a snipet of hate (for cellphones)

Ich lief dieser Tage durch meinen Stadtteil und wurde von einem Schaudern erfasst, als ich wieder mal eine Person (dass es sich dabei um eine hässliche, mit einem überaus nervtötenden Sprachduktus ausgestattete Person handelte, ist eigentlich ohne Belang) wahrnehmen musste, die laut über irgendwelche Unwichtigkeiten ihres Privatlebens schwadronierend durch die Fußgängerzone stapfte. Früher hätte man die Cops und die Sanis gerufen und dann weg damit in die Klapse (falls sich irgendjemand mit ernsthaften psychologischen Problemen an dieser Stelle auf den Schlips getreten fühlt: komm klar, die habe ich manchmal auch!).

Dann wurde mir jedoch klar, dass diese Person ja nur am telefonieren war. Früher gab’s da diesen Witz: „Chef: Wer schreit denn da so rum? Sekretär: Dass ist der Schulze, der spricht mit Paris. Chef: Warum nimmt er dann nicht das Telefon?“. Der ging mir dann gerade durch den Kopf, weil mich das wer mit wem und warum oder auch nicht anderer Menschen ja nun zum einen eigentlich nichts angeht, aber bei den allermeisten Menschen auch nicht die Bohne juckt. Was interessiert es mich, ob Mandy nun mit Kevin rummacht, oder mit Jaden-Pascal?

Jedenfalls gehören diese Freisprechdingens für überall schlicht verboten. Es führt zu Unaufmerksamkeit gegenüber anderen Menschen (unhöflich bis tödlich), oder gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern (gefährlich bis tödlich). Jeder darf sich jetzt raussuchen, was er oder sie schlimmer findet. Ich für mein Teil finde, das Privates ins Private gehört und nicht auf die Straße. Da diese immer-erreichbar-Apparate aber das Private entgrenzen (auf so viele Arten), werde ich nun täglich mit dem Privaten vollkommen wildfremder Menschen belästigt. Und das kotzt mich so richtig an.

Leider ist es nicht legitim, jemandem einfach sein Smartphone wegzunehmen und so weit wie möglich wegzuwerfen. Zumal diese Freisprechdingens leider auch funktionieren, wenn das Handy in der Tasche steckt, was die Außenwirkung noch viel schlimmer gestaltet => weg damit in die Klapse. Die Fragen die bleiben sind folgende: werde ich immer unduldsamer, oder die anderen immer Blöder? Und wie kriege ich eine Axt in die Tasche, ohne dass es auffällt…? Au revoir.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.