Hyper-Hyper, ihr NPCs!

Hab mich grad mal weggemusiced – ich weiß, dass Wort gibt es nicht, ist mir Wumpe! Je älter ich werde, und je häufiger meine Depression reinkickt, wie sie das im Moment auch gerade wieder tut, desto mehr bemerke ich, dass meine ansonsten gut weggesperrten Emotionen sich mittels Musik herauslocken lassen. Darum ist meine Musikauswahl, wenn ich mich mal darauf einlasse, auch ziemlich erratisch: Hendrix, Jefferson Airplane, The Doors, die frühen Sachen von Deep Purple klingen noch nach typischen Verdächtigen für einen Gen-Xer, doch ich lasse mich treiben von Psy-Trance und Goa über klassischen 70er und 80er Stadion Rock und dann Metal durch alle Dekaden und zurück zu Prog Rock oder frühem Synthie-Pop, um über 80s Wave wieder in die 70er zu Jim Croce zurückzukehren und dann bei Isao Tomita und Aram Khachaturian zu landen. Man könnte das Ganze als selbstinduzierten therapeutischen Musik-Eklektizimus bezeichnen und ich schäme mich nicht im mindesten dafür, dabei auch guilty pleasures zu haben, die ansonsten so gar nicht zum alternden Gothic-Onkel passen. ICH SCHEISSE AUF STEREOTYPEN, IHR LUSTIGEN GESTALTEN!

keine NPCs in meinen Bildern…

Ich folge dabei keinem Plan, sondern meiner Intuition, bis ich das Gefühl ausreichender Katharsis erreicht habe – ich will und muss rauslassen, was ich im Alltag sonst nicht rauslassen kann. Eine Azubine im Haus hat mich heute (nicht böse) des fortwährenden Reißens übler Dad-Jokes bezichtigt, woraufhin meine Kollegin einwarf, dass ich ja auch ein Dad sei. Ich hätte gerne noch etwas angefügt, wurde dann aber in ein Gespräch gezogen, dass meine Emotionen auf andere Art getestet hat. Hätte ich drauf verzichten können, ist aber auch rum. Sollte ich feststellen, dass mein Standpunkt immer noch nicht angekommen ist, schreie ich das nächste Mal halt so lange rum, bis er mich abfinden muss und suche mir was Anderes. Meine verspätete Entgegnung zu den Dad-Jokes muss aber jetzt sein und die geht nun so: ich bin was ich bin, weil ich bis hierher er- und gelebt habe, was ich er- und gelebt habe; und wenn ihr Kinder nicht darauf klarkommt, dass grauhaarige Menschen auch ein Leben voller kreativer Energie haben können, ist das euer verficktes Problem. Ich denke manchmal, dass ich auch irgendeine milde Form von ADHS habe, weil mich unfassbar viele Dinge gleichzeitig triggern und ich Gedanken nur schwer ungedacht lassen kann, weil ich – ganz protestatische Ethik – halt auch nix Gutes verschwenden will. Denn diese Arroganz erlaube ich mir; nämlich anzunehmen, dass verdammt viele meiner Gedanken gut und wertvoll sind. Wagt euch hierher und beweist mir das Gegenteil, ihr NPCs…

Ach verdammt, noch so eine Sache, die mich triggert – ich bin seit 35 jahren Pen’n’Paper-Spieler / Pop-Culture-Geek und für mich sind NPCs definitiv nur dann negativ konnotiert, wenn ich (oder andere Game-Devs) sie als Antagonisten designed haben. Die angeblich aktuelle Verwendung als Jugendwort, welches echten Menschen als NPCs die Attribute Mitläufer, passiv, unwichtig, etc. zuschreibt, macht daher insofern keinen Sinn, als ALLE anderen Menschen im Leben einer x-beliebigen Person NPCs sind – es gibt gute, böse, wichtige, unwichtige, etc. Aber spielen kann ich selbst immer nur MEINE ROLLE. Essentiell ist, dass meine wichtigsten Menschen nie das Gefühl haben, zum NPC degradiert zu werden. In ihrem eigenen Spiel sind sie ja schließlich selbst die Hauptfigur. Also kommt mal darauf klar Kinder, dass man andere Menschen nicht ändern kann. Man kann nur ändern, wie man mit den ganzen NPCs umgeht! Zum Beispiel, indem man “Dad-Jokes” raushaut, um andere Menschen aus der Reserve zu locken, Situationen zu entschärfen und Menschen zu unterhalten. By the way: man nennt diese Art Witz FLACHWITZ – denn sie wird bei weitem nicht nur von Vätern verwendet. Probiert es doch mal mit bewußter Selbstwahrnehmung und – reflexion, liebe Kinder. Möglicherweise findet ihr dann allerdings raus, dass ihr auch ganz schön viel Scheiße labert, wenn der Tag lang ist. Und nur so, weil Ehrlichkeit gerade hoch im Kurs steht: ICH bin lieber authentisch bis zur Schmerzgrenze, wenn ich schon als NPC für euch herhalten muss – LIEBE GENERATION Z!

Wo war ich – ach ja, verflixt, ich war ja depressiv. Und habe vielleicht ADHS? Oder bin doch einfach nur gerade dabei, aus der Depression in die Manie zu gleiten? Könnte ich noch so’n norm-bekloppter Gen-Xer sein, der gerade merkt, dass es an der Zeit wäre, weiterzuziehen und sein verdammt noch mal großartiges Skill-Portfolio woanders zu verhuren? Schließlich brauchen das Kind im Manne und seine Angehörigen auch regelmäßig was zu beißen und so… Ich weiß es gerade nicht. Aber vielleicht… ja vielleicht bewegt sich gerade was in die richtige Richtung. Ich habe meine Meinung heute sehr deutlich kundgetan und auch wenn er’s immer noch nicht so recht verstehen will – aber das wird er bald – ich habe die Schnauze von Bullshit-Gelaber endgültig voll, ich habe die Schnauze davon voll, mich für Idioten zu verstellen und ich mache keine Kompromisse mehr, die ich nicht 100% mittragen kann. Der Stein ist am rollen; und es fühlt sich für mich gerade richtig an. Dinge sind abgeschlossen, neue Dinge warten. Aber ob sie da warten, wo ich gerade bin, oder an einem völlig anderen Ort, entscheide ich – und niemand sonst. Könnte sein, dass ein paar NPCs das nächste Spiel verlieren. Hasta manana…

Auch als Podcast…

Let’s take a little hike on the bullshit mountain…

Wir lieben unsere Sterotypen wirklich: die ANDEREN sind alle blöd, aber ICH bin toll! Derlei Geschwätz ist nichts Neues, der Wahrheitsgehalt immer noch genauso niedrig, wie letzte Woche, letzen Monat, letztes Jahrzehnt und die Auswirkungen evident, wie eh und je: Menschen tun dumme Dinge, weil sie sich a) für intelligenter halten, als den ganzen Rest, b) von der eigenen Kontrollillusion geblendet werden und c) Niederlagen und Fehler einfach nicht gut zugeben können. Ich mache da keine Ausnahme. Doch was nutzt uns diese Erkenntnis, wenn wir doch alle mehr als nur gelegentlich Opfer unseres wenig frommen Selbstbetruges sind? Ehrlich – ich habe keine Ahnung. Ich meine… ich rede immerzu von Selbstreflexion und gebe (vielleicht) kluge Ratschläge, aber am Ende des Tages liegen sie trotzdem wieder da: diese blöden Bäreneisen, die wir quasi automatisch auslegen, indem wir uns an Routinen, Erfahrung und der Überzeugung, unser Leben im Griff zu haben orientieren, anstatt zugeben zu können, dass chaotische Systeme nun mal chaotische Ergebnisse erzeugen, die sich nur mit einer geringer Wahrscheinlichkeit voraussagen lassen. Oder anders formuliert – wenn du denkts du denkst, dann denkst du nur, du denkst…

Brückenbau war schon immer wichtig…

Zu wissen, dass das so ist und entsprechend zu handeln, sind leider zwei Paar Stiefel! Das wahre Problem dabei ist, dass Interaktion innerhalb sozialer Gruppen aber auch zwischen sozialen Gruppen chaotische Systeme sind; und dass leider auch unsere Arbeitswelt und unsere Kunden Menschen sind, aus denen sozialen Gruppen entstehen. Schöne Scheiße, was…? Das macht aus “Vorhersagen” zu irgendwelchen sozialen, aber auch zu geschäftlichen Entwicklungen eine hoch komplizierte und dynamische Angelegenheit. Die Fehleranfälligkeit ist enorm, was in der Folge zu einer grandiosen Ergebnisstreuung führt. Und sowas fürchten jene Leute, die immer noch glauben, jedwede Geschäftstätigkeit ließe sich minutiös planen. Insbesondere im Gesundheits-, Sozial- und Bildungssektor ist das allerdings schwierig; ich weiß das, denn ich stecke mittendrin. Leider hören die Money-People nicht immer aufmerksam zu, wenn die Spezialisten reden und tun meine Ausführungen manchmal wortwörtlich als “Folklore” ab. Arroganz sieht leider, egal aus welcher Richtung aus, wie Arroganz; insbesondere dann, wenn sie die Fakten einfach ignoriert. Wer Spezialisten der Folklore bezichtigt, bewegt sich nämlich unversehens in den sehr gefährlichen Bereich der “alternativen Fakten”. Habe ich nicht neulich mal erwähnt, dass “alternative Fakten” einfach nur das Ersetzen objektiv beobachtbarer Sachverhalte durch Gefühle zu diesen Sachverhalten sind? Wie dem auch sei, wir sind schon auf dem Aufstieg zum “Bullshit Mountain”.

