Terror!

Menschen haben Angst vor allen möglichen Dingen. Spinnen zum Beispiel. Obwohl diese, zugegeben manchmal etwas gruselig daherkommenden Kreaturen eigentlich Nutztiere sind. Oder, so wie ich, vor Höhen. Und ich meine damit die furchterregende Dienstgipfel-höhe einer handelsüblichen Bockleiter. Obwohl man seine Ängste ja überwinden kann, wenn es einem wirklich wichtig ist (KNIPSEN!). Seit Stephen Kings “ES” hat auch die Angst vor Clowns eine gewisse Konjunktur erlebt. Ich frage mich gerade, ob bei irgendso einem Horror-Clown-Prank-Videodreh schon mal jemand erschossen wurde. In den Staaten wäre es denkbar – wer dämlichen Unfug treibt, muss mit Konsequenzen rechnen. Aber all das ist für mich persönlich unwichtig, denn das schlimmste, grausamste, seltsamste, furchterregendste, dem man auf unserem Planeten begegnen kann, ist der Mensch. Wie das nun mit fast allem ist – die Dosis macht, dass ein Ding ein Gift ist. Und das trifft auf Menschen in mehr als einer Hinsicht zu. Wer sich schon mal in einer dicht gedrängten Menge wiederfand, weiß ganz genau, was ich meine – aber das ist nicht, worum es HIER gehen soll.

Türme waren immer Sinnbilder der Macht…

Wie eine kurze Internet-Recherche ergibt, wenn man “Angst vor Terroranschlag Statistik” eingibt, hatte die Angst vor Terroranschlägen in Deutschland 2017 ein Hoch erreicht und bewegt sich jetzt wieder auf einem mittleren Niveau; d.h. knapp 30% der Bevölkerung haben große oder sehr große Angst davor. Ich habe keine Angst vor Terroranschlägen; vor einem einzelnen Mann mit einer irgendwie erworbenen Waffe Angst zu haben ist so, als wenn man sich davor fürchtet, in seinem eigenen WC zu ertrinken. Die Chance dafür ist lächerlich gering. Bevor sich jetzt irgend jemand aufregt: die bisherigen Terroranschläge auf deutschem Boden lösten für die betroffenen Angehörigen der Opfer jedes Mal großes Leid aus und haben sinnlos Leben ausgelöscht, was man nur bedauern kann. Das derart ausgelöste individuelle Leid wird durch nichts geschmälert und darf auch nicht relativiert werden; das wäre Whataboutism. Aber ich persönlich habe anstatt vor einem einsamen, unbekannten Menschen mit einer Agenda, aber sehr begrenzten Ressourcen viel weniger Angst, als vor einem bekannten Menschen mit einer Agenda und beinahe unbegrenzten Ressourcen! Oder wie Knorkator ganz richtig singen: “Die Welt braucht keine Milliardäre!”

Der heutzutage am häufigsten vertretene Typ des Lone-Wolf-Attentäters, der sich in der Weite des Internets, mit freundlicher Hilfe der asozialen Medien selbst radikalisiert und irgendwann loszieht, um seine Idee von Wasauchimmer in die Tat umzusetzen, ist eine höchst tragische Begleiterscheinung der Verfasstheit unserer Welt; wenn man so will, zeigen sich hier auf extremst denkbare Weise sowohl die Richtigkeit der Individualisierungsthese von Beck, als auch die Auswirkungen eines ungezügelten Kapitalismus, der Menschen von Teilhabe ausschließt und marginalisiert, deren Aussehen, Verhalten, etc. nicht in die “Norm” passen. Ich halte solche pathologischen Persönlichkeits-Entwicklungen übrigens weder für zwangsläufig, noch für irreversibel, muss aber mit großem Bedauern anerkennen, dass unsere aktuelle Art, miteinander vernetzt zu werden wahrscheinlich als Echokammer und Katalysator wirken.

Auf der anderen Seite finden wir jene Menschen, die soviele Ressourcen angesammelt haben, dass sie Dinge tun können, die sich verändernd auf ganze Gesellschaften auswirken und sich dabei jedweder demokratischen Kontrolle entziehen! Wer hinreichend viel Geld angesammelt hat, und dann beginnt damit irgendetwas zu tun, wie etwa Bill Gates oder andere dieses Kalibers, der setzt damit Pfadabhängigkeiten in Gang. Indem man eine Selektion ausübt, was man als Mäzen fördert, oder eben auch nicht, trifft man eine Auswahl, die sich auf eine unüberschaubare Anzahl an weniger mächtigen Menschen auswirkt. Und Mitnichten immer zum Guten. “Aber, der fördert doch tolle Projekte”, höre ich Stimmen aufbranden. Mag sein – aber er allein trifft die Entscheidung darüber, was er gut findet und was nicht. Und er muss sich vor niemandem rechtfertigen, außer vor seinem (hoffentlich existenten) Gewissen. Und er ist nur einer von einer ganzen Menge Leute, die mit unfassbar viel Geld unfassbare Dinge tun. Was hier passiert ist socio-political engineering durch die Hintertür. Vor dem Gesetz mögen wir angeblich alle gleich sein, aber jemand der durch sein Kapital die Möglichkeit hat, Gesetze zu kaufen, wenn es ihm in den Sinn kommt, kann Macht über mein Lebensumfeld ausüben, die durch keine Wahl legitimiert, keiner Kontrolle unterworfen und nur in seinem Interesse ist! So etwas TÖTET die Demokratie!

Es gab mal eine Zeit, da der mächtigste Medienmogul der USA in seinen Zeitungen einen Krieg herbeischreiben lies. Warum, wusste wohl nur William Randolph Hearst alleine. Man kann daraus aber lernen, dass die Agglomeration von Kapital und Medien IMMER eine unheilvolle Kombination darstellt, da die Medien die Macht haben, das nicht demokratisch legitimierte Tun einiger weniger Reicher (und daher Mächtiger) so darzustellen, als sei es im Interesse der Mehrheit; selbst wenn NICHTS der Realität ferner sein könnte. Für mich gilt, wenn man das bis hierher Gesagte in Bezug zu Krieg und Terror setzt, daher Folgendes:

Terrorismus ist der Krieg einiger weniger Machtloser gegen wenige andere Machtlose! Krieg hingegen ist Terrorismus einiger weniger Mächtiger gegen viele Machtlose!

Das ist alles, was ich für heute zu sagen habe. Kommt doch bei Gelegenheit wieder. Bis dahin, lasst euch von der kommenden Woche nicht killen. Tschüss.

Auch als Podcast….

Skandalös!

Nachdem ich über Vulgarien, die Aluhuten mit ihren Bewohnern, den wundersamen Conspiraten, und auch über das schöne Kannitverstan gesprochen habe, wäre es langsam mal an der Zeit für einen Ausflug nach dem heißen Shitstormesch. Ich meine… wie unfassbar einfach ist es heute, vor allem in den asozialen Medien, Menschen in ihren oftmals hart lächerlichen Befindlichkeiten zu stören. Am Ende des Tages genügt es mittlerweile, das falsche Fantrikot anzuhaben, oder über irgendeinen hippen Hopper zu sagen, dass man den nichtssagenden Verbalmüll, den er absondert selbst besser hinbekommen hätte. Früher hätten alle Beteiligten nach so einer Ansage kurz mit den Schultern gezuckt, “Arrogantes A*******h” gesagt, vielleicht ‘ne Backpfeife verteilt und damit wäre die Beere geschält gewesen, wie man hierorts sagt. Klamotten sind problematisch, Musik ist problematisch, Frisuren sind problematisch – Dreadlocks anybody – Politik ist oberübel problematisch und ein angeblicher Mangel an political correctness tötet ganze virtuelle Präsenzen. Und was ist es meistens – ein Scheiße-Orkan, dessen tatsächliche Substanz in ein kleines Wasserglas passt.

