Bildung in einem Fort…?

Hat definitiv nichts mit einer befestigten Militäreinrichtung zu tun, sondern damit, dass derjenige, der aufhört, lernen zu wollen damit automatisch eingesteht, dass er lieber dumm wird, bzw. bleibt. Ich kenne ein paar erlesene Leute, die leider der Meinung sind, die Weisheit schon von Kindesbeinen an mit Löffeln gefressen zu haben, überdies allerdings auch solche, die schon mit vergleichsweise jungen Jahren grau im Kopf gewesen sind. Beide Varianten nerven, weil sie einem speziell bei der Arbeit als chronische Lowperformer unnötig bremsen. Die einen, weil sie glauben sie können alles, jedoch nichts geregelt kriegen und die anderen, weil sie glauben, dass alles geregelt zu bekommen viel zu viel Aufwand wäre; selbst wenn der eine oder andere durchaus könnte, wenn er wollte.

Solche Menschen haben sich auf einer Schiene des Lebens eingefunden, die keine Weichen mehr bietet. Vielleicht sollte man fairer Weise sagen, dass es auch für diese Individuen sehr wohl Möglichkeiten gegeben hätte, etwas zu verändern; doch man hat sich so schön in seiner kleinen Nische eingerichtet, dass man diese unbeachtet links oder rechts liegen ließ, um seine eigenen – zumeist illusorischen – Ideen von richtig und falsch zu verfolgen. Die Superoberschlauen Besserwisser sind mir dabei die unsympathischeren, weil sie in der Regel mit der Attitüde daher kommen, ihren Beruf 147 v. Chr. eigenhändig erfunden zu haben; was sich allerdings in keinster Weise in ihrer Performance wiederspiegelt: die ist eigentlich fast immer grottig! Na ja und die Anderen… sind meistens entweder zu sexy for their shirt oder zu cool um sich mit Arbeit abzugeben. Es gibt mit Sicherheit zwischen diesen Negativpolen noch eine Menge Schattierungen, doch die Schatten überwiegen nach meiner Erfahrung deutlich dem Licht.

An den meisten Tagen kompensiere ich derlei einfach weg. Entweder indem ich einfach meinen Job mache, wie ich es für richtig halte und das Genöle ignoriere, während ich die Fehler anderer ausbügele. Oder einfach geduldig das Schichtende erwarte und alle Verantwortung weit von mir weise, wenn’s mal hart auf hart kommt. Man entwickelt im Laufe der Jahre nicht nur einen dicken Bauch, sondern auch ein dickes Fell. Mal abgesehen davon, dass ich mir bei den verschiedensten Situationen in meinem Job halt nicht aussuchen kann, mit wem ich es gerade zu tun habe. Das hat das Gesundheitswesen nun mal so an sich. Bei den casual occasions am Wasserloch merkt man mir zumeist nicht wirklich an, was ich über so manchen denke, weil ich eigentlich nur ungern Menschen wehtue. Außerdem muss ich mit ein paar von denen noch zusammen arbeiten, da genügt es schon, dass sie dämlich sind, ich muss sie nicht auch noch gegen mich aufbringen. Wenn das schon als Nettigkeit qualifiziert, bin ich ein ziemlich netter Typ. Vielleicht ein bisschen zynisch, aber nett…

Nun gibt es aber jene Gelegenheiten, bei denen man solchen Kollegoiden ausgeliefert ist, ohne Chance, dem Unvermeidlichen zu entgehen: ihnen dabei zusehen zu müssen, wie sie das tun, von dem sie denken, es sei genau richtig. Die vom Arbeitgeber veranstalteten Fortbildungen sind solche Gelegenheiten. Da ist, zumindest für mich, von Fremdschämen bis richtig handfest Aufregen alles dabei, wenn die Besten der Besten sich wieder anschicken, die Welt mit ihrem Scheiß zu beglücken. Nicht nur, dass ihr Auftreten nervt, diese selbstverliebte Selbstverständlichkeit und Jovalität, mit der sie versuchen, allen ihre Sicht der Dinge aufzuzwingen. Was mich aber noch viel mehr ankäst ist, dass sie mal mehr, mal weniger absichtlich Unterricht sabotieren, der mich interessiert, indem sie die wirklich allerblödesten Fragen oder Anmerkungen parat haben, oder durch ostentativ demonstriertes Desinteresse alle runterziehen. Da könnte ich jedes Mal schreiend davon laufen.

Darum dieses Mal gleich im Vorfeld: Menschen die mich nerven, oder meinen mich mit Meinungen oder Heldengeschichten zutexten zu dürfen, die mich einen Dreck interessieren, werden in Zukunft abgefertigt. Ich habe keine Lebenszeit mehr übrig für Spacken, die sich nur im Glanze ihres unberechtigten Narzissmus sonnen wollen, oder meinen alles schon besser zu wissen als irgendjemand sonst! Ich weiß, dass ein wenig Demut jedem gut steht und ich kann nur empfehlen, das mal selbst zu versuchen: low profile halten, zuhören wenn man was vom Profi erklärt bekommt, mitmachen, wenn es was zu Üben gibt und nicht sich selbst oder andere ablenken. Zeit zum dumm babbeln ist immer, aber eben nicht nur…

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