Tatsächliches Vermögen und die eigene Selbstwirksamkeitsüberzeugung – auch schön darzustellen mittels Eigen- und Fremdwahrnehmung – bilden dabei eine Funktion, die, gleich ob wir das Ganze nun “Dunning-Kruger-Effekt”, “Bullshit Mountain” oder “peak of dumb” nennen, immer auf das Gleiche hinausläuft: um Sachverhalte tatsächlich mit der notwendigen Expertise beurteilen zu können, muss man erst mal seinen eigenen Hausberg der eitlen Selbstüberzeugung hinter sich lassen und das finstere Tal des Zweifels durchschreiten, um schließlich in den Bereich relativer Realitätsnähe kommen zu können. Und manchmal ist dieser zweite, eigentlich gar nicht so steile Anstieg so schwierig zu bewerkstelligen, dass man, Sysyphos gleich, immer wieder ins Tal des Zweifels kullert; sofern man den Bullshit Mountain überhaupt schon hinter sich lassen konnte. Und da habe ich bei so manchem Individuum so meine Zweifel. Ich werde allerdings auch nicht in Abrede stellen, dass man diese Funktion für verschiedene Dinge im Leben jeweils individuell bestimmen muss: Man kann ein recht kompetenter Koch sein, aber beim Umgang mit Geld jedwede Vernunft vermissen lassen. Man kann ein guter Pädagoge sein und dennoch manchmal seinen Affekten ausgeliefert. Man kann ein ausgewiesener Führungs-Spezialist sein und trotzdem keine Ahnung von strategischer Planung haben. Schön wäre es natürlich, wenn man in allem gleich gut wäre (bitte nicht gleich schlecht, das wäre übel); aber dem widerspricht der Umstand, dass wir Menschen eben NICHT perfekt sind vehement. Und ehrlich gesagt ist es auch besser, nicht nach Perfektion zu streben, weil das allenfalls dem Burn-Out Tür und Tor öffnet.

Daraus folgt aber, dass man einerseits seine Stärken ausbauen sollte, an seinen Schwächen im Rahmen des Möglichen arbeiten – und dass man andererseits bestimmte Aufgaben im Team lösen muss, weil ja keiner von uns alles kann. Und dass es dann essentiell wird, dass alle Team-Mitglieder gemäß ihrer Stärken gehört und respektiert werden. Ansonsten brauche ich kein Team. Klingt einfach – ist unglaublich schwierig, denn wo Menschen mit Menschen leben, lieben, arbeiten, da menschelt es; und zwar gewaltig. Diese Erkenntnis nutzt mir gegenwärtig gerade einen Scheiß, denn meine Toleranzgrenzen sind erreicht. Es ist nix mehr da – Zero, Null-Level, Battery empty. Was daraus folgt: keine Ahnung. Morgen ist Montag. Adios!

Auch als Podcast…

Neues von Bibo Blogsberg #3 – ALT?

Hab meiner Frau Blumen mitgebracht; waren zwar nur Rosen vom Albrecht Discount, aber immerhin hat die beste Ehefrau von allen gelächelt. Manche Rituale müssen sein, einfach weil. Etwa, weil man sich dank der Jahrzehnte gut kennt, oder weil sich Beziehungen immer entwickeln; wenn man nix dafür tut, entwickeln sie sich halt auseinander. Bei mir hat sich bislang in der Beziehung vor allem mein Körper auseinander entwickelt. Aber ich werde das Kochen und Genießen nicht sein lassen. Ist eines der wenigen Dinge, die im Moment Freude bereiten. Denn ich bemerke neben der Dunkelheit des Winters im Kopf mittlerweile auch den Zahn der Zeit am Gebäude. NEIN, WIR werden doch nicht älter! Das ist eine Kategorie, die anderen passiert! Sagen wir mal so: ich wäre jetzt in einem passablen Lebensabschnitt für eine schicke Mid-Life-Crisis. Ich habe irgendwann mal gelesen, dass junge Leute sich jetzt auch mal eine Quarter-Life-Crisis nehmen würden, weil ja alles so entsetzlich ist. Meine Crisis dauert jetzt, mit Ups and Downs seit 2014 an und ich habe mich beinahe daran gewöhnt, dass gelegentlich die Lampen im Tunnel ausgehen und das Licht weiter vorne zu schnell größer wird und hupt. Ich bin zwar immer noch regelmäßig mit dem Versuch zugange, etwas gegen meine Bewegungsarmut (und meine Plautze) zu tun, aber der Kopf drückt gerade wieder. Ich probiere es jetzt zusätzlich mal mit Vitamin D3. Aber letzten Endes ist all das Kosmetik, denn ich muss darauf klarkommen – darauf, dass ich dieses Jahr 50 werde, manchen Plan nicht mehr werde realisieren können, ohne so viel Energie darein investieren zu müssen, dass der Burn-Out noch schneller kommt…

Ein sonniger Spaziergang hilft natürlich auch…

Das klingt jetzt schon so, als hätte ich den Alter-Sack-Blues und wäre drauf und dran, etwas Saudummes zu tun, oder? Tja…, ganz falsch ist das auch nicht. Es hängt davon ab, was man als saudumm betrachtet. Also, Ich ziehe jetzt sicher nicht los und versuche, eine jüngere Frau zu finden, denn das wäre wirklich saudumm; zumal ich ganz ehrlich nicht gerade ein optischer Traumtyp bin, sondern mehr so der väterliche Brummbär. Ich kaufe mir auch kein Motorrad oder schnelles Auto. Das ist Geldverschwendung; außerdem habe ich für Motorräder, wie ich sicher schon mal erwähnte, keinen Lappen. Soll ich anfangen, Gitarre zu spielen? Yoga? Schach? Hm… nö, kein Bock! Sollte ich vielleicht meinen Job überdenken, der mich im Moment tatsächlich ankotzt? Ja… das könnte ein Ansatzpunkt sein. Denn wenn ich noch mal ehrlich sein darf: manches Management-Geschwätz ist mir zu redundant, fokussiert zu sehr auf unrealistische wirtschaftliche Ziele und diesen BWLler-Fetisch namens “Wachstum”. Und es wird ständig ein “WIR” beschworen, dass sich daran erschöpft, dass WIR alle einfach noch mehr arbeiten und uns anstrengen müssen, um “unsere” Ziele zu erreichen. Aber das sind, je länger ich darüber nachdenke, gar nicht MEINE Ziele. Es ist an der Zeit, einmal mehr Charles Bukowski zu zitieren (ich lieb den alten Säufer einfach…)

"How the hell could a person enjoy being awakened at 6:30AM, by an alarm clock, leap out of bed, dress, force-feed, shit, piss, brush and hair, and fight traffic to get to a place where essentially you make a lot of money for somebodey else and were asked to be grateful for the opportunity to do so?"

Das Problem mit dem Älter-Werden ist, dass es, wenn man nicht verdammt aufpasst, in ein Älter-Sein übergeht; also eine progrediente Verspießerung des Daseins, incl. konservativer Ansichten, Besitzstandswahrertum und Bedenkenträgerei! IN JESU NAMEN (danke Torsten Sträter) – DAS GEHT GAR NICHT! Ich brauche Wandlungsfähigkeit, Kreativität, Progressivität, Lernwilligkeit, kurzum was ihr Vorwärtsdenken nennt, ist mein eigentliches Element! Oder etwas weniger klassisch formuliert: Mit dem Satz “Das haben wir aber noch NIE so gemacht!” kann ich nichts anfangen. Der kann weg, denn ‘s ist keine Kunst, sondern furchtsam-konservatives Geschwafel. Und genau dieses verfolgt mich derzeit auf Schritt und Tritt. Bzw. auf der einen Seite stehen jene Menschen, die auf Veränderungen drängen, die sie für sinnvoll erachten (was ich in vielen, jedoch nicht allen Fällen unterstütze) – und auf der anderen Seite das Management, dass eigentlich nur halbwegs gute Zahlen abliefern möchte, weil ihm ebenso die Luft zum Atmen fehlt, wie in der Folge nun mir. Und natürlich bleibt das alles nicht ohne Folgen für mein sonstiges Leben. Denn wenn du die ganze Zeit bedrängt wirst, bestimmte Ergebnisse zu liefern, träumst du halt manchmal davon, weil Chefs die naive Vorstellung haben, dass man sich von der Arbeit genauso vereinnahmen lassen möchte, wie sie das teilweise auch tun. Dem kann ich mittlerweile ein klares NEIN entgegensetzen. Ich werde für das bezahlt, was in meinem Vertrag drinsteht. Das mache ich auch. Aber in Zukunft nicht mehr! PUNKT, AUS, ENDE! Ich habe nur ein Leben, eine Gesundheit und eine Familie und wenn ich irgendwas davon meinem Arbeitgeber opfere, bekomme ich dafür ‘n warmes Dankeschön, für dass ich das Geopferte jedoch nicht zurückbekommen kann – also. drauf. geschissen!