Was die wohl gerade diskutieren…?

Nehmen wir Friedrich Merz und seine zahnarztbesuchenden Asylbewerber. Anstatt sich eine Woche lang darüber aufzuregen, dass dieser lächerliche, rechtsanbiedernde Kognitions-Amateur und Fettnapfsuchautomat, an dem das einzige wirklich Christdemokratische die Anstecknadel am Revers ist, sich grunddämlich und lügenfalsch zu einer Thematik geäußert hat, von der er so viel versteht, wie vom ganzen Rest der Sozialpolitik – nämlich GAR NICHTS – hätte man einfach sagen/schreiben können: halt die Fresse, du dummes Kind und lern die Fakten! Und dann einfach gar nicht mehr erwähnen müssen. Und dann wird auch noch publiziert, dass er die Reaktion auf sein grenzdebiles Geseiere “Schnappatmung” nennt. Für mich beweist das zwei Dinge: a) er braucht dringend einen Neurologen und b) er hat keine Ahnung von Medizin. Und was bitteschön ist mit Bezug auf diesen Heuler daran neu? NIX! GAR NIX! Der hatte noch nie mehr drauf als Zahnbelag, außer, wenn es darum ging sein eigenes Schäflein ins Trockene zu bringen. So wie ein nicht unerheblicher Teil seiner Parteikollegen. Wir leben im Kapitalismus – schon vergessen? Man hätte also besser nichts dazu gesagt, nichts geschrieben und niemanden befragt. Wir haben andere Sorgen, dankeschön! Warum bekommt dieser Eumel soviel Publizität? Weil alle wissen, dass er gerne im Blaubraun-Trüben fischt; immer noch nicht begreifend, dass DEREN Fans das Original wollen und nicht eine billige Blackrock-Kopie. True fascism since 1932 – das ist es, was AfD-Wähler wollen und wählen, keine opportunistische Fehlfarbe im Law-and-Order-Gewand.

Und so geht das in einem Fort. Wann immer man irgendwelche Medienkanäle öffnet, bekommt man seine Dosis Shitstorm geliefert. Schnappatmung? Vielleicht, wenn man sich zu sehr echauffiert und die gute alte Pumpe endgültig den Geist aufgibt; denn diese Form der Atmung gibt’s nur, wenn der Körper gerade sein Leben aushaucht. Das Problem dabei ist, dass die Leute sich nicht mehr über Fakten aufregen – also zum Beispiel die Äußerung faktischer Unwahrheit wie im Fall Merz – sondern darüber, dass jemand ihre Gefühle verletzt, wenn er oder sie dies oder das sagt. Wann bitteschön ist es Mode geworden, dass man keinen robusten, sachlichen Diskurs mehr führen darf? Ich erlebe das überall, in der öffentlichen Wahrnehmung, aber auch im Berufsleben, dass Menschen nicht mehr sachgrundbezogen argumentieren, sondern alle Worte auf Goldwaagen gelegt werden müssen, weil sonst irgendjemand ein beleidigtes Lamento anstimmt, dass man ihn oder sie aber mehr respektieren müsse – allerdings meist ohne, dass dies in der Gegenrichtung auch der Fall wäre. Subjektive Meinungen, Gefühle und die Wahrung des eigenen Gesichtes sind heute das Movens öffentlicher Diskurse – und degenerieren diese damit von echten inhaltlichen Auseinandersetzungen hin zu heuchlerischen Befindlichkeitenparaden, in denen immer irgendjemand einen Grund findet, beleidigt zu sein. Richte ich mein ganzes Reden und Handeln an dieser Snowflake-Scheiße aus, verkommen der öffentliche Raum, aber auch die Arbeitswelt zu Spielplätzen voller übergroßer Kinder, die sich gegenseitig mit ihren Schäufelchen hauen. Wie soll man so in einer Demokratie oder einer komplexen Organisation Mehrheiten und Konsens aushandeln? Im Ergebnis heulen wir uns so in die Handlungsunfähigkeit. Danke für NIX ihr Idioten!

Bevor mich jemand falsch versteht – und das tun da draußen ja, wie eben beschrieben, sehr viele mit voller Absicht: ich möchte einen robusten, sachlichen, Inhaltsorientierten Diskurs. Ich möchte jedoch KEINE Verschiebung des Sagbaren hin zu Rassismus, Chauvinismus, Ausgrenzung, so wie der Antichrist, ähm sorry “Christdemokrat” Merz diese gerade betreibt und so den Faschos von der AfD in die Karten spielt. Offensichtlich ist die Geschichte eines halbwegs stabil demokratischen Wertkonservatismus in der BRD auserzählt. Und die angeblichen Liberalen werden zeitgleich gerade von Lindner abgewickelt, hin zu einer Turbo-Opporto-Egoistoiden One-Man-Show ohne jegliche Substanz. Über DIESE SPD, die viel zu oft nicht mehr meine SPD ist, muss ich an dieser Stelle den Mantel des Schweigens breiten. Denn ich hätte gerne mehr ECHTE DISKUSSION und weniger SUBSTANZLOSEN SKANDAL! Kriegen wir das irgendwie hin? Schönen Abend.

Auch als Podcast…

Erwachsen bilden N°48 – Im Lauf der Zeit…

Wann immer ich dazu genötigt bin, mich mit dem Lernen auf theoretischer Ebene auseinanderzusetzen, sei es, weil ich Ausbilder ausbilde oder Lernstrategien für Azubis aufbereiten muss, komme ich nicht umhin, meine eigene Lernbiografie zu reflektieren, mich immer wieder neu mit dem eigenen Tun und Lassen zu beschäftigen. Wir Menschen sind ja dazu verdammt, die Erzählung unseres Daseins immer wieder neu auszutarieren, damit wir uns als Herrscher*innen unseres eigenen Schicksals fühlen können. Zwar könnte kaum etwas von der Realität weiter entfernt sein, wenn man einmal die unüberwindbare Mauer der nächsten Sekunde für sich selbst realisiert hat. Keiner von uns kann hinter diese Mauer schauen und niemand kann irgend etwas ungeschehen machen, sobald wir an ihr vorbeigelaufen sind. Such is the nature of time itself! Akzeptiert man das, relativiert es so Manches – auch den Umstand, dass man einige Dinge im Nachgang vielleicht anders hätte angehen sollen. Denn eigentlich bin ich mit der Person, die ich geworden bin und den Dingen die ich heute tue (und wie ich sie tue) soweit ganz zufrieden. Nur die Rahmenbedingungen könnten in letzter Zeit wirklich besser sein.

geodätische Kuppeln werden wieder modern…?

