLECTIVE practitioners are the ones, that evolve and develop REAL SKILL (thank you Donald Schön). It took me quite a while indeed, to recognice those facts…

What is it about, to lead a creative live?

Nowadays my look at storytelling is quite a bit different. I still tell stories in a rather genre-agnostic way, as I simply don’t see, why external conventions should set boundaries as to what is possible in any given story, as long as internal logical coherence, the laws of physics (well, at least as long, as they apply – not really true, when magic comes into play), and story continuity are maintained. Yes, I do call my different settings by a given theme or genre, so that my players have at least an idea, what the adventures will be all about. It would be more than just a little annoying, if I would invite them to a new heroic fantasy campaign, just to transport their characters into a nightmare-filled world of steampunky gothic horror within the first session of play. But even with a given name, I don’t cling that hard to typical conventions, as I like to subvert expectations at least a bit. The idea here is, to bring some freshness and novelty to games, that otherwise could become stale and unattractive. My first look is always at the non-player-characters and their motivations, goals, strengths and weaknesses. You might see a dim similarity to a classical SWOT-analysis, straight out of a businessplan. And yeah, the process is indeed more than just a bit similar. When you need an NPC for a bit of exposition, it always needs to be subtle. Like in a movie, you don’t narrate the key ideas with words, but you rather show them with imagery, reflecting the inner workings of those characters involved. You build tension by establishing conflicting goals and worldviews and let the heroes of the story – a.k.a. the player characters – decide, how to resolute that tension. The true art here is to find images that fit that bill of giving the players an idea of what is really going on inside the head of the antagonist, they need to overcome. Or, if they really need to overcome those NPCs? Sometimes the solution doesn’t necessarily mean, that they have to resort to violence. But, at that point it’s up to the players to decide upon the road, they’d want to take…

Genre or theme is there to inform an idea, what kind of setting you’re navigating in. But it needn’t to be a border not to be crossed to honor someone else’s older definition of what this or that needs to be. Because, in my head that sounds like a fantastic recipe for a redundantly repetitive experience; just another little bit more of that same old stew. Maybe you like the taste – but for sure no seven days a week. Don’t get me wrong – I milk any given genre for anything it’s worth. You get your feverish nightmare dreams in fog-filled backward alleys, while being chased by shadows, that are all too real for any good if we’re in victorian London. I will present you with knights in shining armor and dragons breathing whatever will make your characters scream in agony, while traversing the lands embedded in the ocean of clouds, that could only be travelled in magic sailing-ships of unrivaled elegance. And you will fear the forearm-blades slashing through concrete walls, as if they were made of paper, while that cyborg you pissed of with your gambling skills is trying to get his money back. But you will also get so much more, if you don’t let yourself be stopped while getting really creative. And you need to remember, that any theme or genre is just here to inform about the general course, we’ll be taking within our fantastical journeys. Nevertheless the ocean of creativity waits to be traversed – and there are many islands, we haven’t set foot on, so let’s get travelling, shall we?

The only thing, the storyteller needs to be aware of is, that a theme/genre isn’t a substitute for the aforementioned building blocks of entertaining narrative, namely: logical coherence within the story. Believable motivations and goals for the antagonists. Breaking of the fourth wall only, if absolutely necessary. Expostion through imagery rather than dull monologue. And, the players retaining their agency to rock the story, how they see fit. Sounds easy, goes awry much too often. Sometimes I hear people rambling about the distinct difference between high culture and popular culture, talking about you need to get cultured by being exposed to products the first, but not so much to those of the latter. Seems, that I shoould clarify myself: I BEG TO DIFFER! Like Van Gogh painted his works, to be exhibited in museums and used as a field trip goal to be studied by pupils, who simply don’t get what his art was all about, because he lived in a totally different time; I mean… yeah, sounds totally logical, doenst’t it. Or might it be, that he simply did what he did, because he thought he had to say something to the people of his time through his art? Or maybe, that he hoped to earn a little money with his pictures? I don’t know for sure; but there’s one thing, I know: that in his time nearly nobody gave a fuck about his new way of expressing what could be seen. If you don’t get, what I mean, please do a little research on your own. What I do, what many people do today might be considered products of popular culture. I can’t predict, how precisely somebody in a few decades from now on might judge those products. But they will surely have an opinion distinct from what would be said by people looking at any given popcultural works today. So I have faith, that those little stories of mine, which are especially intended to bring joy and fun to my players have a worth; a worth which might go beyond instilling fun. But that jugdement will come in a time and galaxy far, far away. Have a nice day and remember – always game on!

Auch als Podcast…

Generation Clash!