Vielleicht ist es so, dass man erst ein gewisses Alter erreichen muss, um bestimmte Dinge zu verstehen. Was allerdings im Umkehrschluss NICHT bedeutet, aus diesem Verständnis auch die richtigen Handlungen abzuleiten. Manche Leute machen jahrzehntelang immer wieder den gleichen Fehler, z. B. CxU wählen und wundern sich, dass sich nichts ändert, oder dass sie keine Mühe in Lernen investieren und dennoch nicht verstehen, dass sie niemals vorankommen. Oder sie bleiben in einem Job, der sie immer wieder runterzieht. Da kann man dann halt auch nichts mehr machen; außer sich was Neues suchen. Eigentlich ist 50 nur eine Zahl, aber wenn es um Alter geht ist sie mit einigem an zusätzlicher Bedeutung aufgeladen. Ob diese Bedeutung für einen selbst wirksam wird, hängt von vielen Faktoren ab; vor allem aber davon, ob man (noch) einen offenen Geist und ein funktionierendes Kind in sich hat – oder eben nicht! Ich gehe jetzt mal auf die Suche nach meinem inneren Kind, denn heute Abend ist Ablenkung angesagt. Ich wünsche euch jedenfalls ein schönes Restwochenende – bis dann…

Auch als Podcast…

…da brauchen wir ‘nen Berater!

Versucht euch auszumalen, dass ihr vorhabt, bzw. beauftragt werdet, ein kleines Unternehmen zu führen. Ihr seid Praktiker aus dem Fach- bzw. Dienstleistungsbereich, in dem das Unternehmen tätig ist, bzw. tätig werden soll. UND ihr verfügt nachweislich, neben der Fach-Expertise, auch über die Fähigkeit, analytisch-wissenschaftlich zu arbeiten. Was wird passieren, wenn ihr nicht auch zuällig Betriebswirt seid? Genau – irgendjemand, der Betriebswirt ist, wird euch erklären, wie ihr euren Job zu machen habt, damit man damit Geld verdienen kann. Das ist prinzipiell weder unmoralisch noch schädlich, denn Geld müssen wir alle verdienen, weil unser Wirtschaftssystem so beschaffen ist. Das Problem entsteht erst dann, wenn eure Primärziele (eine möglichst gute Dienstleistung erbringen) mit denen der Betriebswirte auf einer oder mehreren Ebenen konfligieren. Denn in aller Regel sind die Betriebswirte diejenigen, die in jedem Unternehmen darüber bestimmen, was wie wann getan werden soll – leider oftmals vollkommen fachwissensfrei oder gar systemagnostisch. Damit ist nicht die wirtschaftliche Betrachtung gemeint, sondern das ganze Drumherum, denn Menschen dazu zu befähigen, im beruflichen Kontext ihr volles Potential zu entfalten, braucht weit mehr als einen Paycheck: nämlich persönliche und systemische Entwicklungs- und Gestaltungsmöglichkeiten, sowie Wertschätzung. Doch viele denken da immer noch schwäbisch- ned geschennt isch g’nuug g’lobt – WAS FÜR EIN SCHWACHSINN!

Zu Ostern wieder in Südfrankreich sein zu können – das hält mich im Moment aufrecht…

Nun ja – In vielerlei Hinsicht sind Betriebswirte wie Ärzte – die glauben auch, nur weil sie ein Studium der Humanmedizin absolviert hätten, könnten sie alles: Personal führen, Projekte managen, Menschen unterrichten, Curriculi entwickeln, gesellschaftliche und systemische Entwicklungen beurteilen, etcpp; und ignorieren dabei völlig, dass man all diese Dinge üblicherweise von der Pike auf LERNEN / STUDIEREN MUSS. (Kleiner Hinweis – ein Handelsübliches Masterstudium Business Administration hat so um 120 CP – bei den meisten MBAs sind nur zwischen 10 – 15 CP davon in Human Ressources. Man darf froh sein, wenn die hinterher neben Schulz vonThun und vielleicht Watzlawick noch irgendwelche anderen Theorien GEHÖRT haben – von der PRAXIS will ich gar nicht erst anfangen… bei den Ärzten ist das übrigens nicht viel anders. Man erwartet, dass die Studierenden Social Skills mitbringen, bzw. während der Famulatur und des PJ schärfen; da das Tutoring jedoch bis heute – je nach Fakultät – Hit and Miss ist, wird das gelegentliche arrogante Arschloch, welches ohne soziale Eignung ins Studium drängt, viel zu oft hinterher immer noch eines sein!)

Besonders problematisch wird das Ganze, wenn irgendjemand auf die unselige Idee kommt, externe Berater in ein Unternehmen zu holen, weil irgendwas nicht so läuft, wie gedacht: denn deren häufigste Antwort auf finanzielle Schieflagen ist Cost-Cutting um jeden Preis. Vielen Dank dafür, dass dadurch nicht selten jede Initiative und Innovation im derart “beratenen” Unternehmen erstickt werden. Ein artverwandter Bereich ist das sogenannte Coaching – eine Dienstleistungsbranche, die in den letzten Jahren auf Grund bedauernswerter Unterregulation (JA, SOWAS GIBT’S IN DEUTSCHLAND AUCH!) zu einem derart unübersichtlichen El Dorado windiger Abzocker, findiger Selbstvermarkter ohne kreative Substanz und waschechter Betrüger geworden ist, dass es schwerfällt, echte Hilfe/Beratung zu finden. Ich hatte mich neulich mal dafür interessiert, weil ich selbst mich gerne bilde. Allerdings habe ich davon Abstand genommen, weil es mir ehrlich gesagt ein wenig überzogen scheint, dass man selbst an staatlichen Hochschulen TAUSENDE von Euros dafür bezahlen muss, um als Pädagoge mit Grundausbildung und Berufserfahrung in den Bezugswissenschaften Kommunikations- und Kognitions-Psychologie, Soziologie und Erziehungswissenschaft seinen Horizont noch ein bisschen erweitern zu dürfen. Hier läuft irgendwas falsch. Insbesondere, wenn hochtrabende Studiengangs-Bezeichnungen wie “Systemisches Coaching” NICHT zu einer geschützten Berufsbezeichnung führen… (WÜRG, SPEI!) Zumal diese “Dienstleistung” oftmals unnötig ist. Ja, es gibt Situationen, in denen ein frischer Blick von außen hilft. Dafür muss man aber nicht notwendigerweise irgendjemandem einen Haufen Geld in den Rachen werfen.

Ich fände es, ganz im Gegenteil, extrem erfrischend, wenn man den Fachleuten eines jeweiligen Bereiches, sofern sie denn ihr Gehalt wert sind, auch das Vertrauen entgegen brächte, sie tun zu lassen, wofür sie eigentlich da sind. Und ich rede da keiner vollkommen unkontrollierten Vor-sich-hin-Wurschtelei das Wort; aber, wenn jemand sagt, so kann man es machen, so jedoch nicht, weil das 2. “so” vielleicht auf dem BWL-Papier gut klingt, in der Realität aber aus unterschiedlichsten Sachgründen einfach nicht funktionieren kann, dann sollten die “Money People” einfach mal die eigenen Vorstellungen von der Beschaffenheit der Welt – und manchmal auch das eigene Ego – beiseite lassen, zuhören und nicken. DAS würde so vieles besser machen! Ich werde jetzt nicht behaupten, dass ich weiß, wie man alles besser macht. Aber ich denke, eine solide Vorstellung davon zu haben, was in meinem Fachbereich geht – und was nicht. Und ich hatte in letzter Zeit häufiger den Eindruck, dass ich einfach nur gut aussehen und jemand anderes Ideen verkaufen sollte. Was zwei Probleme mit sich bringt: a) ich sehe nach aktuellen Maßstäben nicht besonders gut aus und b) ich bin kein sonderlich guter Verkäufer, wenn ich vom Produkt nicht überzeugt bin. Was mich dahin gebracht hat, mich zu fragen, ob ich als mein eigener Chef nicht doch besser dran wäre. Was ich aus diesen Gedanken mache, wird die Zukunft zeigen. Gerade jetzt ist meine Motivation, am Montagmorgen wieder in die Tretmühle zu steigen, allerdings erheblich eingeschränkt. Mal schauen, was der letzte Urlaubstag so bringt. Haltet die Ohren steif…

Neue Ziffer – alte Scheiße!