In den letzten Jahren hat das Thema “Simulation” in der beruflichen Aus- und Weiterbildung im Gesundheitswesen einen immer höheren Stellenwert erlangt. Grundsätzlich kann man auch mit eher einfachen technischen Setups akzeptable Ergebnisse erzielen. Allerdings sind die Ansprüche der Kunden in den letzten Jahren immer höher geworden, schlicht, weil einige Anbieter die Latte mittlerweile deutlich höher gelegt haben. Wenn ich sowas den Leuten mit dem Geldbeutel sage und darauf hinweise, dass es wohl eine gewisse zeitliche Dringlichkeit hat, sich in einem hoch volatilen Markt noch stabiler aufstellen zu müssen, ernte ich im Moment allerdings oft ein “NEIN”. Ich sage dann sowas wie, “dann mache ich halt Schulentwicklung mit angezogener Handbremse…”, was dann auch nicht Recht ist. Aber es gibt keinen Fortschritt zum Nulltarif und in dem Bereich, in dem ich tätig bin, kann man Kunden nicht auf Bäumen wachsen lassen, sondern muss diejenigen, die es gibt mühsam davon überzeugen, dass ich ein rundes Gesamtpaket anbiete. Und dazu gehört halt auch eine zeitgemäße Ausstattung. Man kann über Manches streiten, aber eines ist sicher – der Markt wächst noch ein paar wenige Jahre weiter, dann kommt das untere Ende der demografischen Zwiebel, begleitet vom unweigerlichen Zurückgehen von Bedarfen in der Präklinik. Und wessen Organsiation / Institution dann nicht breit und stabil aufgestellt ist, verschwindet wieder im Nirwana des 4. Aggregatszustandes – ÜBERFLÜSSIG…

Es gibt so viele kluge Menschen, die Strategien formulieren und diese auch politisch vorantreiben können. Was diese Leute nicht hören wollen sind- zugegeben gelegentlich wie Unkenrufe klingende – Einwürfe von der Seitenlinie. Zum Beispiel von Menschen wie mir, die nicht nur das Geschehen seit ca. 30 Jahren aus erster Hand kennen, in der Lage sind, dieses analytisch zu durchdringen, sondern auch noch zu anderen Schlüssen kommen. Und so blöd sind, dies offen auszusprechen. Das ist politisch und für die Karriere nicht opportun, aber ich scheiße auf Karriere, wenn ich Leute in die falsche Richtung rennen und dabei den Karren mit in den Dreck ziehen sehe. Es ist einfach nicht meine Art, Leute sehenden Auges in ihr Verderben rennen zu lassen; außer vielleicht, wenn ich sie nicht leiden kann… Nun scheint es mir manchmal so, als wenn das Erreichen einer gewissen Position innerhalb einer Organisation Menschen – vor allem die white, middle-aged, cis-gender males – gegen das Erwägen anderer Meinungen imprägniert. Man könnte auch von Dogmatismus sprechen; meistens ein eher an der neoliberalen ökonomischen Lehre orientierter Dogmatismus. Ich glaube, wenn ich mich noch lange mit Renditezielen und Erlöserwartungen rumschlagen muss, werde ich ein bisschen wahnsinnig.

Ich hatte in der Vergangenheit proaktiv Strategien entwickelt und kommuniziert, die sich nicht nur an den ökonomischen Notwendigkeiten der Führung eines Privatschulbetriebes orientierten, sondern auch antizipierend an den Veränderungen des Gesundheitswesens, wie diese sich jetzt anbahnen. Manche haben genickt, ein paar haben Beifall gespendet und passiert ist – NICHTS! Keine Unterstützung, keine angepasste Gesamtstrategie, keine noch so vorsichtige Investition in Innovationen. Nur Provinzfürsten-Klein-Klein, das manchen jetzt um die Ohren fliegt. Und wer ist wieder Schuld? Natürlich der dämliche Schulleiter, weil er aus Scheiße kein Gold machen kann. NEIN, ich kann tatsächlich aus Scheiße kein Gold machen. Ich kann Menschen dazu befähigen, ihre eigenen Potentiale auszubilden, um so an sich selbst und ihren Aufgaben wachsen zu können! Ich kann Wege aufzeigen, wie sich nicht nur Individuen, sondern auch Organisationen (oder zumindest Teile davon) entwickeln können! Ich kann Menschen zu Leadership ermächtigen – und ich brauche dafür weder Macht, noch übermäßig teure Gadgets oder Unmengen an Personal! ZEIT brauche ich, die richtigen LEUTE und etwas RAUM; doch diese Ressourcen gibt es nicht für lau. Weder jetzt, noch in Zukunft. In Zukunft wird es eher NOCH teurer. Aber dann gibt es ja jemanden, den man dafür auch verantwortlich machen kann, wenn’s halt nicht so läuft, gell? NÖ – GIBT’S NICH! Denn wenn wieder aus politischen Dünkeln und Sparen am falschen Ende ein Projekt an die Wand gefahren wird, bleibe ich dabei: 31.12. Die Zeit läuft. Gute Nacht.

Auch als Podcast…

Leben in der (Lebens)Lage…

Tage gehen dahin, wie Perlen auf einer Schnur. Einer am Anderen, mit recht geringen Unterschieden zwischen den Einzelteilen. Man könnte das Routine nennen, oder vielleicht auch Alltag. Jedenfalls ist es genau das, was Menschen innerlich tötet! Bitte missverstehen Sie mich korrekt – Routinen sind es, welche die Komplexität dieses Dings namens Leben innerhalb dieses anderen Dings namens Gesellschaft für uns erst begreifbar und damit überwindbar machen. Andernfalls wäre schon der morgendliche Gang zum Bäcker ein Endgegner. Und niemand kauft ein Spiel, dass aus lauter, für Ottonormalverbraucher nicht schaffbaren Bossfights besteht… außer vielleicht die Fans von “Elden Ring”. Also hatte Mutter Natur es so eingerichtet, dass wir Menschen in der Lage waren, uns auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, da ganze Industrieen sich nur noch damit beschäftigten, immer ausgefeiltere Prokrastinations-Apparate zu erfinden und der nutzlose Konsum zum alles bestimmenden Movens unserer Welt wurde. Klingt zu pessimistisch? Nah… eigentlich genügt es, mal eben von der Fernsehcouch aufzustehen, das Smartphone beiseite zu legen und… oh, Mist, ich vergaß – die Dinger sind ja jetzt fest verwachsen. Sorry, mein Fehler.

Ein fleißiges Bienchen – der Inbegriff von Routine!

Ich will – mal wieder – ehrlich sein: auch ich habe meine Routinen, die mir helfen, durch den Tag zu kommen. Die meisten davon haben mit Koffein zu tun, und das ist auch gut so. Bei anderen Handlungs-Skripten bin ich da nicht ganz so sicher. Beim Zeitunglesen zum Beispiel. Andererseits belebt auch das den Kreislauf, wenngleich DER Mechanismus eher was mit Wut als mit der koffeinergen Hemmung von GABA- und Adenosin-Rezeptoren zu tun hat. Egal. Es ging um Lebensentwürfe. Eigentlich geht es immer wieder darum, weil Identitätsgetriebene Politik versucht, dass Private insofern politisch zu machen, als individuelles Tun und Lassen, Reden und Schweigen in den Fokus öffentlicher Dekonstruktion geraten sollen, um so zuerst die Zonen des Redens und Schweigens, aber irgendwann auch die des Tuns und Lassens verschieben zu können – zum Beispiel hin nach Neu-Nazistan! Und dass dies funktioniert, sieht man an aktuellen Umfragewerten, etwa zur Asylpolitik. Aber hier geht es um eine besondere Facette dieses Mechanismus. Wenn jemandes Leben zum Subjekt einer Geschichte in einer Zeitung gemacht wird, dauert es keine Sekunden, bis die ersten Kommentatoren da sind und beginnen, alles haarklein zu analysieren, um es verächtlich machen zu können. Letztlich sind solche Artikel nichts weiter als eine willkommene Einladung für die Enttäuschten, die Eiferer, die Egoisten und die Elenden, sich auf Kosten Anderer größer, besser, stärker, wichtiger fühlen zu dürfen; und für die Apologeten jedweder politischen Strömung, die (subjektive) Überlegenheit IHRES Lebens-Entwurfes zu propagieren – am Ende bleibt in den Kommentarspalten wenig mehr als Dogma, Propaganda und echauffiertes Lamento. Über die Beleidigungen breiten wir den Mantel des Schweigens.

