The italian tales n°6 – voll Alpha!

Wenn ich mir so ansehe, womit andere Menschen ihr Geld verdienen (und vor allem große Mengen davon) werde ich immer ein bisschen melancholisch; nicht etwa, weil ich so wenig bekomme, sondern weil man offensichtlich aus Scheiße Gold machen kann. Der Rapper Kollegah gibt, wie die Zeit berichtet anscheinend jetzt Seminare für Alpha-Tier-Aspiranten; also Männer, die sich damit etwas schwer tun, zum Oberchecker-Macho-Brüllaffen zu werden.

Zum einen ist es entlarvend, wenn Männer sich selbst für Betas halten und dann einem ausgewiesenen Experten in Anstand und guten Sitten hinterher rennen, um etwas über Womanizing zu lernen. Männer (aber auch Frauen), die diesem Niveau anhängen, kann ich bestenfalls als armselig betrachten. Die Sufragetten? Für die Katz. So was wie Gleichberechtigung? Braucht doch keine Sau! Hauptsache ER darf bestimmen, wo’s lang geht. Schaue ich mir unsere aktuelle Politik so an, die insbesondere bei den Rechten und Ultrakonservativen von solchen selbsternannten Alphas wie Matteo Salvini, oder auch Donald Trump dominiert wird, muss ich mich ernsthaft fragen, wieso irgendein mit Hirn gesegneter Mann solchen Vollpfosten sondergleichen hinterher laufen kann?

Der Machtanspruch des Alphas ist total. Da gibt es keine Erwägungen, ob man mit seinem Tun irgendjemanden benachteiligt, beleidigt oder ausnutzt, kein Erfragen oder Berücksichtigen anderer Interessen (insbesondere derer der Frau). Der Alpha kommt, erobert, nimmt sich, worauf er Lust hat und erwartet dann auch noch, dass alle anderen das geil finden. müssen, weil er der Mojo-Man ist. Abscheuliche Scheiße ist das!

Ich kann führen. Weil ich niemals etwas von jemandem, der mir unterstellt ist erwarte, dass ich nicht selbst zu tun bereit bin. Ich höre zu, wenn andere etwas sagen. Ich modifiziere meine Strategien, wenn das dazu führt, dass jemand, der mir folgt (folgen muss) dadurch in seinem Output, seinen Erfolgen und seinem persönlichen Wachstum unterstützt wird. Natürlich mache ich auch (jede Menge) Fehler, vergoofe oder vergesse Dinge und bin nicht jeden Tag 100% meines optimalen Selbst. Wer ist das schon? Aber ich versuche dennoch, meine Probleme und Fehler nicht an Anderen auszulassen, auch wenn es manchmal einfacher wäre. Ich führe, also bin ich ein Alpha – princeps ergo alpha… 😉

Und ich brauche dafür kein sauteures Seminar von einem Typ, der mit – aus meiner Sicht – fragwürdiger Musik Kohle scheffelt, anstatt der Gesellschaft zu dienen. Ich brauche dafür eine fundierte Ausbildung, sinnvolle Vorbilder, harte Arbeit (an mir selbst), Freunde, die mich regelmäßig zurechtschubsen und meinen gesunden Menschenverstand. Weniger Alpha und mehr Leadership Ability täten unserer Welt wirklich gut. In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen schönen Tag.

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