Everybody needs somebody…

Ich war gestern Abend schön einen trinken. Mit einem lieben Kollegen und Kumpel, mit dem ich einerseits über den Job aber auch über ganz mundane Dinge wie essen, trinken, Lebensraum gestalten, etc. reden kann. Es gibt ein paar Leute in meinem persönlichen Dunstkreis, mit denen man ganz locker einen langen Abend weginhalieren kann, ohne dass Langeweile oder gar genervt sein aufkommt. Er gehört definitiv dazu.

Es erscheint wohl auf den ersten Blick egoistisch, wenn zwei Typen abends alleine einen saufen gehen (so schlimm war’s nicht, wir sind immer noch locker zu Fuß nach Hause gekommen und meine Gattin war noch wach); hockt doch die arme Gattin/Freundin alleine, ganz ohne Entertainment zu Hause… Ja ne, is klar; und die haben auch keine Ahnung, wie man sich selbst unterhält, ne?

In einer Beziehung, insbesondere, wenn diese länger als drei Monate halten und damit den Hormon-Sturm überleben soll, kommt es stets darauf an, einerseits über alles mögliche miteinander im Dialog zu bleiben, andererseits aber auch die richtige Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden. Jeder von uns braucht ab und an seine kleinen Fluchträume, seine Möglichkeiten zum Ausbrechen, seinen ganz privaten geilen Shit, um die Batterien auffüllen und das Leben am Laufen halten zu können. Und ich will ganz ehrlich sein: über mein Business (Blaulicht, Blaulichtfuzzis ausbilden und so) kann ich besser mit jemandem reden, der’s halt gut kennt; im gegebenen Fall sogar aus mehreren Blickwinkeln.

So jemand, mit dem man einfach mal einen Abend gediegen verschwenden kann – zumindest könnten irgendwelche im akuten Selbstoptimierungswahn befindlichen Honks das unterstellen, immerhin werden kostbare Stunden einfach so ver(sch)ludert – so jemand braucht jeder Mensch. Und solche Zeiten, in denen ich nicht irgendjemandes Agenda hinterher laufen muss, brauche ich auch. Vor allem, weil es meist nicht meine eigene Agenda ist.

Für mich ist das eine entscheidende Komponente von Lebenszufriedenheit. Von mir aus könnt ihr es auch Glück nennen; das Kind braucht ja einen Namen. Was es jedoch nicht braucht, ist ein teures Ratgeberbüchlein, das mir erzählt, wie ich meine Tage mit mehr Sinn fülle. Oder einen Coach, der meine Work-Life-Balance optimiert. Ich fülle meine Tage lieber mit mehr Leben, da ergibt sich der Sinn ganz von selbst. Und für meine Work-Life-Balance reicht mir heutzutage das, was schon mein Vater wusste: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. in diesem Sinne: (F)Rohe Ostern…

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