Bonsoir – 2024 hat gut angefangen; oder! “Nur” 200 – 300 Festnahmen in Berlin, lediglich ein paar Jungs mit Molotow-Cocktails und gegenseitiges Böller-Bewerfen. Über den Rest der Republik breitet sich der Mantel des Schweigens; ganz so, als wenn der Bundes-Moloch Nabel der Republik wäre. Was er nicht ist. Stilbildend ist da höchstens noch, dass sich die GroKo (KOTZ…!) des Landes Berlin dafür beweihräuchert, die Stadt im Griff zu haben. Wofür sie 5.500 – in Worten FÜNFTAUSENDFÜNFHUNDERT – Polizisten gebraucht hat, die zu Silvester sicher auch mal was Besseres zu tun hätten, als Idioten zu bewachen. Soziale, mentale und politische Integration? GESCHEITERT! Schönen Dank auch für Jahrzehnte des Wegschauens, Leugnens oder Auf-wieder-Heimkehren-Hoffens unserer Politik bezüglich unserer Mitbürger*innen mit Migrationshintergrund – und ihrer Biodeutschen Counterparts aus sogenannten prekären Sozial-Verhältnissen, bildungsfernen Schichten und wie auch immer man es nennen möchte. So wird das nix. Wir wollen keine Parallel-Gesellschaften? Die gibt es in ALLEN größeren Städten schon seit den 70ern; man nennt sie nur üblicherweise Brennpunkte… Willkommen in der Realität ihr Blödbrumsen! Was war sonst noch – ach ja Hochwasser, Inflation, Haushaltskrise, Gaza, Klimakrise, Ukraine und noch mehr washastenichgesehen. Leben in der Lage – ein stehendes Motto bei meinem Arbeitgeber – wird zu ersten Bürgerpflicht. Nur das KEINER den Bürgern erklärt, wie das tatsächlich geht! Und unser Bundes-Tran-Ole? Beschwört das Miteinander! Ja das hat Bundes-Rauten-Angie dereinst auch getan, und wer durfte die “Wir-schaffen-das!”-Suppe dann auslöffeln? Ja genau – Trottel wie du und ich. Schwamm drüber. Um es also zusammenzufassen: politisch bewegt sich alles immer noch viel zu langsam und teilweise eher rück- oder seitwärts, anstatt voran.

Wann immer ich meine typischen Online-Postillen lese (und leider auch deren adjunkte Kommentarspalten), überkommt mich stets für ein paar Augenblicke ein Gefühl von Hoffnungs- und Kraftlosigkeit. Das hält aber zumeist nicht lange an, denn ich erinnere mich dann eines Mottos, über das ich vor einiger Zeit gestolpert bin:

F E A R has two meanings: 

- Forget Everything And Run

OR

- Face Everything And Rise

...the choice is YOURS!

Dazu passt dann auch dass Beitragsbild oben. Ist eigentlich ein Abreißkalender mit Spaßpostkarten für jede Woche des Jahres. Aber die erste ist ein verdammt gutes Motto für 2024! Denn egal, wie man es auch dreht und wendet – wenn man sich nicht selbst bewegt, nicht selbst etwas verändert, nicht wenigstens versucht, es mal anders (und hoffentlich etwas besser) hinzubekommen, dann wird das für die folgenden Generationen nix mehr. Ich habe Kinder und daher will ich alles dafür tun, dass, falls dereinst meine große Tochter tatsächlich, wie sie neulich bereits anzudrohen beliebte, mein Altenheim aussucht, sie dies in dem Gefühl tun kann, dass ihr alter Herr es nicht vollkommen verkackt hat! Denn so wie’s aussieht, hängt im Moment immer noch Vieles vom Verhalten meiner Generation ab. Was allerdings viele andere Gen-X-er entweder nicht sehen KÖNNEN, oder nicht sehen WOLLEN. Ich wünsche mir jedenfalls, wenn es denn notwendig wird, einen netten Ort für das Altenteil. Aber wer weiß schon was kommt? Also strebe ich Veränderung nicht nur im Gedanken an eine ungewisse Zukunft für mich an; sondern um dabei zu helfen, eine halbwegs gewisse Zukunft für meine Nachkommen zu sichern. Ist definitiv das bessere Motiv. Und, um es an dieser Stelle in aller Deutlichkeit zu sagen: diese Gedanken haben NIX mit irgendwelchen dämlichen Neujahres-Vorsätzen zu tun, die regelmäßig dazu führen, dass Menschen im Januar ein Jahres-Abo für ein Fitnessstudio abschließen, dann bis Ende Februar, Anfang März wie die Gestörten hinrennen, um dann bis Mitte Mai wieder in ihren alten, schlechten Gewohnheiten zu ertrinken. Und jährlich grüßt der Fitnesstrainer…

Mir selbst geht es darum, meine Life-Goals anzupassen und dabei das Miteinander im Blick zu behalten. Denn allzu egoistische Life-Goals sind – etwas pathetisch ausgedrückt – der Treibstoff für den Untergang unserer Welt! Fun-Fact: ich habe tatsächlich auch selbst wieder mit mehr Bewegung angefangen (Training kann das nur ICH nennen, weil es ein Körper-Gulasch wie mich fordert). Ich brauche dazu allerdings kein Fitness-Abo. Man wird sehen, wie lange ICH alte Lästerbacke das durchhalte… Und ansonsten steht mal wieder vieles zur Neu-Bewertung an. Ich werde dieses Jahr 50, da ist es wohl ander Zeit für eine Harley und eine neue… ne, halt Stop, dass machen die ganzen Männer, die zu blöd, zu faul und zu charakterschwach sind, an sich, ihren Beziehungen und ihrem Leben zu arbeiten und stattdessen lieber leugnen, dass auch bei ihnen der Lack ab ist… Erstens habe ich keinen Motorrad-Führerschein und zweitens meine beste Ehefrau von allen! Aber meine Arbeit und meine weiteren akademischen Ziele muss ich neu bewerten und ggfs. etwas planen. Man wird sehen. Einstweilen wünsche ich euch – wenn auch etwas spät – einen verdammt guten Start in 2024! Und nehmt euch was sinnvolles vor, dass nicht nur für euch gut ist! Bis die Tage…

The Critic N°3 – Who needs critics…?

Sonntag der 3. Advent, Abends. Tag, Woche und Lust, Montags auf ein Neues zu stürmen neigen sich dem Ende. Keine Sorge – keine Wehklagen. Mehr die Frage, was mich im Moment noch antreibt? Man überwindet im Laufe eines Monats, eines Jahres, eines Lebens so manches, um sich doch immer wieder – Sysiphos’ Strafe nicht unähnlich – vor mehr vom Gleichen wiederfinden zu müssen. Es ist weniger die Tatsache, dass da Arbeit ist, sondern vielmehr die damit einher gehende Monotonie, die mich gelegentlich an den Rand der Verzweiflung bringt; dann und wann auch darüber hinaus. Ich meine, alles Streben, alles Tun, alles Planen und Wagen wirken in diesen Tagen, wenn das alte Jahr ganz langsam dahingeht und man sich überdies in zumeist unnützen Retrospektiven verfängt irgendwie… verdammt alt. Schon mal dagewesen. So als wenn man sich manche Serien anschaut. Jede Woche das Gleiche mit allenfalls geringen Anpassungen und einer lediglich vordergründig neuen Herausforderung, die trotzdem schon mehr als einmal dagwesen ist. Different, different but same…

Somewhere the skies are always blue…

“Aber natürlich ist das eine rein subjektive Pein!”, höre ich das aus dem Chor vereinzelte Stimmen sagen. “Du weißt doch, das alles Leben Wandel ist!” Ja sicher weiß ich, dass alles Leben Wandel ist und dass die subjektive Monotonie nicht die ganze Wahrheit abbildet; und trotzdem muss man sich seiner Sinnkrise ab und zu mal stellen, wenn man nicht möchte, dass sie einen irgendwann mit Haut und Haaren frisst. Und diese Gefahr ist für Menschen mit depressiven Erkrankungen ganz real. Um es klipp und klar zu sagen: ich mag mein Leben. Ich mag meine Familie und meine Freunde, ich mag sogar mich selbst (mit leichten Abstrichen). Aber im Moment sind manche Dinge (noch) wie ein endloser Tunnel, bei dem man sich fragt, ob dann doch noch das Ende kommt. Und man möchte wissen, ob dieses Licht da vorne einem nicht vielleicht doch hupend entgegenkommt… Ach, wenn ich ganz ehrlich bin, möchte ich im Moment einfach nur faul sein dürfen und es ärgert mich ein bisschen, dass es noch ein paar anstrengende Tage dauert, bis das soweit ist. Dieses Jahr dauert einfach schon zu lange.

