Woran man jeute Nachmittag merkt, dass das Jahr zu Ende geht? An der zunehmenden Menge deutlich hörbarer Böllerkulatio Preacox in meiner Hood. Da muss eine Menge kleiner Würstchen unterwegs sein, die mit großen Böllern laut knallen, um vermutlich irgendwas zu kompensieren. Wenn man sich die Kommentarspalten der antisozialen Medien in den letzten Tagen anschaut, wo irgendwelche anonymen Testostoroiden den Untergang des Abendlandes herbeiphantasieren, weil sie – vielleicht irgendwann – nicht mehr knallen dürfen, wie sie wollen, dann muss man sich schon fragen, ob wir sonst keine Probleme haben? Nur um das klarzustellen – haben wir! Soziale Ungerechtigkeit, viel zu geringe Investitionen in Bildung anstatt in Steuergeschenke für jene, die eh schon viel zu viel haben, einen versagenden Generationen-Vertrag, etcpp. Aber wir haben auch Medienhäuser in der Hand von Matriarchinnen (Liz Mohn => Bertelsmann & Friede Springer => BILD u.Ä.), die einen nicht unerheblichen Teil der deutschen Medienlandschaft kontrollieren (siehe hier wissenschaftlicher Dienst des Bundestages); und damit diverse, mehr oder weniger subtile Möglichkeiten zur Meinungsmache haben. Und indem solche Medienkonzerne jedes Jahr wieder zu bestimmten Zeitpunkten Scheingefechte zwischen Gesellschaftsgruppen inszenieren (Jung gegen Alt, Arm gegen Reich, Vegetarier/Veganer gegen Fleischfresser, Schwarze gegen Grüne, Böllerfans gegen Verbotsbefürworter, etc.) lenken sie immer und immer wieder vom Wesentlichen ab. Anstatt an sowas teilzunehmen, fragt euch lieber mal – WER profitiert von solchen Diskussionen? Kleiner Hinweis: in den allerseltensten Fällen die Mitglieder der Streitparteien… Das ist einfach nur ein Teil der modernen Version von Panem et Circenses…

Ich bin abgeschweift. Das Jahr geht zu Ende. Welches, spielt eigentlich keine Rolle mehr, wenn man ein gewisses Alter (in meinem Fall 51) erreicht hat. New Number – Same Shit! Daher habe ich auch keine Lust auf einem Rückblick. Fuck it, dieses Jahr war – zumindest beruflich – dermaßen anstrengend, emotional erschöpfend und mit viel mehr Niederlagen als Erfolgen durchsetzt, als dass man darüber noch ein weiteres Wort verlieren sollte! Ich habe nun seit dem 20.12 Urlaub – man sollte eigentlich meinen, dass diese 11 Tage ein wenig Erholung gebracht hätten. Und das ist irgendwie auch der Fall. Doch mein Frustlevel ist immer noch kaum gesunken; weil ich weiß, dass ich eigentlich meinen Urlaub kürzen und verschiedene Arbeiten erledigen müsste, damit die erste Woche nicht gleich wieder in vollkommenen Stress ausartet. ABER ICH WILL NICHT! Ich brauch meine verfickte Ruhe vor diesem ganzen Quatsch! Und vor allem vor einigen Menschen, denen überhaupt nicht klar ist, was ihre politischen Spielchen auf der einen und ihre Anspruchshaltung auf der anderen Seite mit mir machen. Der wirklich einzige Grund, warum ich nicht einfach hinschmeiße und was vollkommen Anderes mache, oder versuche mein Leben auf die Kette zu kriegen ist, dass ich (freiwillig) finanzielle Verpflichtungen gegenüber meinen Lieben eingegangen bin. Wir gehören zusammen, da kann ich nicht einfach kündigen und mal ‘n Sabbatical einlegen. Obschon ich das offenkundig mehr brauche, als IRGENDWAS ANDERES. Sollte ich heute abend im Lotto gewinnen, bin ich weg. Gottseidank für meine Kollegen ist die Chance ja bekanntermaßen nur 140.000.000 : 1…
Ich schrieb in den letzten drei Posts über Happiness; und wie ich immer wieder versuche, für mich selbst welche zu finden, zu kultivieren, zu bewahren! Man könnte die ersten zwei Abschnitte dieses Posts jetzt so lesen, als wenn ich noch eben in der Hanfabteilung des Bauhauses unterwegs gewesen wäre, um heute Abend als besonderen Rite de Passage was Dummes zu tun. Ich darf euch hier nun offiziell versichern – so ist es nicht! Denn der private Teil meines Lebens schafft derzeit einen Ausgleich, der mich den ganzen anderen Scheiß ertragen lässt. Ich konnte in den letzten Tagen die Dosis meiner Sozialkontakte weitestgehend selbst bestimmen und habe mich in den selbstgewählt einsamen Stunden Dingen hingeben, die durch die Selbstoptimierungs-Brille objektiv vollkommen nutzlos waren und immer noch sind. Die mir aber Spaß machen indem sie meine Kreativität und Fantasie erheblich anregen. Ohne diese Auszeiten stünde es allerdings mehr als nur ein bisschen finster um mich, das möchte ich zugeben. Aktuell kann ich mir nicht vorstellen, dass das kommende Jahr 2026 signifikant anders oder gar besser werden könnte, als die abgelaufene Knallcharge 2025 war… Vielleicht geht es den kleinen Würstchen draußen ja genauso wie mir, dass sie soviel Böllern müssen, um ihren Frust wegzuknallen; aber… kann man nicht auch mal anders den Frust wegknallen? Ich frag für’n Freund. Was mich betrifft, ist es ein Abend wie jeder andere auch. Möglicherweise mit etwas mehr zu essen. Wenn ich allerdings den ganzen Käse mit zuviel Hoffnung garniere, dann habe ich bis zum Ende meines Urlaubs wieder nur eine Melange aus Enttäuschung, Bauchschmerzen und aufwallendem Stress, ob all der Dinge die unerledigt auf mich warten. Ob’s das Geld wert ist? Ich frage bei Gelegenheit mal meinen Therapeuten. Bis dahin… knallt euch weg! Aber bleibt bitte an einem Stück. Wir hören uns nächstes Jahr.