Die Boomer haben’s verbockt! Die Gen-Xer rennen ihnen immer noch hinterher! Die Gen-Yler denken auch eher an sich selbst! Die Gen-Zler denken nur noch an sich selbst! Aaargh! Sterotypen, wohin das Auge blickt. Differenzierte Betrachtung? Fehlanzeige! Verständnis für die mangelhafte Abbildung sozialer Realität durch willkürlich bestimmte Alters-kohorten? Passiert Anderen! Einfach mal die Fresse halten, auch wenn man echt viel Meinung für echt wenig Wissen hat? Musste mit der Lupe suchen! Und so weiter und so fort… Mein Alltag, wenn ich so blöd bin, irgendwelche Foren, Kommentarthreads unter Zeitungsartikeln o. Ä. zu besuchen, schwankt heutzutage mit hoher Frequenz zwischen Ekel, Verwunderung und Fremscham. Gut, daran hat sich jetzt in den letzten Jahren wenig geändert. Was sich gerade ändert, ist der Umstand, dass Social Media (endlich) am Ende der Straße angekommen sein könnte [Im englischsprachigen Netz macht das Thema schon seit zwei, drei Monaten in den üblichen Tech-affinen Magazinen die Runde: The Atlantic, Contagious, The Verge]. Antisocial Media scheint rapide ins Trudeln geraten zu sein und beginnt deutlich zu schrumpfen. Gottseidank! Und ich will hier brutal ehrlich sein: Ich würde es feiern, wenn man sich endlich von den Timelines der Datenkraken aus dem Sillicon Valley freimachen könnte. Es würde Zeit freisetzen, die man besser nutzen könnten, russischen Social-Engineering-Bot-Netzen den fruchtbaren Boden entziehen und der Demokratie gut tun, wenn man sich erst mit den Fakten beschäftigen müsste, bevor man ungefiltert seine – zumeist hoch uninformierte – Meinung in die Welt hinausposaunen kann. Und die Scheiß-Nazis müssten sich eine neue Strategie ausdenken.

Aber ich kam gerade ein wenig vom Pfad ab, nicht wahr? Also ich, so als Gen-Xer habe das Gefühl gewonnen, dass diese ganzen Generations-Kampf-Dinger, die insbesondere in den Antisocial Media ausgefochten werden nichts weiter sind als Batterien von Nebelkerzen, die unfassbar ervtötend von den wahren Problemen ablenken. Solange wir uns nur lange genug in unseren Timelines aufhalten, kriegen wir den Arsch nicht hoch, um mitbekommen zu können, was wirklich abgeht. Es kommt für mich nicht ganz überraschend, dass die Demonstrationen gegen den Rechtsrutsch in unserem Lande zu einer Zeit passieren, in der die multipolaren Krisen, welche den Globus gerade erschüttern auf ein verändertes Bewusstsein im Umgang mit Medien treffen. Die kritische Auseinandersetzung mit der Glaubwürdigkeit verschiedenster Medienunternehmen und – formate hat NOCH keine profunde Auswirkung auf tatsächliches Abstimmungsverhalten, aber die Zwänge unserer Zeit sind im Bewusstsein vieler anscheinend endlich angekommen. „The times they are a-changing“ Bob Dylan ist auch 60 Jahre später anscheinend noch aktuell… Ich bin zwar noch weit davon entfernt, glauben zu wollen, dass das Thema Rechtsrutsch abgehakt werden kann, dass die Politik endlich ANGEMSSEN auf die Klimakrise reagiert, oder dass wir endlich anfangen, uns um das Leben und die Menschen zu kümmern und nicht das Kapital; bei Letzterem liegt’s wahrscheinlich daran, dass K im Alphabet halt vor L und M kommt und wir dämlichen Deutschen ja alles alphabetisch sortieren müssen…

