Countdown to Christmas #0!

…und dann war wieder, vollkommen überraschend, Heiligabend! Heute bei uns begleitet von der Annehmlichkeit, dass die beste Ehefrau von allen wider Erwarten nicht doch noch mal Vormittags zur Arbeit musste, so dass wir ein höchst gediegenes, spätes Frühstück genießen konnten; sagt Torsten S. nicht immer, alles vor Halbzehn ist nicht seriös… 😉 ? Momentan mäandert alles gelassen auf den ersten Abend der Abende im Jahr zu (der Zweite folgt dann in exakt einer Woche), und auch, wenn noch ein paar Kleinigkeiten zu tun sind, bleibt etwas Zeit für Reminiszenz. Immerhin soll man ja zurück blicken, damit man weiß, was man nächstes Jahr lieber sein lässt, nicht wahr? Keine Sorge, so schlimm wird es nicht. Während ich diese Zeilen schreibe, vergewissere ich mich nebenher, dass ich noch weiß, wie man ein spezielles Gericht zubereitet und muss mit einem Lächeln feststellen, dass ich mittlerweile tatsächlich ein gutes Gedächtnis und ausgeprägte Instinkte habe, wenn es um das Garen bestimmter Speisen geht. DER Teil des Rückblicks hat also schon mal geklappt.

Ich sah dieser Tage, dass ein Kollege eine Art Social-Media-Adventskalender geschaffen hat. Das wäre mir zu viel Arbeit, daher habe ich mich mit dieser Serie auf die letzten Tage bis Heiligabend beschränkt. Und jetzt kommt zum Schluss einer von diesen nervtötenden Listicles, in denen irgendwelche gelangweilten Volontäre etwa „10 Dinge, die ihr an Weihnachten auf keinen Fall tun solltet!“ mit einem Foto garnieren, dass impliziert, dass das Flachlegen des heißen neuen Freundes / der heißen neuen Freundin eures Wasauchimmer eine Option wäre? Nö, so’n Bullshit serviere ich euch sicher nicht. Stattdessen beginne ich mit einer Bitte:

  • Fasst keine vollkommen überzogenen guten Vorsätze á la „Ab morgen werde ich die beste Version meiner selbst sein“! Ihr könnt nur verlieren! Ich hatte so viel vor für 2021 und habe es, einmal mehr, mit Ansage verkackt. Weil „Leben in der Lage“ bedeutet, sich immer wieder auf neue Probleme einstellen zu müssen. Und DAS kostet immens viel Kraft!
  • Ich habe nicht die Kraft gefunden, manchen Menschen zu verzeihen. Das ist bedauerlich, denn vielleicht ist es irgendwann zu spät dafür…
  • Ich habe zu viel gearbeitet! Weil ich es immer noch nicht gut hinkriege, Dinge zu delegieren, die ich nicht unbedingt selbst tun müsste. „If you want the job done well, do it yourself!“ ist ein Credo, dass ich noch eine Weile nicht werde ablegen können. Auch wenn das bedeutet…
  • …dass ich mich manchmal hinsichtlich spezieller Fähigkeiten überschätze! Die gute Nachricht ist, dass die normative Kraft des Faktischen funktioniert, und ich mittlerweile besser darin werde, ihr zuzuhören, wenn sie mal wieder zu Besuch kommt.
  • Ich habe mich manchmal vor den Menschen (auch meiner Familie) versteckt, weil mir alles zu viel wurde. Das kann man der globalen Situation der letzten 22 Monate anlasten, oder meiner Depression, oder der Abnahme der deutschen Dachshundpopulation – Fakt ist, hier muss ich mich bessern!
  • Ich habe immer noch zu viel Zeug konsumiert / angeschafft, dass es eigentlich, objektiv betrachtet nicht wirklich brauchte. Besorgt schon mal Fackeln, Mistgabeln und einen Strick…

Es gab aber natürlich auch Einiges, das gut lief und das mir Mut gemacht hat, voran zu gehen und mein Bestes zu versuchen, damit das so bleibt (die Liste stellt übrigens hinsichtlich der Abfolge keine Priorisierung dar):

  • Ich habe es zumindest eine Weile geschafft, auf das Auto zu verzichten. Und die Ergebnisse haben mich ermutigt. das nächstes Jahr noch auszubauen.
  • Ich habe endlich mal wieder mehr und anderes gelesen, als Fachbücher, Fachartikel, Verordnungen und Dienstanweisungen. Mich weiter zu entwickeln, mehr zu erfahren, mehr zu verstehen, mehr zu beherrschen, blieb und bleibt mir ein Grundbedürfnis.
  • Einigen kleineren Wehwechen zum Trotze ist meine Gesundheit immer noch gut. Auch wenn gerade die letzten fünf Wochen diesbezüglich eher ein Dämpfer waren – jetzt ist wieder alles back to normal!
  • Allen Widrigkeiten zum Trotze konnte ich meine Arbeitsziele alle erreichen – und offenkundig damit auch an anderen Stellen scoren! Woraus folgt, dass es uns wirtschaftlich ziemlich gut geht. Und das nimmt ein wenig den Druck raus, wenn man Kinder hat.
  • Unsere Kinder werden immer toller! Auch wenn subjektiv manchmal der Wurm drin ist, und die Große gerade richtig „pubertätisch“ wird, wie die Kleine es die Tage durchaus treffend genannt hat; unsere Kinder sind Toll und werden es immer mehr. Ausrufezeichen!
  • Die beste Ehefrau von allen und ich sind immer noch ein Paar! Nach weit über 27 Jahren und durchaus einigen unschönen Tagen, passt es immer noch, weil die Mischung aus Nähe und Distanz, Reden und Schweigen, ihren und meinen Ansichten funktioniert.
  • Ich habe endlich jene Art von Souverenität gewonnen, die ich mit meinem Alter und meiner Position brauche! Was nicht heißt, dass ich nicht immer noch ein hungriger, unruhiger Geist wäre. Aber ich glaube, endlich kapiert zu haben, dass ich nicht mehr über JEDES Stöckchen springen muss; nur noch über die, die ich mir selbst aufgehängt habe.

Wenn man das Ganze jetzt einmal kurz durchzählt, ist da mehr Haben als Soll! Und so fühlt es sich tatsächlich auch an. 2021 war ohne Frage eine verdammt anstrengende, meine persönlichen Ressourcen mehrfach übererschöpfende, emotionale Achterbahnfahrt erster Güte. Und dennoch bin ich zufrieden. Zufrieden mit den Ergebnissen und zufrieden mit dem Ausblick. Kein Zweifel: 2022 wird genauso fulminant starten (müssen) wie ’21 geendet hat. Aber ich bin vorbereitet Und ich genieße meine freie Zeit im Moment. Hätte mir jemand vor vier Wochen gesagt, „Hey Mann, lächle, bald ist Weihnachten!“ hätte ich vermutlich geantwortet „F*** dich, du Hippie, ich habe noch ein Jahrtausend Arbeit vor mir!“ So ist das mit subjektiv und objektiv. Hinterher fühlt sich’s immer besser an. Falls also irgendjemand jetzt so gar keine Lust auf Weihnachten haben sollte: denkt immer daran, hinterher fühlt es sich besser an! Ich freue mich drauf. Demnächst will ich in die Küche. Und der Rest wird, wie er immer wird – am Ende doch ein recht frohes Fest. Daher wünsche ich allen da draußen gesegnete, besinnliche, friedliche Weihnachten!

Auch als Podcast…

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