Dass ich Pen’n’Paper-Rollenspiel spiele, kann man wissen, wenn man diesem Blog halbwegs regelmäßig folgt. Wahrscheinlich ist gelegentlich auch schon mal meine Liebe für Videospiele durchgeklungen. An dieser Stelle ein Bekenntnis: ich hatte jede Playstation seit der Generation 1. Und ich habe eine Menge Spiele gespielt. Sicher nicht so viele, wie manch anderer; keine Rennspiele, keine Sportsimulationen, weil ich mit der Sch***e schon im echten Leben nix anfangen kann, nur selten First-Person-Shooter und schon gar nicht im Mehrspielermodus, weil ich lausige Reflexe habe. Auch auf Konsolen dominieren für mich daher Adventure-Games, gerne auch mit einem gewissen Open-World-Charakter, wobei es schick ist, wenn sich eine faszinierende Story entfaltet. DAS ist meine Art, mir meine Dosis Eskapismus zu holen, wenn es an der Pen’n’Paper-Front mal wieder zu still ist. Betrachtet es als eine Art Rollenspiel-Methadon… Auch ich lese manchmal Spiele-Reviews – und verfluche mich dann hinterher immer dafür. Denn ich möchte mir meine Immersion gerne selbst erarbeiten. Und das geht nur, wenn man sich selbst ein Bild macht. Und wenn’s nix war, dann war’s halt nix. GTA5 zum Beispiel hat mich damals null gehooked. Nicht wegen der Prämisse, sondern weil das Gameplay mich angestrengt hat. Ich bin Casual Gamer und möchte dementsprechend gerne abgeholt werden. Womit zu bezweifeln bleibt, ob ich mich jemals an Elden Ring rantraue.

Da das Jahr hart war und ich einige Tiefschläge zu verdauen und mehrere große Projekte zu bearbeiten hatte, war von Anfang an klar, dass ich erst wieder zum ausgiebigeren Zocken kommen würde, wenn sich das Jahr dem Ende neigt. Also habe ich mir erst jetzt – und unter deutlich geringerer Aufwendung von Geld und Nerven als bei den early Hunters – ‘ne Playse 5 gekauft und angefangen “Horizon Forbidden West” zu spielen. Da kann man nämlich einstellen, wie schwierig die Gegner sein sollen. Und ich bekannte ja eben schon, dass ich diesbezüglich eine Mimose bin. Nun könnte ich anfangen von den Vorzügen des Spiels zu schwärmen. Grafik, Gameplay, Story, NPCs – ICH fühle mich gut abgeholt. Doch tatsächlich wäre das in diesem Fall Käse, habe ich doch weiter oben gesagt, dass ich selbst mich für das Lesen von Reviews meistens hinterher verfluche. Denn was für MICH so richtig Bombe ist, langweilt andere wahrscheinlich zu Tode oder führt bei noch Anderen zu einem indifferenten Schulterzucken. Nicht jedes Spiel ist für jeden Spieler was, weil Setting, Story und Spielmechanik sehr wohl einen Unterschied machen. Welchen Stellenwert haben aber dann Kritiken und vor allem Kritiker noch? Ganz ehrlich: für mich keinen großen, denn das Einzige, was mich interessiert ist, ob das Spiel technisch funktioniert, oder der Hersteller mal wieder die Kunden zu Beta-Testern gemacht hat, wie etwas bei “Cyberpunk 2077”

Was mich betrifft, hat die Medienbranche rings um die Spielebranche (und die rings um Filmbranche sowieso) mittlerweile obszöne Züge angenommen. Der Pre-Teaser-Teaser-Trailer garniert mit Insider-Gerüchten von…; da könnte ich im Strahl kotzen vor Glück. Wer braucht den Mist. Würde man seine Zeit und sein Kapital darauf verwenden, vernünftige Produkte herzustellen, bräuchte man diese Publicity-Maschinerie nicht, denn das alles ist nichts weiter als schlecht verstecktes Marketing. Und je mehr Marketing, desto ramschiger ist oft das Produkt. Mal davon abgesehen, dass bei den heutzutage anscheinend benötigten Produktionsbudgets die Money-People den Kreativen erzählen, was diese zu tun oder zu lassen haben. Als wenn IRGENDSOEIN Finanzierungs-Fuzzi Ahnung von Storytelling und Gamedesign hätte. Die können von mir aus alle zum Teufel gehen. All dem Hubbub zum Trotze habe ich dieses Wochenende ein paar Stunden gezockt, was mir prompt eine Rüge von meiner kleinen Tochter einbrachte, die wohl der Meinung ist, dass Papas auf keinen Fall länger zocken dürfen, als ihre Kinder… wenn die wüsste! In den nächsten Tagen komme ich ja eh nicht dazu, was auch vollkommen okay ist. Aber wenn mich der Urlaub hat, ja dann… Wir werden sehen. Fakt ist, dass mich die Kritiken (oder irgendwelche Let’s Plays) nicht interessieren; ich entdecke den verbotenen Westen selbst. Aber keine Sorge – zum Bloggen komme ich bestimmt auch. Einstweilen wünsche ich einen guten Start in die vorletzte Woche des Jahres.

Gestalten können…?

Nein, es geht hier nicht um Gestalten. Also Lichtgestalten wie… ach da fällt mir gerade keine ein, oder aber Dunkelgestalten die den Söder-Bazi, der jetzt gendergerechte Sprache einschränken möchte, weil er damit bei seinen unheiligen Freunden vom Fascho-oder-doch-nicht-Fascho-Aiwanger-Wahlverein a.k.a. “Freie Wähler” Punkte machen kann. Er kann halt doch nur Bierzelt. Wobei mir nach letztem Wochenende noch einfällt – Wir in Baden-Württemberg können alles außer Hochdeutsch – die Bayern können alles außer Schnee (sofern der aus Wasser besteht…). Überall in Kommentarspalten häufen sich Anzeichen dafür, dass man sich einen Rechtsruck geradezu wünscht, weil die “etablierten Parteien” es nicht hinbekommen würden. Dazu – zum allerletzten Mal – drei Einwürfe:

  • 1) Realpolitische Erfordernisse, die aus dem 16-jährigen merkelesk-christdemokratischen Ignorieren, Aussitzen, Nichtlösen realpolitischer Herausforderungen und Bedrohungen resultieren (ja, ich meine auch Putin ihr Pappnasen – den gibt’s nicht erst seit 2021), lassen sich nicht in drei Wochen, drei Monaten oder drei Jahren beheben. Kommt damit klar, dass wir den Gürtel schon seit 25 Jahren hätten enger schnallen müssen. Tut mir genauso weh…! Und hört endlich mit dem Grünen-Bashing auf, ihr lustigen Nachbarn – die wahren Feinde Deutschlands tragen braun und blau!
  • 2) Demokratie – oder besser ein demokratisch verfasster Rechtsstaat, der jedem bestimmte Rechte garantiert – ist ein Wert an sich! Oder was denkt ihr, wie viel Scheiße ihr noch in irgendwelchen Kommentarspalten absondern könnt, ohne dass euch die Beamten vom “Weisungsbefugten Amt für Nationale Sicherheit und Treue” – kurz WANST – zur “Konsenserziehung” abholen, sobald die Drecksfaschos mal an die Macht kommen, hm…? Unsere Institutionen mögen nicht perfekt funktionieren und Meinungsbildung im Kompromissraum der Öffentlichkeit ist ein schmerzhafter und langsamer Prozess. Aber leider nötig, wenn wir keine Diktatur wollen. Denn wie beschissen die funktioniert, könnt ihr in allen ehemaligen oder noch existenten kommunistischen Staaten beobachten (Ja, Kommunismus und Faschismus funktionieren auf Basis unterschiedlicher Ideologien – aber mit den exakt gleichen Auswirkungen – lernen macht klüger).
  • 3) Meinung ohne Wissen und Verständnis ist nutzlos! Und die allermeisten da draußen wollen deshalb an die “einfache Lösung” glauben, weil es ihnen in ihrer leider beschränkten Denke erlaubt, sich nicht ändern zu müssen! Doch nichts in der Welt ist beständiger, als der Wandel. Und wer ihn nicht mitmacht, nicht wenigstens versucht ihn auszuhalten, wird von ihm überrollt! Pech gehabt. Schaut man jedoch hinter die “Argumente” der Fascho-Rattenfänger sind immer andere schuld und nix muss sich ändern. Also mehr von dem, was uns in die aktuellen Sackgassen manövriert hat. Tolle Lösung, echt jetzt [Ironie off/]. Beginnt man jedoch unter die Haube zu schauen und nachzudenken, also sich eine FUNDIERTE Meinung zu bilden, keine EMOTIONALISIERTE, wie die AfD sie bietet, wird ziemlich schnell klar, dass “WEITER SO” niemanden wirklich weiterbringt. Aber ja, es klingt so schön einfach.