Aber… aber vielleicht kann man ein Mü Hoffnung schöpfen. Interssanterweise bildet sich die innere Achterbahnfahrt auch in den äußeren Umständen ab. Heute Mittag ging ich eine Weile spazieren, weil das Wetter hier im Nordbadischen ganz okay war. Semi-Sonnenschein bei 13°C ist für Mitte Februar natürlich eindeutig zu warm, aber wenn man nicht nur von Vitamin-D-Tropfen leben möchte, muss man halt auch mal vor die Tür. Mittlerweile ist die Sonne einer eher Jahreszeit-typischen, gemütszerschleißenden Graugemengelage mit eingebauter Regenwahrscheinlichkeit gewichen. Da kann man doch super kotzen vor Glück! Und dennoch ist es eine dezente Ironie des Schicksals, denn mein Leben – abseits aller Betrachtungen zur Lage der Welt – ist im Moment genauso ein Hin-und-Her-Schwanken zwischen (sehr kurzen) Augenblicken des Glückes, (eher kurzen) Momenten der Entspannung und Erleichterung und (tendenziell längeren) Perioden eines abgefuckten sich-irgendwie-durchwurschtelns durch diesen Mist. Ich wünschte mir, dass meine Arbeit mich am Wochenende mal losließe. Doch selbst wenn ich nicht aktiv mit den Kollegen*innen über irgendwas kommuniziere, wälze ich die ganzen Probleme dennoch, weil sie mich nicht loslassen. Hafen der Ruhe sind meine persönlichen sozialen Beziehungen und meine Hobbies, mit denen, soweit ich das überblicken kann alles in Ordnung ist. Und hier spiegelt sich meine Zugehörigkeit zu einer Alterskohorte dann doch. Menschen meines Alters wurde tatsächlich einiges geschenkt (eine subjektiv halbwegs sichere Welt mit gut organisierten Feindbildern und nicht zu viel Wissen über Hintergründe, sofern man nicht zu genau hingeschaut hat); wir hatten aber auch ständigen Wettbewerb zu bestreiten, um in irgendwas vorankommen und uns unsere Nische im Leben einrichten zu können. Wenn man meiner „Generation“ also vorwerfen möchte, nicht genug für die Umwelt getan zu haben, so könnte das a) an schlechter zugänglichen Informationen, b) dauerndem Kompetitionsmodus im Arbeitsleben und c) anderem Sozialverhalten auf Grund der Nicht-Existenz von Antiscocial Media gelegen haben. Das soll nichts entschuldigen, nur erklären.

Ich kann übrigens mittlerweile Sprüchen wie „OK Boomer“ (Fickt euch ihr Pappnasen) absolut kein Verständnis mehr entgegen bringen. Denn Stereotypen bringen einen nicht weiter; genausowenig wie FDP-wählende Gen-Zler. Die haben schlicht nicht verstanden, wie die Welt eigentlich funktioniert, zeigen aber, dass es dumme, egoistische, ignorante Arschlöcher in allen Altersgruppen gibt. Ich hoffe wirklich, dass Antisocial Media im nächsten Jahr volles Programm an die Wand fahren, Konzerne wie Alphabet, Meta und dieser tech-demente Clown Musk insolvent gehen, wir zu einer gesünderen Entwicklung im Tech/Internet-Bereich kommen. Dann hätte die Demokratie wieder eine Chance. Und Autokradidioten wie Trumpel, Putinella, Orbanitu und Erdodröhnchen verlören eventuell ihre Machtbasis. Aber was weiß ich schon. Schlaft wohl ihr Schafe, morgen ist Sonntag.

Auch als Podcast…

The Critic N°4 – love it or leave it!

Viszerale Gewaltdarstellung, dark’n’gritty! Eine Geschichte, bei der Tragik definitiv nicht mit dem feinen Pinsel aufgetragen wurde, sondern mit dem 10-Liter-Eimer ausgeschüttet! Antagonisten, die zu hassen man nach kurzer Zeit LIEBT! Screenwriting, dass erwachsene Zuschauer ernst nimmt; und durch den Protagonisten mit auf eine heftige Achterbahnfahrt der Erfahrungen und Gefühle nimmt. Comic Relief, der nie überzeichnet wird. Charakterbögen, die diese Bezeichnung auch verdienen, weil man darin eine Entwicklung erkennen kann. Eine ambivalente Bindung zum Protagonisten, dessen Entwicklung zu wahrer Größe Zeit braucht. Und Animation, die über jeden Zweifel erhaben ist. Normalerweise ist es nicht mein Ding, in einen großen Chor der Lobpreisung einzustimmen, aber wenn man von der für Animes typischen Überzeichnung von EINFACH ALLEM mal absieht, ist BLUE EYE SAMURAI so ziemlich das Beste, was ich in letzter Zeit gesehen habe. Die Geschichte um eine Person, die den gesellschaftlichen Anforderungen einfach nicht genügen KANN und in der Folge verzweifelt versucht, an ihr begangenes Unrecht mit dem Schwert zu sühnen, ist nun weder neu noch sonderlich originell. WAS allerdings mehr als nur originell daher kommt, ist die Art, die Geschichte zu erzählen. Wenn etwa in einer Episode DREI visuell mächtige Zeit- und Erzählstränge verknüpft werden, um die Motive des Protagonisten zugänglicher zu machen, dann ist das Blutvergießen nur ein äußeres Zeichen für den inneren Kampf – und was für einen Kampf.