Natürlich beginnt man, mit solcherlei Eindrücken bombardiert, gelegentlich auch, seine eigenen Wege zu durchdenken. Nicht unbedingt hinsichtlich der Frage, ob das Private politisch ist. Denn darüber KANN es keine Diskussion geben, wenn man Ghandis “Sei du selbst der Wandel, den du in der Welt sehen willst!” ernst nehmen möchte. Er mag wohl ein sehr bigotter Mensch gewesen sein; dieser Satz verliert dennoch bis heute nichts von sener Richtigkeit. Es geht, da wir hier versuchen unseren Teil zum Wandel beizutragen vor allem um individuelle Dinge wie: Mit Wem verbringe ich meine Zeit? Was tue ich, wenn ich gerade nicht roboten gehen muss? Welche Werte sind mir wichtig; und teile ich diese mit meinen Lieben? Was möchte ich in der Erziehung meiner Kinder erreichen? Und schließlich: Wie, Womit und unter Wessen Führung verdiene ich mein Geld? Also dieser typische Midlife-Crisis-Quatsch, der sich für einen zünftigen, knapp 50-Jährigen wie mich gehört. Dazu tritt, dass ich im Moment mit meinem Job nicht zufrieden bin, dass meine beste Ehefrau von allen sich zwangsweise mit der Frage herumschlagen muss, ob sie sich selbstständig machen möchte und dass unsere Kids gerade alles andere als einfach sind. Und schon stellt man ALLES in Frage. Andere macht sowas anfällig für allerlei halbseidenen Unfug (wann genau ist aus Coaching und Beratung ein so riesiges Business geworden, dass man sich ernsthaft fragen muss, ob überhaupt noch irgendjemand tatsächliche Wertschöpfung betreibt?), oder treibt sie, auf der Suche nach einfachen Antworten auf komplizierte Fragen in die Arme der Neu-Nazis in Blau. Beides wird UNS nicht passieren.

Und dennoch verstricke ich mich immer wieder in Diskussionen, die meine Überzeugungen testen. Das ist an sich nicht schlimm; im Gegenteil begrüße ich es sogar, denn wenn aus einer Überzeugung – gleichwohl diese auf Fakten gegründet sein mag – ein Dogma wird, sind wir im sagenhaften Feenland Propagandien, wo das, mit unlauteren Absichten Gesagte einfach zur Wahrheit wird – alternative facts anybody? Zu DER Fraktion will ich beim besten Willen niemals gehören. Dass ist mir zu trumpoid und zu höckig. Am Ende des Tages ist die Suche nach dem richtigen Weg niemals ganz vorbei, sondern kommt immer nur zu einem vorläufigen Abschluss, dessen Erfolg sich eigentlich nur in einer Einheit messen lässt: Glück, bzw. Zufriedenheit. Im Moment bin ich immer noch auf der Suche nach neuem Gleichgewicht; wie so viele Andere anscheinend auch. Ich kann nur hoffen, dass die Dinge in den nächsten Wochen etwas leichter werden. Denn obschon ich seit Jahrzehnten an “Leben in der Lage” gewöhnt bin (eine Phrase, die bei uns im Gesundheits-wesen auf die Dynamik jedweder (Einsatz)Situation verweist), könnte ich mal eine Verschnaufpause gebrauchen. Denn nach DER Entscheidung ist immer vor DER NÄCHSTEN Entscheidung. Aber wenigstens gibt es Phasen, in denen die Vorläufigkeit von Leben nicht ganz so deutlich spürbar wird. Nach so einer Phase sehne ich mich gerade. Und ihr so…? Allerdings, und das darf hier nicht verschwiegen werden, ist es diese Dynamik, die auch den Motor meiner Kreativität darstellt. Nur dass man manchmal gerne etwas weniger “inspirierenden” Input hätte und etwas mehr Zeit zur Kontemplation. Denn wie beim Lernen braucht es auch für meine sonstige Arbeit die richtige Mischung aus rezeptiven und produktiven Phasen – und Pausen. In diesem Sinne…

Auch als Podcast…

Der Storyschreiner N°4 – Willkommen in Vulgarien!

Das meine Dämonen manchmal mit mir durchgehen, ist auch nach vielen vielen Jahren, in denen ich theoretisch gelernt haben könnte, mich im Zaum zu halten, immer noch so – ich halte es da mit Bruce Banner, wenn er im ersten Avengers-Fim sinngemäß sagt “Ich verrate Ihnen ein Geheimnis Cap. Ich bin immer wütend!” Das bin ich. Nur in dick und nicht grün! Anfechtungen seien dazu da, stoisch überwunden zu werden, haben irgendwelche, vermutlich recht gelassenen und klugen Leute mal gesagt. Wahrscheinlich waren die da auch schon so steinalt, dass ihr Sympathiko-Tonus kaum noch messbar war. Woanders habe ich neulich gehört, dass ein ruhiger und souveräner Umgang mit Streit, selbst wenn man seine Affekte aufwallen fühlt, einen erst wahrhaft zum Mann macht; ganz ehrlich “Critical Drinker”, ich halte das für eine schöne idealtypische Anforderung, die im wahren Leben schneller den Bach runtergeht, als dein Whiskey. In den allermeisten Lebenslagen mag es ja stimmen, denn wer schreit, hat meist Unrecht. Und doch machen erst unsere Emotionen, vor allem aber die Fähigkeit, diese auch in anderen Wesen erkennen zu können, uns wahrhaft zu Menschen. Altruismus wäre ohne diese, eigentlich recht simple Fähigkeit nicht möglich; allerdings kann Empathie auch als Waffe eingesetzt werden, wenn ich mir diese zu Nutze mache, indem ich das Gegenüber auf die Palme zu bringen versuche. Fest jede*r von uns (außer vielleicht Autisten) weiß halbwegs intuitiv, wie das geht; womit ebenfalls fast jede’r von uns weiß, dass man Dinge so und so verstehen kann – WENN MAN MÖCHTE! Auch das wird gerne als Waffe eingesetzt – “Missverstehen Sie mich richtig!” ist daher ein Titel, den ich richtig gut finde. Ich persönlich kann Emotional-Opportunismus allerdings nicht besonders leiden. Ich mag Menschen, die mir auf die Nasenspitze zusagen, wenn ich Scheiße gebaut habe (natürlich darf man auch mal was Nettes sagen…); und die es im Gegenzug vertragen, wenn ich ihnen gegenüber genau das Gleiche tue. Daran erlebe ich allerdings letzthin in meinem Arbeitsumfeld einen Mangel, weshalb ich dazu nur sagen kann – ZUM TEUFEL MIT DER GELASSENHEIT!