Musste mal wieder raus. Aber eigentlich ging es ja nicht um DIE Gestalten, sondern um DAS Gestalten, also den Prozess, etwas Neues zu erschaffen, oder aber etwas Bestehendes zu verändern. Und irgendwie beschleicht mich in letzter Zeit immer wieder das Gefühl, dass zu viele Menschen unberechtigterweise glauben, dass sie das nicht könnten, weil ihnen dazu entweder die Ressourcen, die Ideen, die Energie, oder wasweißichnichtnochalles fehlen würden. Aber DAS GESTALTEN passiert doch nicht nur in irgendwelchen fancy Büros durch irgendwelche, wahlweise super-hippen, super-klugen oder zufällig gewählten Fuzzinen und Fuzzies (wie Künstler, Influencer, Politiker, Marketing-Profis, Wissenschaftler, etc). So gut wie jede*r von uns kann gestalten, indem er/sie/them sein Lebensumfeld verändert. Und viele Wenig machen ein Viel. Das war immer schon das Momentum, welches auch große Veränderung angestoßen hat. Gesellschaftliche (und ich meine nicht nur Revolutionen mit Krawumm und Kampf und Guillotine) genauso, wie wissenschaftlichen und technischen Fortschritt. Wir neigen dazu, uns im Angesicht der großen, großen Welt klein und ohnmächtig zu fühlen, obschon der Blick in unser nahes Umfeld allzuoft sofort offenbaren würde, wie viel wir tatsächlich schon gestalten – und wie viel mehr noch möglich wäre. Denn jede Veränderung beginnt im Kleinen.

Nehmen wir als Beispiel Abnehmen (was ich selbst übrigens tun müsste): es ist MEINE Entscheidung, wann und wieviel ich dafür tun will, sobald ich das Problem identifiziert und mir über mögliche Lösungen Gedanken zu machen begonnen habe. Mein Problem ist – und damit bin ich weiß Gott nicht allein – dass es sehr einfach ist, Gründe zu suchen, warum eine Veränderung nicht möglich sein sollte: keine Zeit, zu viel Stress, mir tut doch eh schon alles weh, ich habe noch wichtigeres zu tun, ich…., ich…, ich…, ich will mich nicht anstrengen müssen, um etwas zu erreichen, dass für mich mit Verzicht und Unbequemlichkeiten einher geht! Klingt das ein bisschen nach den Sentimenten, die AfD-Wähler benutzen, um sich zu rechtfertigen? “DIE FREMDEN nehmen mir etwas weg!” Scheint so, als wenn DIE GESTALTEN und DAS GESTALTEN doch etwas miteinander zu tun hätten. Und zwar dergestalt, dass DIE GESTALTEN (vulgo so einige Politikoiden da draußen) mich immer wieder davon zu überzeugen versuchen, dass DAS GESTALTEN – zumindest, wenn es um gesellschaftliche Veränderung geht – nichts für mich ist, sondern etwas, dass ich den “Profis” überlassen sollte. Ja, is klar, ‘ne; bevor ich den Söder-Bazi, oder irgendeinen anderen aus dem Schwarz-Blau-Braunen Spektrum für mich gestalten lasse, kitzele ich mich lieber mit einem Nageltacker an der Patella! Aber die obige Feststellung erklärt halt auch, warum Poltiker*innen mit konzertiertem Gegenwind (etwa Demos, Bürger-Initiativen, echter Investigativ-Journalismus, tatsächlich Gemeinwohlorientierte NGOs, etc.) so gar nicht klarkommen: es macht das lobbyfreundliche Zurechtwurschteln von diesem oder jenem nämlich viel, viel schwieriger. Der franzöische Humorist und Schauspieler Henri Tisot sagte dazu mal: “Bei der Fischsuppe und bei der Politik sollte man nicht zuschauen, wie sie gemacht werden.”

Ich habe in meinen Posts schon oft über Kreativität gesprochen. Und manchmal könnte der Eindruck entstehen, dass Kreativität in meinem Kopf lediglich was mit bildender Kunst (Schreiben, Fotografie, Video, etc.) zu tun hätte. Aber Kreativität ist im Kern einfach nur die Fähigkeit, sich neuen Herausforderungen stellen und dabei passend zur Situation auf neue Fragen auch neue, originelle, hilfreiche und vielleicht manchmal auch schöne Antworten finden zu können. Und das kann im Kleinen, wie im Großen Veränderungen bewirken. Man muss es nur wollen! Okay, ein bisschen (mehr) Bildung und Übung sind dabei natürlich hilfreich – bewusst wollen muss man es am Ende des Tages trotzdem. In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen schönen Zweiten Advent, einen guten Start in die neue Woche und den Mut, etwas Gutes zu Wege zu bringen. Wir hören uns.

Neues von Bibo Blogsberg #2 – Keine Zeit für Blues!

Wie man es auch drehen und wenden wollen würde – das Jahr galoppiert jetzt mit immer schnelleren Schritten auf sein Ende zu. “Wie so viele davor!” sagt der Fatalist. “Wie so manches, das noch kommen wird!” fügt der Realist hinzu, um vom Optimisten mit “Und das Kommende wird GEIL!” übertönt zu werden. Der Pessimist beschäftigt sich derweil mit dem Umstand, dass mein Körper gerade nicht so will, wie mein Geist. Auch das ist jetzt für die Jahreszeit eher wenig ungewöhnlich; den positiven Signalen der letzten zwei Wochen zum Trotze. Ich könnte also auf der Habenseite abseits der physischen Schlappheit und des Krankheitsgefühls der letzten Tage einbuchen, dass es auf einigen Baustellen mit einem Mal relativ zügig vorangeht und Wiederstände sich in Commitment verwandeln. Ich bin zwar ob mancher Aussagen noch ein wenig skeptisch und doch von mildem Optimismus getragen. Aber es ist noch lange nicht Zeit für ein Fazit. Das kommt erst am 31.12, am frühen Nachmittag. Und bis dahin habe ich kaum Gelegenheit, den Blues zu bekommen, ganz egal, wie physisch und psychisch anstrengend dieses verfickte Jahr bisher auch gewesen sein mag.

Cliffs 0f Moher… das wäre jetzt auch okay!

Ich bin kürzlich in einem beruflichen Kontext gefragt worden, ob ich von einer bestimmten Sache zu überzeugen wäre. Und ich habe sinngemäß geantwortet, dass ich von etwas nicht überzeugt sein muss, um es zu vertreten, wenn mir der Sinn dahinter verständlich ist. Und ich mein(t)e das vollkommen ernst. Oft im Leben haben wir Aufgaben zu erledigen, die wir tun, weil es halt sein muss, Entscheidungen zu treffen, bei denen eher die Suche nach dem kleinsten Übel uns antreibt, denn das allzu oft allzu große Wort “Überzeugung”. Spätestens mit Bourdieu ist mir dann klar geworden, dass Überzeugungen oft nichts weiter sind, als Illusionen, die wir nutzen, um uns selbst im Nachgang davon zu überzeugen, dass diese oder jene Entscheidung korrekt war – selbst wenn die nagenden Zweifel im Hinterkopf eine vollkommen andere Sprache sprechen. Das gilt im Privaten ebenso, wie im Geschäftsleben, auch wenn man sich gerne einredet, beruflich immer sachmotivierte Entscheidungen zu treffen. Wie schwierig bis nachgerade unmöglich das wird, zeigt sich dann, wenn divergierende persönliche Interessenlagen mit der theoretisch sachlichen Lösung konfligieren und plötzlich aus Nebenkriegsschauplätzen zentrale Schlachtfelder werden. Ich kann es gar nicht oft genug sagen: wir Menschen handeln insbesondere dann, wenn wir das behaupten, alles andere als rational!