Jedes Bild kann interpretiert werden…

Wenn man einen Streamingdienst bemüht, wünscht man sich Unterhaltung. Manchmal braucht es einfach nur flimmernde Bilder, um von den Fährnissen, Sorgen und Problemen des Alltags abzulenken, mit denen das Leben nun mal in Hülle und Fülle gesegnet ist. Und vieles, was man dabei konsumiert ist… nun ja, hoch generisch trifft es relativ gut. Viele Produktionen gleichen sich, es war in den letzten Jahren viel Young Adult Fiction dabei, bei der die Umsetzung sich nicht eben an ein reflektiertes Publikum wandte. Wenn wenigstens die Schauwerte okay waren, konnte ich darüber hinweg sehen. Aber letzthin waren ein paar Gurken unterwegs, die mich dazu gebracht haben, fernzubleiben: dumme Kinder, die den selben Fehler in jeder Staffel auf beinahe die selbe Art begehen. Dauernd Mary Sues als Weltenretterinnen – oder Prinzchen/Prinzesschen, die durch dumb luck den gleichen Effekt erzeugen konnten. Das zu Tode Melken des Fantasy Genres mit den immer gleichen Topoi. Actionszenen im Dunkel (ZU DUNKEL), die kaschieren sollen, dass man a) keine Action kann, b) kein CGI kann oder C) die Darsteller/Stuntmen nix können. Dann kann ich solche Szenen auch lassen! Und schließlich – zu Tode gefranchised durch Dauerberieselung – der (von mir mittlerweile sehnsüchtig erwartete) klagende Abgesang auf die Superhelden. WAS. FÜR. EIN. HAUFEN. BULLENSCHEISSE!

Wenn man einen Streamingdienst bemüht, wünscht man sich Unterhaltung. Doch wenn diese mir tatsächlich zu etwas Eskapismus verhelfen soll, dann erwarte ICH mittlerweile, dass sie sich an den erwachsenen Fantasy/Science-Fiction-Geek, Gamer und Popculture-Nerd wendet, der ich bin – und mir die Chance gibt, zu staunen, mitzufiebern und eventuell zum Denken angeregt zu werden. Ist das zuviel verlangt? Ich denke nicht. BLUE EYE SAMURAI tut das auf ziemlich vielen Ebenen. Ein guter Hinweis, dass mich etwas hooked ist, wenn ich das Handy vor dem Fernseher aus der Hand lege und mich voll auf die Geschichte einlasse – und das passiert mir heutzutage nur recht selten. Übrigens war auch „The Brothers Sun“ so eine Serie. Heidewitzka, endlich darf, abseits der Action und der durchaus spannenden Geschichte Michelle Yeoh mal zeigen, das sie tatsächlich eine gute Schauspielerin ist! Aber zurück zum Thema. Nun muss man sagen, dass ich seit 35 Jahren Anime-Fan bin; lange bevor das im Westen Mainstream wurde. Und man kann an BLUE EYE SAMURAI erkennen, dass es ein Anime ist, dessen Macher die typischen gestalterischen Merkmale respektieren und zugleich auf eine Art interpretieren, die diesen Anime für westliche Sehgewohnheiten besser verdaulich macht. Bildgewaltig auf eine andere Art ist er immer noch. Aber ein gut gemachter Anime erfordert, dauernd hinzusehen, da die Bilder ihre Geschichte auf eine Art erzählen, die der zu Grunde liegenden Graphic Novel, bzw. dem Manga sehr ähnlich ist. Wer verstehen will, was damit gemeint ist, sollte Scott McClouds „Understanding Comics“ lesen. Es ist nach wie vor DAS Standarwerk zum Thema – und übrigens eine Graphic Novel… ich mag es, wenn Meta-Ebene und Erzählung Hand in Hand gehen!

Animes sind – aus den vorbeschriebenen Gründen – nicht unbedingt für Jede*n etwas, auch wenn diese Art des graphischen Erzählens heutzutage getrost als Mainstream angesehen werden darf. Was das weltweite Interesse an BLUE EYE SAMURAI gerade eindrucksvoll dokumentiert. Man muss sich darauf einlassen WOLLEN – und wird dann aber auch mit einer nachdenklich machenden, fesselnden, tragischen und manchmal auch komischen Geschichte um Stigmatisierung, Rache, Liebe, Erlösung und innere wie äußere Dämonen belohnt, die – obwohl eingebettet in den kultur-geschichtlichen Hintergrund des Edo-Zeitalters im Japan des 17. Jahrhunderts – aus meiner Sicht universell funktioniert. Danke für die erwachsene Unterhaltung. Und wenn jemand anderer Meinung ist, darf er oder sie dies natürlich kundtun – aber nur, wenn die Analyse fundiert ist. Schönen Tag noch.

Auch als Podcast…

Hyper-Hyper, ihr NPCs!