Die Spiegelung im Kabinenfenster fand ich gut – da habe ich das so gelassen…

Es wäre möglicherweise justiziabel, mich hier in aller Breite über DAS auzulassen, was ich in letzter Zeit erlebt habe. Angemerkt sei daher lediglich Folgendes: wenn man in seinem weiteren Umfeld einen eklatanten Mangel an Haltung, Prinzipientreue, Integrität, mithin also Charakterstärke erleben muss, hat man irgendwann keine Lust mehr. Keine Lust mehr auf Spielchen, keine Lust mehr, immerzu die Klappe zu halten, keine Lust mehr einfach zu schlucken, weil es Menschen gibt, die sich in der Position wähnen, Macht über einen auszuüben. Kleiner Hinweis: Macht kann man nur über jene ausüben, welche dieses Tun auch durch konkludentes Verhalten legitimieren. Mein Verhalten mag – um des lieben Friedens Willen – konkludent AUSSEHEN. Es IST jedoch nicht konkludent, da ich die Machtausübung durch Menschen, denen es aus meiner Sicht an den eben benannten Eigenschaften mangelt, schlicht nicht anerkenne! Insgesamt kann ich Menschen, die Macchiavelismus zu betreiben versuchen nicht besonders leiden. Vielleicht auch, weil so viele sich dabei wie Stümper anstellen. Ich bin in meinem Leben mittlerweile so oft das Opfer von teils seltsamen Manipulationsversuchen geworden, dass meine Allergie dagegen ein erhebliches Ausmaß angenommen hat. Schwamm drüber…

Ich war heute, um ein wenig runterzukommen (funktioniert für einen Höhnenängstlichen in einer Hochseilbahn auch total gut… 😉 ) mit meiner Familie auf der BUGA. Immerhin neigt sich das Spektakel dem Ende. Und daher war’s – ganz entgegen meinen Vermutungen – so dermaßen brechend voll, dass ich am liebsten schon am Eingang wieder umgedreht hätte. Hab mich dann doch überwunden, meine Runden gedreht und die geplante Seilbahn-Rückfahrt zu Gunsten der Bus-/Strab-Umrundung abgesagt. Tatsächlich habe ich, dem Trubel sei Dank, mal eine Weile nicht an die Scheiße gedacht, die mich morgen früh wieder erwartet. Im Moment ist, falls das trotz meiner bisherigen Ausführungen noch irgendjemanden wundert, meine Motivation zum Roboten eher eingeschränkt. Aber man hat ja sowas wie Pflichtgefühl. Ich spüre immer stärker diesen Drang, etwas Anderes auszuprobieren; und sei es nur, um MIR zu beweisen, dass mein Marktwert immer noch gut ist. Nein… eigentlich liegt es eher daran, dass die beste Ehefrau von allen mir am Freitag Abend auf die Nasenspitze zugesagt hat, dass mein Job mir im Moment nicht gut tut. Was hatte ich vorhin über direkte Ansprache gesagt? Deshalb liebe ich sie so sehr! Und sie hat verdammt Recht. Ich mag meine Aufgabe – aber die Rahmenbedingungen sind in den letzten Jahren zumindest subjektiv fortwährend schlechter geworden. Und ICH muss es fühlen, sonst kann ich es nicht. Was ich nicht kann? JA und AMEN sagen, wenn ich das Gegenüber eigentlich schütteln möchte, damit ihm seine eigene Beschränktheit wie Schuppen aus den Haaren vor die Augen fällt. Auf robuste Ansprache verzichten müssen, weil da Snowflakes sein KÖNNTEN, die damit nicht klar kommen, wenn man deutlich kommuniziert; oder es falsch verstehen WOLLEN. Und schließlich immer nur Mangel verwalten und um Assets kämpfen zu müssen, selbst dann, wenn dieser Mangel schon die Substanz der Einrichtung bedroht. Ist das irgendwo anders? Dann schreibt mich an!

Ehrlich – ich hätte letzthin gerne ein paar deftige Ausflüge nach Vulgarien unternommen, konnte meine Dämonen aber, weil ich Spielchen erkenne, wenn ich sie sehe, im Zaum halten und Schauspielern. Aber wer weiß. Vielleicht hätte eine “handfeste” fristlose Kündigung MIR besser getan. Eigentlich hatte ich einen noch deutlich expliziteren Post geschrieben, aber ich habe keinen Bock auf juristischen Müll; Karma ist sowieso ein Bumerang, der in jedem Fall trifft. Und man sieht sich IMMER zwei Mal im Leben. Ich muss Entscheidungen treffen. in jedem Fall werden es interessante Tage, die da kommen. In diesem Sinne, steht aufrecht, auch wenn der Wind scharf bläst, wahrt eure Integrität, steht zu euren Prinzipien – und geht, wenn das nicht möglich ist. Schöne, stürmische Woche.

Auch als Podcast…

Neues von Bibo Blogsberg #1 – Verantwortungsdiffusion

Je größer eine Organisation wird, desto komplexer sind die Netzwerke darinnen und desto undurchsichtiger werden die Befindlichkeiten der beteiligten Protagonisten. Das ist ein Allgemeinplatz, den wirklich jede*r versteht, der sich länger als 17 Nanosekunden mit Organisationsentwicklung befasst hat. Was mich einschließt. Wenn man bedenkt, dass ich das weiß, könnte ich manchmal auch einfach meine Fresse halten, mich zurücklehnen und den Dingen ihren Lauf lassen. Oft genug sind es ja nicht mal MEINE Affen in meinem Zirkus, die gerade ausgebrochen sind, um irgendwelchen fancy Unsinn zu veranstalten. Und doch… fühle ich halt eine gewisse Verantwortung, die mit meinen Aufgaben einher geht. Egal…. Geschichte: Vollkommen meta betrachtet tun wir Menschen manchmal Dinge, die wir sein lassen sollten. Manche Dinge sind einfach nur ungesund, wie zuviel neuen Wein zu trinken, um sich dann trotzdem über den Kopp und den Flotten Otto am nächsten Morgen zu ärgern. Oder ein blöder Fehler, wie etwa, mit eleganter Flottigkeit durch die wohlgetarnte Radarfalle zu donnern, an einem “Unfallschwerpunkt”- a.k.a. hier passiert nie was, aber es ist total gut geeignet um die Leute abzuzocken. Oder ein Ottolenghi-Rezept nachkochen zu wollen, ohne vorher Mami Fortuna die Sterne, Knochen und Karten befragen zu lassen UND einen maghrebo-arabo-afrikano-asiatischen Feinschmeckerladen bis auf die Grundfesten leergekauft zu haben.

Oder man weist auf einen Fehler hin – das ist je nach Betrachtungsweise auch falsch, weil die oben erwähnten komplexen Netzwerke mit ihren Befindlichkeitsfallen an den “richtigen” Stellen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jemanden platzieren, der a) easily offended ist, weil die Unterscheidung zwischen Sachverhalt und Person für unfassbar viele Menschen ein unfassbar großes Problem darstellt, b) eine eher gestrige Fehlerkultur pflegt, in der es üblich ist, den Überbringer der Nachricht zu köpfen, anstatt einfach den Fehler abzustellen und c) Verantwortungsdiffusion betreibt, weil man in einem komplexen Netzwerk immer jemanden findet, dem man die Schuld zuschieben kann. Der Kreativität sind hierbei keinerlei Grenzen gesetzt. Höre ich da gerade aus dem Plenum, diese Geschichte habe bis hierhin keinen Spannungsbogen? Nun ja, es ist eine alltägliche Geschichte, die so zuverlässig immer wieder auftaucht und grüßt, wie das Murmeltier. Was man kennt, das schockt einen – eigentlich – nicht mehr, oder? Der Protagonist meiner Geschichte wurde jedoch stinksauer und ist es immer noch, weil man anscheinend auf Fehler einfach nicht hinweist, oder aber den Hinweis so sehr herunterverdünnen muss, dass dieser genauso wirksam wird, wie Homöopathie – nämlich gar nicht. Damit sich ja niemand auf den Schlips getreten fühlt – HABE ICH SCHON MAL ERWÄHNT, WIE SEHR ICH SCHLIPSE HASSE?

