A snipet of relief

Ich war in letzter Zeit oft bitter, manchmal zynisch, auf jeden Fall aber immer ein bisschen bösartig. Könnte daran gelegen haben, dass meine Depression erst in den letzten Wochen in einen stabilen Zustand des Rückzuges übergegangen ist. Und es ist wahrlich eine Erleichterung, sich an den Dingen des Lebens tatsächlich wieder erfreuen zu können. Allerdings bringt dies auch mit sich, dem Arbeitsleben wieder ins Antlitz blicken zu müssen.

Ich war noch nie ein fauler Mensch. Müßiggang zur Arbeitsvermeidung fand ich immer irgendwie asozial, obwohl ich das gepflegte Nichtstun als Abwechslung zu den anstrengenden alltäglichen Verrichtungen durchaus zu genießen weiß. Und irgendwie ist der Gedanke, ab nächster Woche wieder in durchgeregelten Bahnen leben zu müssen schon ein wenig erschreckend; wenngleich ich mich auch ein bisschen darauf freue, wieder mit, mir in der Mehrzahl durchaus lieben Kollegen auf die Menschen losgelassen zu werden. Natürlich Schritt für Schritt.

Weil ich aber mit meinen Gedanken letzthin immer irgendwo im „Dazwischen“ hing, hin- und hergerissen zwischen Angst und Aufbruchsstimmung, zwischen dem Davor und dem Danach, zwischen dem alten Zimbo und dem, der ich werden will und muss, kam ich gar nicht dazu, mein Blog zu pflegen. Ich hatte weder den Nerv, noch die Lust. An Ideen zum Schreiben mangelt es mir nur sehr selten, auch wenn es nicht mein Ding ist, andere Menschen mit Details aus meinem Alltag zu langweilen. Ich betrachte My Madness Machine als genau das; meinen Ort, an dem ich meinen gelegentlich durchaus abseitigen Gedanken nachhängen kann, an dem ich in bester Tradition demokratische Meinungsfreiheit pflege und den ich eher als eine Art Kolumne betreibe. Und so will ich versuchen, auch hier weit weniger depressiv zu sein, mir also quasi meine literarische Dosis Erleichterung zu verschaffen. Mal schauen, ob’s klappt.

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