Hab mich grad mal weggemusiced – ich weiß, dass Wort gibt es nicht, ist mir Wumpe! Je älter ich werde, und je häufiger meine Depression reinkickt, wie sie das im Moment auch gerade wieder tut, desto mehr bemerke ich, dass meine ansonsten gut weggesperrten Emotionen sich mittels Musik herauslocken lassen. Darum ist meine Musikauswahl, wenn ich mich mal darauf einlasse, auch ziemlich erratisch: Hendrix, Jefferson Airplane, The Doors, die frühen Sachen von Deep Purple klingen noch nach typischen Verdächtigen für einen Gen-Xer, doch ich lasse mich treiben von Psy-Trance und Goa über klassischen 70er und 80er Stadion Rock und dann Metal durch alle Dekaden und zurück zu Prog Rock oder frühem Synthie-Pop, um über 80s Wave wieder in die 70er zu Jim Croce zurückzukehren und dann bei Isao Tomita und Aram Khachaturian zu landen. Man könnte das Ganze als selbstinduzierten therapeutischen Musik-Eklektizimus bezeichnen und ich schäme mich nicht im mindesten dafür, dabei auch guilty pleasures zu haben, die ansonsten so gar nicht zum alternden Gothic-Onkel passen. ICH SCHEISSE AUF STEREOTYPEN, IHR LUSTIGEN GESTALTEN!

keine NPCs in meinen Bildern…

Ich folge dabei keinem Plan, sondern meiner Intuition, bis ich das Gefühl ausreichender Katharsis erreicht habe – ich will und muss rauslassen, was ich im Alltag sonst nicht rauslassen kann. Eine Azubine im Haus hat mich heute (nicht böse) des fortwährenden Reißens übler Dad-Jokes bezichtigt, woraufhin meine Kollegin einwarf, dass ich ja auch ein Dad sei. Ich hätte gerne noch etwas angefügt, wurde dann aber in ein Gespräch gezogen, dass meine Emotionen auf andere Art getestet hat. Hätte ich drauf verzichten können, ist aber auch rum. Sollte ich feststellen, dass mein Standpunkt immer noch nicht angekommen ist, schreie ich das nächste Mal halt so lange rum, bis er mich abfinden muss und suche mir was Anderes. Meine verspätete Entgegnung zu den Dad-Jokes muss aber jetzt sein und die geht nun so: ich bin was ich bin, weil ich bis hierher er- und gelebt habe, was ich er- und gelebt habe; und wenn ihr Kinder nicht darauf klarkommt, dass grauhaarige Menschen auch ein Leben voller kreativer Energie haben können, ist das euer verficktes Problem. Ich denke manchmal, dass ich auch irgendeine milde Form von ADHS habe, weil mich unfassbar viele Dinge gleichzeitig triggern und ich Gedanken nur schwer ungedacht lassen kann, weil ich – ganz protestatische Ethik – halt auch nix Gutes verschwenden will. Denn diese Arroganz erlaube ich mir; nämlich anzunehmen, dass verdammt viele meiner Gedanken gut und wertvoll sind. Wagt euch hierher und beweist mir das Gegenteil, ihr NPCs…

Ach verdammt, noch so eine Sache, die mich triggert – ich bin seit 35 jahren Pen’n’Paper-Spieler / Pop-Culture-Geek und für mich sind NPCs definitiv nur dann negativ konnotiert, wenn ich (oder andere Game-Devs) sie als Antagonisten designed haben. Die angeblich aktuelle Verwendung als Jugendwort, welches echten Menschen als NPCs die Attribute Mitläufer, passiv, unwichtig, etc. zuschreibt, macht daher insofern keinen Sinn, als ALLE anderen Menschen im Leben einer x-beliebigen Person NPCs sind – es gibt gute, böse, wichtige, unwichtige, etc. Aber spielen kann ich selbst immer nur MEINE ROLLE. Essentiell ist, dass meine wichtigsten Menschen nie das Gefühl haben, zum NPC degradiert zu werden. In ihrem eigenen Spiel sind sie ja schließlich selbst die Hauptfigur. Also kommt mal darauf klar Kinder, dass man andere Menschen nicht ändern kann. Man kann nur ändern, wie man mit den ganzen NPCs umgeht! Zum Beispiel, indem man „Dad-Jokes“ raushaut, um andere Menschen aus der Reserve zu locken, Situationen zu entschärfen und Menschen zu unterhalten. By the way: man nennt diese Art Witz FLACHWITZ – denn sie wird bei weitem nicht nur von Vätern verwendet. Probiert es doch mal mit bewußter Selbstwahrnehmung und – reflexion, liebe Kinder. Möglicherweise findet ihr dann allerdings raus, dass ihr auch ganz schön viel Scheiße labert, wenn der Tag lang ist. Und nur so, weil Ehrlichkeit gerade hoch im Kurs steht: ICH bin lieber authentisch bis zur Schmerzgrenze, wenn ich schon als NPC für euch herhalten muss – LIEBE GENERATION Z!