Ich könnte mich, und das ist die gute Nachricht, eigentlich fühlen, wie der König meiner kleinen Welt, denn zwei sehr steile und schroffe Klippen wurden erfolgreich umschifft – und wenngleich ich auf die Note für meine Master-Arbeit nun etwas warten muss, ist dieser Abschnitt zu Ende. Mein Leben wird dennoch nicht langweilig, da genug Projekte und Aufgaben meine Aufmerksamkeit erfordern. Und genau da kann ich solche Querschüsse nicht gebrauchen, weil meine Stabilität sich eben gerade erst wieder einzupendeln begonnen hat. Und ICH überdies nicht der Typ bin, der seine Verantwortung diffundieren lässt. Aber dauerhaft und immer wieder für so vieles in Frage gestellt zu werden, dass eigentlich selbstverständlich sein sollte, wie etwa, meiner Kontrollfunktion nachzukommen, nagt an mir. Ich bleibe daher bei meiner Aussage – wenn DAS nicht besser wird, ist es der 31.12.23! Ich habe kein Problem damit, wenn man mir auf den Hinterkopf schlägt, weil ich was verbockt habe, was – Gottseidank – eher selten vorkommt, aber natürlich NICHT nie; wir sind ja alle nur Menschen. Aber ich habe ein Problem, wenn Worte auf die Goldwaage gelegt werden sollen, damit sich niemand angegriffen fühlt, obwohl diese Worte einfach nur eine Sache ausdrücken, die dringend angegangen werden muss. Ich kenne meinen Schulz von Thun weiß Gott, aber irgendwann muss mit dem Rumgeeiere Schluss sein und es braucht Ansagen! Und das verstehen andere offenkundig einfach nicht. Am Ende des Tages bedeutet LEITEN notwendigerweise, nach dem DENKEN zu ENTSCHEIDEN und UMZUSETZEN – und nicht nur darüber zu reden! Irgendwann scheint DAS jedoch aus der Mode gekommen zu sein, und ich habe die Aktennotiz nicht bekommen. Wenn ich ehrlich bin – hätte ich sie bekommen, würde ich diese ignorieren, denn im Geschäftsleben sind wir nicht bei Wünschdirwas, sondern die Zielscheibe auf der Schießbahn. Ach, ich habe schon wieder keine Lust mehr und es sind noch fünf Wochen bis zur nächsten, allzu kurzen Auszeit. Ade, war ned schee…

Mach dein Ding!

Ich lese, auch wenn das eventuell manchmal dumm ist, immer noch jeden Tag die Zeitung. Also, präzise gesprochen lese ich verschiedene Postillen, darunter, wie man weiß, auch die Zeit. Zumeist über die App, bzw. den Browser, weil man da so schön von unterwegs böse kommentieren kann. Oh ja, ich lese Kommentarspalten nicht nur, sondern bin gelegentlich auch Teil des Problems. Wie, Kommentarspalten sind ein Problem? Sagen wir mal so – wenn man im Internet überall nur kommentieren dürfte, wenn man ein minimales Sachverständnis, basale Sozialfähigkeiten und ein Mindestmaß an Intelligenz bewiesen hätte, gäbe es social media als gesamtgesellschaftliches Phänomen NICHT; denn die antisozialen Medien leben davon, dass wirklich jeder frappierend kognitionsallergische, arrogante, sozial inkompetente, chauvinistische, rassistische und schlicht grunddumme Dully seinen televerbalen Müll absondern darf, wo immer them es beliebt… Wie viele der eben benannten Adjektive auf mich zutreffen, müssen Andere bewerten. Fakt ist jedoch, dass auch ich mich zu manchen Themen einfach äußern möchte. Aber dann trifft man halt auf die Anderen, und der Konstruktivismus tut das Seine, damit auch schön die Emotionen hochkochen. Also, zumindest bei manchen. Vor dem Bildschirm bin ich beinahe immer ziemlich gefasst, was im realen Leben möglicherweise nicht ganz so oft der Fall ist. Aber damit müsst ihr halt leben, nicht wahr…

Blumen sind nicht kontrovers, oder…?

Heute Morgen ging es in einem Artikel auf ZON um das typische Sommerlochthema “zu lotterig oder zu sexy bekleidete Schülys!” (merkt man eigentlich, dass auch mich als Bildungswissenschaftler die Gendern-Debatte mittlerweile bis ins Mark nervt?). Nun ja, jedes Jahr wieder der gleiche Mist – Hosen/Röcke/Tops zu kurz, zu zerrissen, zu eng, zu wasweißichdennschon… wir brauchen Schuluniformen, Bekleidungsordnungen, und überhaupt DIS-ZI-PLIN. Ja Himmiherrgottsaggramentnocheins – habt ihr ewiggestrigen, möchtegernkonservativen, stockimarschtragenden Reichsbedenkenträger-Spießer jedweden biologischen Alters sonst noch irgendwelche Probleme? Kehrt vor eurer eigenen Tür, da liegt in aller Regel genug braunblaue Scheiße, die höchst dringend entsorgt gehört! Ob ich denke, dass derartiges Gefasel einen gefährlich nationalkonservativ-reaktionären Grundton hat? Aber hallo, und wie! Ich persönlich denke, lasst sie sich doch ausprobieren. Ich stehe regelmäßig im Unterricht vor jungen Erwachsenen, von denen KEINE*R im hochgeschlossenen Anzug / Kostüm vor mir sitzt, sondern so, wie sie halt morgens aus der Wohnung gepurzelt sind. Im Übrigen zielt solcherlei Gejammer ja vor allem auf die Bekleidung von Mädchen und jungen Frauen; und da offenbart sich für mich eine gewisse Nähe zu den Taliban, die alles Weibliche verhüllt sehen wollen, weil sie sich vor ihrem eigenen Male Gaze so sehr fürchten, dass sie ihn verhindern möchten. Tja – ‘n Arschloch bleibt halt ‘n Arschloch, egal woran es glaubt und wo es herkommt (Danke, Volker Pispers).

“Ja aber, das signalisiert doch sexuelle Verfügbarkeit!” höre ich das selbstmitleidige Geheule aus dem Off. Wie wär’s, ihr schaut euch mal um und analysiert die gesamte Medienlandschaft, und insbesondere alles, was mit Produkt-Marketing zu tun hat. All überall nur telegene Menschen, die zumindest in nicht wenigen werblich inszenierten Situationen auch sexuell verfügbar erscheinen. Musikkünstler*innen auf der Bühne, anybody? Der ganze Rotz, den die Streamingdienste ausspeihen? Sex sells anytime anywhere! Unsere Kinder werden von frühesten Tagen an mit diesen Bilder sexueller Verfügbarkeit BOMBARDIERT, und irgendjemand denkt ernsthaft, das hätte keine Auswirkungen, oder man könne solche Auswirkungen mit schlichten Verbotsorgien eindämmen? Habt ihr Schwachmaten aus der Prohibition (gescheitert), dem War on Drugs (ein rassistisches Programm zur Schwächung der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe der nichtweißen US-Bevölkerung, und sonst nichts) oder eurer eigenen Pubertät NICHTS gelernt? Traurig, wirklich sehr traurig. Letztenendes sind solche medienwirksam platzierten Forderungen nicht mehr als chauvinistischer Scheiß, der dazu geeigent ist, weiterhin das Patriarchat zu schützen – “WIR bestimmen, was ihr wann tragt!”. Lächerlich. Solange die sexuelle Verfügbarkeit woanders ausgelebt wird, ist mir das alles ziemlich gleich. Und wenn sich junge Männer von jungen Frauen oder Männern und junge Frauen von jungen Männern oder Frauen im Unterricht ablenken lassen, bemerken sie alsbald, dass das nur Probleme in Form von schlechten Noten und mehr Arbeit mit sich bringt. Die sind wesentlich reflektierter, als man ihnen das unterstellt. Und die Lehrer*innen? Sollten die Größe haben, über solchen Anfechtungen zu stehen, andernfalls haben sie die Bezeichnung “Pädagoge” NICHT verdient – it’s that simple! Ich würde mich ja auch auf den Shitstorm freuen, aber es kommentiert hier ja eh wieder keiner, daher – und tschüss…