Ich bin ein großer Freund davon, nach den Motiven der Menschen zu suchen. Denn viele Entscheidungen werden – gleich, ob man das gut oder schlecht findet – noch immer von Menschen getroffen. Und deren Entscheidungsfindung ist, wie wir seit Kahnemann wissen, alles andere als rational. Und wie bei der Tätersuche im Krimi ist die Frage nach dem Motiv des Gegenübers meistens der Schlüssel zu allem. Um Menschen hinreichend interpretieren zu können, braucht es allerdings – ganz im Gegensatz zum Krimi – mehr als nur eine kurze Beobachtung. Ich bin nämlich nicht Sherlock Holmes. Und wenn es so jemanden da draußen tatsächlich gibt, so hoffe ich, der Person nie zu begegnen. Ich möchte nämlich, dass MEINE Geheimnisse verdammtnocheins geheim bleiben! Aber selbst ohne Holmes’sche Beobachtungs- und Kombinationsgabe findet man, je besser man Menschen kennenlernt, umso besser heraus, was diese antreibt. Das dies auch für die anderen im Zusammenhang mit der eigenen Person gilt, muss einem dabei natürlich klar sein. Niemand hat ein so gutes Pokerface, dass man gar nichts lesen kann. Auch das gibt es nur im Film.

All dem zuvor Gesagten zum Trotz sind wir – manche etwas mehr, viele etwas weniger – zumeist in der Lage, das Gegegnüber einzuschätzen. Was man dabei herausfindet wirkt sich Entscheidungs- und damit Handlungsleitend auf unser Leben aus. Auf das Alltägliche mit seinen vielen kleinen Kooperationsaufgaben genauso, wie auf das Berufliche, wo mich allzu häufig Koordinationsaufgaben betreffen. Das bringt eine administrative Position so mit sich. Dennoch glauben wir immerzu, bei Entscheidungen nur unserem eigenen Denken verpflichtet zu sein. Das ist riesengroßer Unfug. Manchmal genügt eine kleine Geste, um das Gegenüber zu …interessanten… Dingen zu bringen. Die Intention hinter Geschenken oder Freundlichkeit z.B. sollte eigentlich nicht sein, Menschen zu etas zu bringen, denn dann wäre das Manipulation; sondern vielmehr ihnen meine Dankbarkeit oder meine Wertschätzung auszudrücken. Es gibt da einen sehr schmalen Grat zwischen Manipulation und ehrlicher Wertschätzung, von dem allzu oft in die falsche Richtung abgewichen wird. In jedem Fall ist so manche Entscheidung um Klassen “gefühliger” motiviert, als wir uns das eingestehen wollen!

Genauso gut oder schlecht kann man auch negative Mindgames spielen, um Menschen zu spiegeln, wie man ihr Verhalten empfunden hat. Oder wie man glaubt, das andere (Dritte Beteiligte) dieses fragliche Verhalten empfinden könnten. Hat man vor einer Weile mit mir gemacht und ein kleiner Teil von mir ist darüber immer noch stinksauer. Da schwingen nämlich oft irgendwelche impliziten Unterstellungen mit, die mir nicht gefallen. Um eines klar zu sagen: wir ALLE lassen uns gelegentlich manipulieren, mal zu unserem Vorteil, mal zu unserem Nachteil. Muss man akzeptieren. Was man NICHT akzeptieren muss: Ich habe keine Lust auf Spielchen – und ich werde das auch in Zukunft ganz klar sagen. So, wie ich immer noch keine Zeit für den Blues habe, obwohl es verschiedene Gründe dafür gäbe, habe ich auch keine Zeit für vollkommen unnötiges Drama. Und es ist meiner Meinung nach unnötiges Drama, wenn sich Menschen in gewissen Positionen dünnhäutiger zeigen, als meine Teenager-Tochter. Das ist unwürdig, denn unsere Zeit und ihre Herausforderungen verlangen nach der Fähigkeit zum robusten Diskurs und nicht nach Schneeflöckchen! Ich denke, dass ich noch oft anecken werde, da ich, wie bereits weiter oben gesagt nicht im Mindesten bereit bin, mich von Dingen überzeugen zu lassen, die ich als unsachgemäß, überemotional, unterdurchdacht, überdurchdacht, oder unangemessen betrachte. Und ich werde ganz sicher nicht servil nicken und “JA” sagen, wenn ich klar den Kopf schütteln und “NEIN” sagen muss, weil ich der Sache verpflichtet bin, und nicht irgendwelchen Personen. Vielleicht würde es helfen, wenn sich manche Protagonisten der Tatsache erinnerten, dass nicht sie als Person wichtig sind, sondern das große Ganze. Aber als white middle-aged cis-gender-male muss ich bedaurlicherweise sagen, dass viele meiner Altersgenossen (aber auch jüngere/ältere) diesbezüglich noch enormen Selbstreflexions-Nachholbedarf haben. Ach wisst ihr was: drauf gesch****n. Freut euch auf den (F)Rohen ersten Advent. Tschüss.

New Work N°15 – Let’s do this AI-thing…

Ich war heute Morgen in der Stimmung zum Cheaten, also habe ich Chat.GPT 3.5 gefragt worüber ich heute bloggen sollte. Natürlich habe ich das Ganze ein bisschen spezifiziert und den Auftrag auf den Bereich “Kreativität und AI” eingegrenzt. Ich will euch die Ergebnisse nicht vorenthalten:

Exploring the intersection of AI and the creative process can be a fascinating and engaging topic for a blog post. Here are some specific ideas you might consider:

1) AI in Art and Design:

Discuss how AI is being used in various forms of art, such as visual arts, music, and literature. Explore specific examples and the impact AI has on creativity in these fields.

2) Creative Collaboration with AI:

Explore how artists and creators are collaborating with AI tools to enhance their work. Highlight case studies where AI has played a role in co-creating content with human artists.

3) AI and Writing:

Dive into the ways AI is influencing the writing process. Discuss AI-generated content, writing assistance tools, and the implications of using AI in creative writing.

4) Ethical Considerations:

Address the ethical concerns surrounding the use of AI in the creative process. Discuss issues such as attribution, ownership, and the potential for bias in AI-generated content.

5) AI Tools for Creatives:

Create a list of AI tools that can aid creatives in their work. This could include tools for generating ideas, enhancing designs, or even assisting with the editing process.

6) The Future of Creativity with AI:

Speculate on how AI might continue to shape the future of creativity. Discuss emerging trends and potential advancements in AI technology that could impact the creative process.

7) Challenges and Limitations:

Explore the challenges and limitations of integrating AI into the creative process. Discuss instances where AI may fall short and the ongoing efforts to overcome these obstacles.

8) AI and Innovation:

Discuss how AI is contributing to innovation in various creative industries. Explore how it's enabling new forms of expression and pushing the boundaries of traditional creative disciplines.

Remember to include examples, case studies, and practical insights to make your blog post informative and engaging. Additionally, consider incorporating visuals, such as images or infographics, to enhance the reader's understanding of the concepts you discuss.
Netzwerkblume… 😉

Chat-GPT 3.5 ist das frei verfügbare Tool, für dessen Nutzung man sich lediglich auf Open AIs Webseite registrieren muss, und schon taucht der Eingabeprompt auf. Was mich an den obigen Antwort am meisten fasziniert, ist die Tatsache, dass “Die Maschine” in ihrer Vorschlagskiste auch, oder vor allem, die bereits kontrovers diskutierten Fragestellungen nicht ausklammert (siehe etwa Punkt 4). Nun sind wir noch eine Weile davon entfernt, dass künstliche Intelligenz ein eigenes Bewusstsein erlangt, aber die Tools, die irgendwann möglicherweise dazu führen werden, sind zum größten Teil bereits vorhabenden (schaut euch mal diese Simulation eines neuralen Netzwerkes an). Irgendwann wird jemand herausfinden, wie dieses sich kombinieren lassen, um den finalen Schritt zu gehen. Die wichtigste Frage, die keiner so recht beantworten kann oder will, ist jedoch: wird dieses neue Bewusstsein den Weg des Prometheus nehmen und uns Menschen als Vordenker und Bringer eines neuen Funken helfen, besser zu werden; oder doch den von Frankensteins Kreatur, die von blindem Streben getrieben anfängt zu töten, um schließlich ihre eigenen Fehler zu erkennen, und sich selbst ein Ende zu setzen. Wenn man so will, hat Mary Shelley diese Frage vor über 200 Jahren in ihrem Buch vorweg genommen. Manchmal lohnt es sich doch, die Klassiker noch mal neu zu lesen…