Wo war ich – ach ja, verflixt, ich war ja depressiv. Und habe vielleicht ADHS? Oder bin doch einfach nur gerade dabei, aus der Depression in die Manie zu gleiten? Könnte ich noch so’n norm-bekloppter Gen-Xer sein, der gerade merkt, dass es an der Zeit wäre, weiterzuziehen und sein verdammt noch mal großartiges Skill-Portfolio woanders zu verhuren? Schließlich brauchen das Kind im Manne und seine Angehörigen auch regelmäßig was zu beißen und so… Ich weiß es gerade nicht. Aber vielleicht… ja vielleicht bewegt sich gerade was in die richtige Richtung. Ich habe meine Meinung heute sehr deutlich kundgetan und auch wenn er’s immer noch nicht so recht verstehen will – aber das wird er bald – ich habe die Schnauze von Bullshit-Gelaber endgültig voll, ich habe die Schnauze davon voll, mich für Idioten zu verstellen und ich mache keine Kompromisse mehr, die ich nicht 100% mittragen kann. Der Stein ist am rollen; und es fühlt sich für mich gerade richtig an. Dinge sind abgeschlossen, neue Dinge warten. Aber ob sie da warten, wo ich gerade bin, oder an einem völlig anderen Ort, entscheide ich – und niemand sonst. Könnte sein, dass ein paar NPCs das nächste Spiel verlieren. Hasta manana…

Auch als Podcast…

Let’s take a little hike on the bullshit mountain…

Wir lieben unsere Sterotypen wirklich: die ANDEREN sind alle blöd, aber ICH bin toll! Derlei Geschwätz ist nichts Neues, der Wahrheitsgehalt immer noch genauso niedrig, wie letzte Woche, letzen Monat, letztes Jahrzehnt und die Auswirkungen evident, wie eh und je: Menschen tun dumme Dinge, weil sie sich a) für intelligenter halten, als den ganzen Rest, b) von der eigenen Kontrollillusion geblendet werden und c) Niederlagen und Fehler einfach nicht gut zugeben können. Ich mache da keine Ausnahme. Doch was nutzt uns diese Erkenntnis, wenn wir doch alle mehr als nur gelegentlich Opfer unseres wenig frommen Selbstbetruges sind? Ehrlich – ich habe keine Ahnung. Ich meine… ich rede immerzu von Selbstreflexion und gebe (vielleicht) kluge Ratschläge, aber am Ende des Tages liegen sie trotzdem wieder da: diese blöden Bäreneisen, die wir quasi automatisch auslegen, indem wir uns an Routinen, Erfahrung und der Überzeugung, unser Leben im Griff zu haben orientieren, anstatt zugeben zu können, dass chaotische Systeme nun mal chaotische Ergebnisse erzeugen, die sich nur mit einer geringer Wahrscheinlichkeit voraussagen lassen. Oder anders formuliert – wenn du denkts du denkst, dann denkst du nur, du denkst…

Brückenbau war schon immer wichtig…

Zu wissen, dass das so ist und entsprechend zu handeln, sind leider zwei Paar Stiefel! Das wahre Problem dabei ist, dass Interaktion innerhalb sozialer Gruppen aber auch zwischen sozialen Gruppen chaotische Systeme sind; und dass leider auch unsere Arbeitswelt und unsere Kunden Menschen sind, aus denen sozialen Gruppen entstehen. Schöne Scheiße, was…? Das macht aus „Vorhersagen“ zu irgendwelchen sozialen, aber auch zu geschäftlichen Entwicklungen eine hoch komplizierte und dynamische Angelegenheit. Die Fehleranfälligkeit ist enorm, was in der Folge zu einer grandiosen Ergebnisstreuung führt. Und sowas fürchten jene Leute, die immer noch glauben, jedwede Geschäftstätigkeit ließe sich minutiös planen. Insbesondere im Gesundheits-, Sozial- und Bildungssektor ist das allerdings schwierig; ich weiß das, denn ich stecke mittendrin. Leider hören die Money-People nicht immer aufmerksam zu, wenn die Spezialisten reden und tun meine Ausführungen manchmal wortwörtlich als „Folklore“ ab. Arroganz sieht leider, egal aus welcher Richtung aus, wie Arroganz; insbesondere dann, wenn sie die Fakten einfach ignoriert. Wer Spezialisten der Folklore bezichtigt, bewegt sich nämlich unversehens in den sehr gefährlichen Bereich der „alternativen Fakten“. Habe ich nicht neulich mal erwähnt, dass „alternative Fakten“ einfach nur das Ersetzen objektiv beobachtbarer Sachverhalte durch Gefühle zu diesen Sachverhalten sind? Wie dem auch sei, wir sind schon auf dem Aufstieg zum „Bullshit Mountain“.