Auch als Podcast…

Lauernde Bestien

Es wäre definitiv keine Übertreibung zu sagen, dass ich nicht nur eine Sommer-, sondern auch eine Nerdstuff-Hure bin. Ich wurde diesbezüglich in jenem dunklen, prähistorischen Zeitalter der späten 80er und frühen 90er des vergangenen Jahrhunderts sozialisiert, als die UDSSR, aka “Imperium des Bösen – damals wusste ich noch nicht, das zum Bösesein immer zwei gehören – gerade im Untergang begriffen war, zwei Deutschlands zumindest auf dem Papier zu einem wurden und viele Dinge wie Bücher, VHS-Kassetten, etc noch unter der Hand kopiert werden mussten, weil manche Dinge in Deutschland nicht so leicht zu bekommen waren. Pen’n’Paper war damals ein absolutes Nischenhobby, Animes sowieso, und die musikalischen Absurditäten, welche ich zu konsumieren beliebte (Metal, Punk, Gothic, Batcave, Industrial, Industrial Electro, etc.) ebenso. Man lief zwar als Nerd damals nicht so sehr Gefahr, verprügelt zu werden, wie dies evtl. in den Staaten der Fall war – den Außenseiterstempel bekam man trotzdem. Ich habe das immer ein kleines bisschen versteckt, weil ich eh nicht “one of the cool kids” war. Irgendwann hat’s mir aber nix mehr ausgemacht, weil ich bemerken durfte, dass es andere gab, die ähnlich drauf waren wie ich.

Keine lauernden Bestien in Sicht – selbst die Menschen verstecken sich…

Ich lernte meine beste Ehefrau von allen in jener Zeit kennen und lieben – und natürlich teilten wir die Leidenschaft für so manches Hobby und/oder Medienprodukt. Über die Jahrzehnte haben sich unsere Geschmäcker beim Medienkonsum zwar ein wenig ausdifferenziert, aber manche Dinge sind immer noch gleich. So auch die Liebe für diverse Filme, die heutige Kinogänger als altmodisch oder langsam betrachten würden. Aber wenn ich mir so manches dieser modernen, hektischen Schnittgewitter anschauen muss, bekomme ich eher Brechreiz, als dass ich die Dynamik erkennen kann, welche Cutter und Regisseur vermutlich damit erzeugen wollten. Früher hat man mit kassischen Center-Framing, Kamerafahrten von der Totale ins Detail, Aufnahmen an ECHTEN LOCATIONS und ähnlichen cinematischen Kniffen, die man heute vergessen glauben muss, wenn man nur Blockbuster konsumiert, visuelle Erfahrungen geschaffen, von denen nicht wenige den Test of Time ziemlich gut bestehen. Vielleicht, weil man einigen einfach anmerkt, wie viel Herzblut, Handarbeit, Kreativität in die Erschaffung geflossen sind. Man kann sich dabei natürlich an Filmkritikern orientieren (Roger Eberts Verrisse waren ja legendär), oder man akzeptiert einfach, dass der eigene Geschmack nicht zwangsläufig am Mainstream ausgerichtet sein muss. Ist sowieso immer die bessere Idee, nicht blind und blöd hinter der Herde herzutraben. Manchmal machst du das nämlich, kuckst dich noch mal um, und bist plötzlich ein Nazi! Wird MIR nicht passieren.

Lauernde Bestien waren in diesem Zusammenhang z. B. “Der Geist und die Dunkelheit”. Und weil man über Geschmack nicht streiten soll sage ich dazu nichts weiter. Nur so viel: das war zwar damals kein Nerdstuff; manchmal muss man aber einfach nur warten, bis die Sachen, die man gut findet dazu mutieren, weil die Mainstream-Karawane weiterzieht und anderes abfeiert. Eine Zeitlang fand ich z. B. Superhelden-Filme ganz nett. Bis man merkte, dass Marvel die Kuh totgemolken hat. DC hätten das auch gerne hinbekommen, aber bei denen war das CGI schon am Anfang so Kacke, wie das JETZT auch bei Marvel der Fall ist. Außerdem war ihre Scripts immer schon zu ernst, ohne relevant zu wirken. Jetzt langweilt aber auch der ganze aufgesetzte, möchtegernwitzige Scheiß bei Marvel einfach nur noch. Natürlich sind alle Grundgeschichten schon lange erzählt. Schließlich gibt’s uns Menschen und das Geschichtenerzählen schon eine ziemliche Weile, und die Themen wiederholen sich zwangsläufig. Aber ich brauch was Frisches. Leider wollen die Geldgeber im Business raschen Return of Investment, weshalb man nur noch Franchises und Remakes auswalzt, um halbwegs sicher Kasse machen zu können – der Mainstream ist eben halbwegs berechenbar. Da lasse ich mich lieber noch mal von den alten Bestien belauern und genieße schöne Aufnahmen, für die man keinen Greenscreen ins jeweils billigste Produktionsland stellen, und Zulieferer knechten musste. Für MICH immer noch erheblich inspirierender, als dieser ganze moderne, ewiggleiche Retorten-Dreck. Ist wie mit aktueller Pop-Musik – hast du einen Song von Taylor gehört, hast du alle gehört. Viel Spaß beim Haten – wir Nerds haben uns schon lange dran gewöhnt.

Auch als Podcast…

Der Storyschreiner N°3 – Rückfall…

Ich habe gerade festgestellt, dass ich echt eine Sommerhure bin. Zumindest sprechen meine zwei letzten Posts hier diesbezüglich Bände. Und irgendwie dauert es mich, wenn ich zu oft die gleiche Leier spiele, denn immerhin ist monothematisch noch nie mein Ding gewesen. Aber wenn du halt in diesem Tunnel steckst und das Licht am Ende ein Schild ist, auf dem “Abgabetermin” steht… Nun ja, an dieser Front klärt sich mein Geist gerade, da die letzten Schliffe an der Master-Arbeit zeitgerecht in der Mache sind und ich in den nächsten Tagen abgeben kann. Auf der Sollseite hat allerdings sich so viel seelischer Dreck angesammelt, dass irgendeine Therapieform vermutlich angezeigt wäre. Meine persönliche Lieblingsform ist und bleibt allerdings das Storytelling. Vielleicht greife ich die Idee mit “Them Vampir Ella” wirklich auf…? Ne, Spaß – da gibt’s andere Projekte, die mich mehr reizen. Was mir fehlt, ist das Pen’n’Paper-Zocken. Die letzte Runde ist Monate her und einiges an meiner wissenschaftlichen Arbeit hat mir noch zusätzliche Lust darauf verschafft. Das Problem ist, dass Lust sich nicht automatisch in Motivation transformiert – und Motivation auch nicht verlustfrei in Aktion. Ich kenne mich selbst lang und intensiv genug, um zu wissen, dass ich gerade auf dem besten Wege von der Belastungs- in die Post-Projekt-Depression bin – dieses Loch, in das man fallen kann, wenn man gerade ein großes Ding gewuppt hat.