Ich glaube nicht, dass ich solche Fragen sinnvoll oder umfänglich beantworten kann. Da ich jedoch sowohl im Beruflichen als auch im Privaten ein Geschichtenerzähler bin, reizen mich die Möglichkeiten der aktuell verfügbaren Technik immens; und ich bin dabei bereit, wenigstens ein bisschen mit dem prometheischen Feuer zu spielen, denn die aktuellen Large Language Models – wie eben Chat-GPT – lernen ja durch die Interaktion mit Nutzern dazu. Will heißen, wir sind jetzt im Bereich des Beta-Testes angelangt, wo Nutzer durch die Interaktion das Maschinenlernen beschleunigen und befördern. Über die Frage, ob AI in der Arbeitswelt eine Rolle spielen wird oder nicht, sind wir längst hinaus. Der Geist ist aus der Flasche, die Büchse der Pandora offen – wie wir damit umgehen, wird darüber entscheiden, ob daraus Gutes erwächst, oder eben Unheil. Auch in der Kreativ-Branche, oder besser vor allem dort, wird derzeit heiß diskutiert, was das alles bedeutet; und doch nutzen laut einer Befragung bereits 83% der Beschäftigten auf die eine oder andere Art und Weise AI. Das soll nicht wie Zweck-Fatalismus klingen. Es ist eher eine Feststellung, dass wir Menschen schon immer sehr gut darin waren, neue Techniken zu entwickeln, diese zum Einsatz zu bringen – nicht selten gleich zur Waffe bastardisiert – um uns erst DANACH zu fragen, was wir eigentlich gerade getan haben. Der große Unterschied, etwa zu Oppenheimer und der Bombe ist, dass die Dinge HEUTE im großen Theater der antisozialen Medien und des dauerdurchbrennenden Hechel-Journalismus nicht ernsthaft diskutiert oder durchdacht werden, und trotzdem jeder eine Meinung dazu hat; unabhängig davon, wie gut oder schlecht informiert dieses auch ein mag. Denn Reichweite bekommen Informationen heute viel schneller als früher – allerdings auch die FALSCHEN Infos…

AI verändert bereits jetzt den Modus Operandi vieler Bereiche, ohne, dass wir uns tatsächlich schon die Mühe gemacht hätten, ernsthaft über Technikfolgen-Abschätzung zu reden, oder gar verbindliche Regeln für den Umgang mit den Chancen und Grenzen von AI aufgestellt zu haben. Wie so oft rennen Philosphie und Jurisdiktion der technischen Entwicklung hinterher, weil Ingenieure in blinder Begeisterung “einfach mal machen”. Offenkundig steht Mary Shelleys “Frankenstein oder der moderne Prometheus” als Hinweis auf die NOTWENDIGE Reflexion eigenen Tuns, BEVOR man es tut bis heute nicht sonderlich hoch im Kurs. Wie ausgesprochen schade. Vielleicht lege ich meine Hoffnung einfach darein, dass es genug Menschen wie mich gibt, die “Der Maschine” Empathie beibringen wollen, bevor sie dereinst dann endgültig – und leider nicht vollkommen zu Unrecht – auf uns Menschen losgehen wird. Welcome to SKYNET! Und viel Spaß in der neuen Woche,

Erwachsen bilden N°48 – Im Lauf der Zeit…

Wann immer ich dazu genötigt bin, mich mit dem Lernen auf theoretischer Ebene auseinanderzusetzen, sei es, weil ich Ausbilder ausbilde oder Lernstrategien für Azubis aufbereiten muss, komme ich nicht umhin, meine eigene Lernbiografie zu reflektieren, mich immer wieder neu mit dem eigenen Tun und Lassen zu beschäftigen. Wir Menschen sind ja dazu verdammt, die Erzählung unseres Daseins immer wieder neu auszutarieren, damit wir uns als Herrscher*innen unseres eigenen Schicksals fühlen können. Zwar könnte kaum etwas von der Realität weiter entfernt sein, wenn man einmal die unüberwindbare Mauer der nächsten Sekunde für sich selbst realisiert hat. Keiner von uns kann hinter diese Mauer schauen und niemand kann irgend etwas ungeschehen machen, sobald wir an ihr vorbeigelaufen sind. Such is the nature of time itself! Akzeptiert man das, relativiert es so Manches – auch den Umstand, dass man einige Dinge im Nachgang vielleicht anders hätte angehen sollen. Denn eigentlich bin ich mit der Person, die ich geworden bin und den Dingen die ich heute tue (und wie ich sie tue) soweit ganz zufrieden. Nur die Rahmenbedingungen könnten in letzter Zeit wirklich besser sein.

geodätische Kuppeln werden wieder modern…?

In den letzten Jahren hat das Thema “Simulation” in der beruflichen Aus- und Weiterbildung im Gesundheitswesen einen immer höheren Stellenwert erlangt. Grundsätzlich kann man auch mit eher einfachen technischen Setups akzeptable Ergebnisse erzielen. Allerdings sind die Ansprüche der Kunden in den letzten Jahren immer höher geworden, schlicht, weil einige Anbieter die Latte mittlerweile deutlich höher gelegt haben. Wenn ich sowas den Leuten mit dem Geldbeutel sage und darauf hinweise, dass es wohl eine gewisse zeitliche Dringlichkeit hat, sich in einem hoch volatilen Markt noch stabiler aufstellen zu müssen, ernte ich im Moment allerdings oft ein “NEIN”. Ich sage dann sowas wie, “dann mache ich halt Schulentwicklung mit angezogener Handbremse…”, was dann auch nicht Recht ist. Aber es gibt keinen Fortschritt zum Nulltarif und in dem Bereich, in dem ich tätig bin, kann man Kunden nicht auf Bäumen wachsen lassen, sondern muss diejenigen, die es gibt mühsam davon überzeugen, dass ich ein rundes Gesamtpaket anbiete. Und dazu gehört halt auch eine zeitgemäße Ausstattung. Man kann über Manches streiten, aber eines ist sicher – der Markt wächst noch ein paar wenige Jahre weiter, dann kommt das untere Ende der demografischen Zwiebel, begleitet vom unweigerlichen Zurückgehen von Bedarfen in der Präklinik. Und wessen Organsiation / Institution dann nicht breit und stabil aufgestellt ist, verschwindet wieder im Nirwana des 4. Aggregatszustandes – ÜBERFLÜSSIG…

Es gibt so viele kluge Menschen, die Strategien formulieren und diese auch politisch vorantreiben können. Was diese Leute nicht hören wollen sind- zugegeben gelegentlich wie Unkenrufe klingende – Einwürfe von der Seitenlinie. Zum Beispiel von Menschen wie mir, die nicht nur das Geschehen seit ca. 30 Jahren aus erster Hand kennen, in der Lage sind, dieses analytisch zu durchdringen, sondern auch noch zu anderen Schlüssen kommen. Und so blöd sind, dies offen auszusprechen. Das ist politisch und für die Karriere nicht opportun, aber ich scheiße auf Karriere, wenn ich Leute in die falsche Richtung rennen und dabei den Karren mit in den Dreck ziehen sehe. Es ist einfach nicht meine Art, Leute sehenden Auges in ihr Verderben rennen zu lassen; außer vielleicht, wenn ich sie nicht leiden kann… Nun scheint es mir manchmal so, als wenn das Erreichen einer gewissen Position innerhalb einer Organisation Menschen – vor allem die white, middle-aged, cis-gender males – gegen das Erwägen anderer Meinungen imprägniert. Man könnte auch von Dogmatismus sprechen; meistens ein eher an der neoliberalen ökonomischen Lehre orientierter Dogmatismus. Ich glaube, wenn ich mich noch lange mit Renditezielen und Erlöserwartungen rumschlagen muss, werde ich ein bisschen wahnsinnig.

Ich hatte in der Vergangenheit proaktiv Strategien entwickelt und kommuniziert, die sich nicht nur an den ökonomischen Notwendigkeiten der Führung eines Privatschulbetriebes orientierten, sondern auch antizipierend an den Veränderungen des Gesundheitswesens, wie diese sich jetzt anbahnen. Manche haben genickt, ein paar haben Beifall gespendet und passiert ist – NICHTS! Keine Unterstützung, keine angepasste Gesamtstrategie, keine noch so vorsichtige Investition in Innovationen. Nur Provinzfürsten-Klein-Klein, das manchen jetzt um die Ohren fliegt. Und wer ist wieder Schuld? Natürlich der dämliche Schulleiter, weil er aus Scheiße kein Gold machen kann. NEIN, ich kann tatsächlich aus Scheiße kein Gold machen. Ich kann Menschen dazu befähigen, ihre eigenen Potentiale auszubilden, um so an sich selbst und ihren Aufgaben wachsen zu können! Ich kann Wege aufzeigen, wie sich nicht nur Individuen, sondern auch Organisationen (oder zumindest Teile davon) entwickeln können! Ich kann Menschen zu Leadership ermächtigen – und ich brauche dafür weder Macht, noch übermäßig teure Gadgets oder Unmengen an Personal! ZEIT brauche ich, die richtigen LEUTE und etwas RAUM; doch diese Ressourcen gibt es nicht für lau. Weder jetzt, noch in Zukunft. In Zukunft wird es eher NOCH teurer. Aber dann gibt es ja jemanden, den man dafür auch verantwortlich machen kann, wenn’s halt nicht so läuft, gell? NÖ – GIBT’S NICH! Denn wenn wieder aus politischen Dünkeln und Sparen am falschen Ende ein Projekt an die Wand gefahren wird, bleibe ich dabei: 31.12. Die Zeit läuft. Gute Nacht.

Auch als Podcast…