Tatsächliches Vermögen und die eigene Selbstwirksamkeitsüberzeugung – auch schön darzustellen mittels Eigen- und Fremdwahrnehmung – bilden dabei eine Funktion, die, gleich ob wir das Ganze nun „Dunning-Kruger-Effekt“, „Bullshit Mountain“ oder „peak of dumb“ nennen, immer auf das Gleiche hinausläuft: um Sachverhalte tatsächlich mit der notwendigen Expertise beurteilen zu können, muss man erst mal seinen eigenen Hausberg der eitlen Selbstüberzeugung hinter sich lassen und das finstere Tal des Zweifels durchschreiten, um schließlich in den Bereich relativer Realitätsnähe kommen zu können. Und manchmal ist dieser zweite, eigentlich gar nicht so steile Anstieg so schwierig zu bewerkstelligen, dass man, Sysyphos gleich, immer wieder ins Tal des Zweifels kullert; sofern man den Bullshit Mountain überhaupt schon hinter sich lassen konnte. Und da habe ich bei so manchem Individuum so meine Zweifel. Ich werde allerdings auch nicht in Abrede stellen, dass man diese Funktion für verschiedene Dinge im Leben jeweils individuell bestimmen muss: Man kann ein recht kompetenter Koch sein, aber beim Umgang mit Geld jedwede Vernunft vermissen lassen. Man kann ein guter Pädagoge sein und dennoch manchmal seinen Affekten ausgeliefert. Man kann ein ausgewiesener Führungs-Spezialist sein und trotzdem keine Ahnung von strategischer Planung haben. Schön wäre es natürlich, wenn man in allem gleich gut wäre (bitte nicht gleich schlecht, das wäre übel); aber dem widerspricht der Umstand, dass wir Menschen eben NICHT perfekt sind vehement. Und ehrlich gesagt ist es auch besser, nicht nach Perfektion zu streben, weil das allenfalls dem Burn-Out Tür und Tor öffnet.

Daraus folgt aber, dass man einerseits seine Stärken ausbauen sollte, an seinen Schwächen im Rahmen des Möglichen arbeiten – und dass man andererseits bestimmte Aufgaben im Team lösen muss, weil ja keiner von uns alles kann. Und dass es dann essentiell wird, dass alle Team-Mitglieder gemäß ihrer Stärken gehört und respektiert werden. Ansonsten brauche ich kein Team. Klingt einfach – ist unglaublich schwierig, denn wo Menschen mit Menschen leben, lieben, arbeiten, da menschelt es; und zwar gewaltig. Diese Erkenntnis nutzt mir gegenwärtig gerade einen Scheiß, denn meine Toleranzgrenzen sind erreicht. Es ist nix mehr da – Zero, Null-Level, Battery empty. Was daraus folgt: keine Ahnung. Morgen ist Montag. Adios!

Auch als Podcast…

Erwachsen bilden N°49 – Verhaltensänderung…?

WER hat WAS getan? WARUM wurde es getan? WANN wurde es getan? WIE wurde es getan? Hat es etwas VERÄNDERT? Oder SOLLTE es überhaupt etwas verändern? Falls nein, was hätte es denn sonst tun sollen? Muss man diese Fragen überhaupt stellen…? Fragen über Fragen, die erst Sinn ergeben, wenn man weiß, worüber man hier gerade redet, oder? Denn manchmal ist eine reine Meta-Betrachtung weder angemessen noch hilfreich. Die Überschrift behauptet ja, dass es um Erwachsenenbildung gehen soll, und dann um Verhaltensänderung. Aber was hat das Eine denn nun mit dem Anderen zu tun? Ich glaube ja, dass man die Ziele seines Handelns immer im Auge behalten sollte. Nícht, weil der Opportunismus dies verlangt, sondern weil man ohne eine gute Karte nicht die richtige Ausrüstung dabei hat; oder anders gesagt, wenn ich nicht weiß, WAS ich WARUM erreichen will, wird es mit dem WIE auch schwierig… Ich stehe mal wieder im Wald hier und es gibt halt kein Altbier, weil man im Lehrsaal üblicherweise kein Ethyltoxin ingestiert. Wir sind hier ja nicht bei der Feuerzangenbowle, sondern – einmal mehr – im Praxisanleiter-Lehrgang. Und da versteht es sich von selbst, dass man sich an die Regeln hält. Schließlich sollen die angehenden Praxisanleiter ja später als Role-Models für Ihre Auszubildenden dienen können, nicht wahr…?