Holz-Kuppel BUGA 23

Ich hatte neulich mal so eine Modellskizze gepostet und über Grenzbereiche gesprochen, in denen das Erzählen einer Geschichte zu einer gemeinsamen Reise der Erzählenden und Zuhörenden wird; wobei beim Pen’n’Paper, wie auch sonst im Leben Zuhören nur für die Unverständigen ein passiver Akt ist. Ich musste das Modell, weil mein erstes Konzept noch nicht sauber in meine restlichen Gedanken gepasst hatte, noch mal überarbeiten und die Theorie-Bezüge schleifen, bin jetzt aber hoch zufrieden damit. Was mir in letzter Zeit nicht recht gelingen will ist, meine eigene Geschichte kohärent und befriedigend weiter zu erzählen. Ich meine, objektiv betrachtet fahre ich gerade die Früchte jahrelanger Arbeit ein und könnte mir zumindest’n bisschen auf die Schulter klopfen lassen. Doch – und es tut weh, das sagen zu müssen – ich fühle es nicht. Präzise fühle ich im Moment NICHTS. Und ich glaube, dass ich dringend in den Erzählraum muss – jenen nicht-physischen Ort jenseits der Realität, der es mir erlaubt, mit meinen Träumen wenigstens in jener Art von Simulation zu interagieren, die Rollenspiel nun mal ist. Ich gäbe wirklich viel für ein bisschen Immersion an einem Ort, an dem ich mal jemand anders sein darf, als der white, middle-aged, depression-ridden, cis-gender male, der ich mittlerweile geworden bin. GODDAMMIT!

Ich frage mich in letzter Zeit oft, was für ein Mensch ich gerne wäre, Wir alle – zumindest die Menschen meines Alters und darüber – haben ja dann und wann diese Momente, in denen wir unseren jüngeren Ichs gerne mal ein paar Ratschläge geben wollen würden – oder saftige Ohrfeigen, je nach Tagesform. Aber dieses ganz Hätte-Hätte-Gezuchtel taugt doch höchstens dazu, sich noch tiefer in diesen zähen, schlammigen Teich aus Selbstmitleid, Depression, mieser Laune und schlechten Coping-Strategien zu versenken. Ich sprach neulich von Framing. Und letzten Endes ist das wohl die einzige Chance, gegen dieses Teufelskreislaufartige, Selbstwertmangelgetriebene, Stressgetriggerte Sich-Selbst-Zerfleischen anzukommen: dreckig lächelnd das Komma des Lebenszufriedenheitskontos eine Stelle nach Rechts zu schieben (und ggfs. das Vorzeichen zu tunen), und im persönlichen Résumée das psychische Tafelsilber so lange zu polieren, bis dessen Glanz alles andere überstrahlt. Wir alle haben Dinge an uns, die einfach nur GEIL sind – wir neigen nur dazu, es zu vergessen. Ich weiß z. B., dass die Jahrzehnte der Übung mich zu einem wirklich guten Geschichtenerzähler gemacht haben. Und das möchte ich gerne wieder spüren dürfen. Egal, ob beim Schreiben, als Spieler oder Spielleiter. Und was ist euer GEILES DINGENS, mit dem ihr euch so richtig aus dem Loch ziehen könnt? Ich wünsch euch was…

Das große Staunen N°6 – Konstrukti-was…?

Der Blick aus dem Fenster offenbart es – der Hochsommer geht zu Ende. Gerade mal 8 und es wird schon langsam dunkel da draußen. Viel zu schnell und schmerzhaft zog dieser Sommer vorbei. Gefühlt zu nass und zu kühl (was laut Klimadaten schlicht nicht stimmt), dafür durchsetzt mit einem eklatanten Mangel an Urlaub und einem ebenso eklatanten Überschuss an Arbeit, der sich zumindest an einer Front langsam in Wohlgefallen auflöst – GOTTSEIDANK! Ich will nicht verschweigen, dass ich zumindest in einem Sektor mit mir zufrieden bin – doch auf den anderen Baustellen lauern noch einige Fährnisse, auf die ich gerade überhaupt nicht vorbereitet bin. Und morgen sind die großen Ferien vorbei. Beide Kinder auf neuen Schulen, die Große pubertiert hart, wir sind alle immer noch, immer wieder überarbeitet und bald ist vielleicht schon wieder Dauerschmuddelwetter vor der Tür. Da kannste doch eigentlich nur noch im Strahl kotzen, oder? Oder auch nicht. Keine existenziellen Sorgen, feste Jobs, die wir auch noch gerne machen, echte Freunde; all das lässt vergessen, dass wir gerade den Psalm 23 durchlaufen – wobei ich vieles bin, aber nicht so richtig ein guter Christ. Humanist ja – Christ so lala.

Ich habe mich gerade – natürlich für meine Master-Thesis – mal wieder ausführlich mit dem Konstruktivismus beschäftigt, der da sagt, dass wir alle uns unsere Realität konstruieren – auf Basis dessen, was wir wahrnehmen. Und dass unsere Wahrnehmung durch unsere Biografie, durch unsere Sozialisation, durch unsere (Er)Kenntnisse und unsere Emotionen strukturiert wird. Manche gehen sogar davon aus, dass es gar keine objektiv erfahrbare Umwelt gibt, sondern nur unsere individuellen Konstruktionen. Nun sag DAS mal der Mauer, die dem Auto im Weg stand, der offenen Schranktür, an der du dir den Schädel eingerannt hast, dem spitzen kleinen Legostein, der sich mit Wucht in deine nackte Fußsohle gebohrt hat – immerhin ist ja noch Sommer, da trage ich in der Wohnung nur höchst selten Schuhe oder Socken. Ich denke, dass es sehr wohl eine objektiv erfahrbare Umwelt gibt – aber eben auch jede Menge Dinge, die wir selbst konstruieren. Z.B. auch unsere Vorstellung davon, wie unsere Welt beschaffen zu sein hätte. Was dann dazu führt, dass wir unglücklich werden, weil eben diese Vorstellung, bzw. Konstruktion und die objektiv erfahrbare Realität miteinander konfligieren. Für jene, denen es nicht aufgefallen ist, ich habe gerade kreativ die konstruktivistische Weltsicht mit psychologischem Framing vermischt. Und es tut nicht mal weh. Was für mich bedeutet, dass angeblich sortenreine wissenschaftliche Theorien oft genug nur Hypothesen sind, bei denen sich jede*r mal eben rausnimmt, was er/sie braucht…

Für mich bedeutet das jetzt im Wesentlichen, dass ich versuchen will, diesen “Sommer der Scheiße” in etwas umzudeuten, dass um Klassen besser erträglich ist – einen “Sommer der konstanten Herausforderung”, dem wir uns gestellt und schließlich gewonnen haben – denn wir haben – neben keinen existentiellen Sorgen, festen Jobs, die wir auch noch gerne machen und echten Freunden – zwei Kinder, die uns brauchen und lieben (auch, wenn die zwei das manchmal auf sehr “kreative” Art zeigen) und jede Menge positive Perspektiven. Man muss sich nur immer wieder daran erinnern, dass a) das Leben weitergeht, b) nix so heiß gegessen wird, wie’s gekocht wird, c) die Dringlichkeit der Dinge fast immer durch die sie Erledigenden bestimmt wird, und nicht durch die Drängenden und d) sich auch mal selbst zu feiern vollkommen legitim ist. Wenn du’s nämlich nicht selber tust, werden manche Andere – speziell im Arbeitsumfeld – DEINE Zeit missbrauchen, DEINE Kohle verjuxen und sich insgeheim darüber kaputt lachen, dass DU so blöd bist, ihren Job auch noch mitzumachen. Fickt euch, ihr faulen Amateure der Welt! In diesem Sinne – mein Engagement gibt’s für jene, die es wirklich brauchen, die es zu schätzen wissen und evtl. das Wort “Danke” noch nicht vollkommen verlernt haben. Die anderen können zur Hölle fahren. In diesem Sinne – immer schön lässig bleiben, stur lächeln und winken. Dann wird’s schon mit der neuen Woche.

Auch als Podcast…