Einsamkeit…

Ich stieg nochmal neu in einen Gedankenpalast hinein, an dem ich schon eine Weile arbeite. Der Rohbau steht, die Fenster sind drin, das Dach ist dicht; aber es gebricht noch an der inneren und äußeren Darreichung. Will heißen, die Verständlichkeit und Übersichtlichkeit sind definitiv noch verbesserungswürdig. Denn der Sachverhalt ist genauso essentiell, wie er kompliziert zu erklären ist: wie hängen pädagogische Intervention und (gewünschte) Verhaltensänderung miteinander zusammen und wie gestaltet man den Lehr-Lern-Prozess dementsprechend Sach-, Situations- und Adressaten-adäquat? Klingt verdammt langweilig oder. Vor exakt dem gleichen Problem stand ich auch, denn das Thema ist, wie bereits erwähnt, auf den ersten bis dritten Blick wenig griffig. Der beste Weg, den ich bisher gefunden habe, besteht darin, die Leutchen mit dem Gesicht in ein Problem zu stoßen, ein gewisses Maß an Eigenbetroffenheit zu erzeugen und so (hoffentlich) Reflexionsprozesse anzustoßen. Will heißen, es ist doch eine Meta-Betrachtung, denn das, was auf der unten dargestellten Metaplanwand steht machte ich, während ich es erklärte – viel mehr kann man als Lehrkraft nicht die Motorhaube aufmachen, außer man sprengt sie ganz weg und unterlässt alles pädagogische Intervenieren ganz. Dann müsste ich mich aber auf die Macht des Zufalls verlassen; und darauf, dass die Motivation zum Verlassen der Komfortzone ganz von selbst entsteht- und DAS ist nach meiner Erfahrung im Schul-Setting weniger wahrscheinlich als ein Lottogewinn…

Manchmal klingen meine Ausführungen hier beinahe so, als wenn man alle Menschen im Lehrsaal wahlweise zu ihrem Glück prügeln oder verführen müsste; genau DAS ist natürlich nicht wahr! Meinen ganz persönlichen – und damit lediglich anekdotischen – Erfahrungen nach hängt das vom aktuellen Thema und der, hoffentlich dazu passend gewählten Herangehensweise ab. Genau deswegen verwende ich ja so viel Zeit darauf, den Methoden-Baukasten meiner Teilnehmer*innen in der pädagogischen Weiterbildung so gut wie möglich zu füllen und sie nicht mit einem wohlmeinend genuschelten „Das kriegt ihr schon irgendwie hin…“ im Regen stehen zu lassen. Interessanter Weise bringen die Meisten diesbezüglich schon einiges mit, was sie in der Zeit davor auch schon benutzt haben. Oft war die Nutzung solcher Methoden und Strategien instinktiv, vielleicht noch nicht ausgereift und eher generisch. Aber zumeist muss ich niemandem erklären, wie man etwas begreifbar machen kann, sondern eher die Sinne dafür schärfen, wie man möglichst alle Auszubildenden abholt. Oder, welche Lehr-/Lern-Hindernisse einen erwarten. In welche organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen unser Tun eingeordnet ist. Wie Lernen kognitions-psychologisch betrachtet funktioniert. Und – wie man vor Menschen spricht, ohne sich einen abbrechen zu müssen. Aber das ist alles Übungssache, wenn man sich nur darauf einlassen möchte. Die größte Kunst jedoch liegt darin, den angehenden Praxisanleitern*innen eine Haltung zu vermitteln; ein humanistisches Menschenbild.

Denn sich bewusst auf einen reflektierteren Umgang mit seiner Arbeitsumgebung und den Menschen darin einzulassen ist alles andere als einfach! Es erfordert einerseits die Resilienz, viel Ignoranz, Indolenz, Faulheit und Verweigerungshaltung zu erdulden. Andererseits aber auch den Schneid, Veränderung nicht nur zu fordern, sondern auch selbst vorzuleben. Dazu ist bei weitem NICHT jede*r gemacht. Deshalb finde ich es hoch achtbar, wenn sich jemand darauf einlässt. Okay, manche, die bei mir im Lehrgang aufschlagen, denken anfangs, sie wüssten schon alles und es wäre am Ende doch nur ein Papier, dass man halt erwerben muss, um die Zulage bekommen zu können. Ich versichere hiermit feierlich – jede*r, der mal bei mir im Praxisanleiter-Unterricht gesessen hat, konnte irgendwas mitnehmen, dass zumindest das Potential geschaffen hat, Denk- und damit Verhaltensprozesse zu verändern. Am Ende ist jedoch alles in der Erwachsenenbildung ein freibleibendes Angebot: ihr entscheidet, was ihr daraus machen wollt. In diesem Sinne einen schönen Samstagabend.

Auch als Podcast…